Ratko Mladić starb im Haftzentrum der Vereinten Nationen in Den Haag. Er war Hauptverantwortlicher des Massakers von Srebrenica.
Wegen Völkermord verurteiltFrüherer bosnisch-serbischer Armeechef Ratko Mladić ist tot

Ratko Mladić im Jahr 2021 in Den Haag
Copyright: afp
Der frühere bosnisch-serbische Armeechef Ratko Mladić ist nach Informationen serbischer Medien tot. Der wegen Kriegsverbrechen vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (IStGH) zu lebenslanger Haft verurteilte Mladić starb im Alter von 84 Jahren, wie der serbische Staatssender RTS am Donnerstag berichtete. Zuvor habe Mladić mehrere Schlaganfälle erlitten.
Serbische Behörden und Mladićs Familie hatten sich zuletzt für seine Verlegung in ein serbisches Militärkrankenhaus eingesetzt. Das Haager Gericht lehnte das aber ab. Mladićs Sohn Darko Mladić hatte deshalb in der vergangenen Woche von einem „stillen Mord an meinem Vater“ gesprochen.
Mladić war 16 Jahre auf der Flucht
Mladić war 2011 nach 16 Jahren auf der Flucht in Serbien festgenommen worden. 2017 wurde er dann wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnienkriegs (1992-1995) zu lebenslanger Haft verurteilt. In dem Krieg wurden fast 100.000 Menschen getötet. Das Urteil wurde 2021 letztinstanzlich bestätigt.
Unter anderem wurde seine Hauptverantwortung für das Massaker von Srebrenica im Juli 1995 festgestellt, bei dem rund 8000 muslimische Männer und Jungen ermordet wurden. Damals hatten Mladićs Truppen die damalige UN-Schutzzone Srebrenica gestürmt und dort Gräueltaten angerichtet. Die Taten gelten als eines der schlimmsten Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Dennoch hat Mladić in Serbien bis heute Verehrer. (afp)
