In Grönland hat der deutsche Satiriker Maxi Schafroth versucht, eine US-Flagge zu hissen. Das sorgt für Diskussionen im Netz.
Grönland-StreitDeutscher Satiriker provoziert mit US-Flagge in Nuuk – Clip sorgt für Diskussionen

Menschen schwenken die grönländische Flagge am Flughafen von Nuuk.
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Donald Trump möchte den USA bekanntlich Grönland einverleiben – und ließ kurzzeitig sogar Spielraum für eine militärische Annektion. Kein Wunder, dass den Einwohnern der arktischen Insel bei dem Thema nicht zum Lachen zumute ist.
Zumindest, wenn es nicht um einen Fauxpas geht, wie es ihn sich das Weiße Haus in der vergangenen Woche geleistet hat. Da postete Trump ein KI-generiertes Bild von sich und einem Pinguin, die beide durch eine Winterlandschaft schreiten.
Spott für Trump: In Grönland leben keine Pinguine
Aufgegriffen hatte die Trump-Administration damit ein Social-Media-Meme, einen Videoausschnitt, der derzeit auf TikTok viral geht. Zu sehen ist ein Pinguin, der sich von seinen Artgenossen abwendet und alleine ins ewige Eis marschiert. „But why?“ fragt der deutsche Regisseur Werner Herzog eindringlich, aus dessen Dokumentation „Begegnungen am Ende der Welt“ die Szene stammt, die sich nun auch Trump zu eigen machte.
Alleine der Videoausschnitt auf YouTube hat mittlerweile 10 Millionen Aufrufe, auch Herzog selbst, der seit wenigen Monaten auf Instagram aktiv ist und schnell Kultstatus auf der Plattform erreichte, äußerte sich und teilte auf dem Netzwerk die Geschichte hinter der Geschichte.
Im Bild des Weißen Hauses zu sehen ist außerdem die Flagge Grönlands, der Pinguin hält eine US-Flagge in der Hand. Die Botschaft ist klar: Der vermeintlich grönländische Pinguin und Trump tauschen die Flaggen aus, Grönland wird Teil der USA.
Das Problem nur: In Grönland leben keine Pinguine. Der Spott für Trump, der schon mehrfach Städte, Orte und Länder verwechselt oder falsch zugeordnet hat, ließ nicht lange auf sich warten. Der konservative dänische Abgeordnete Rasmus Jarlov fasste die Pointe in einem Satz süffisant zusammen: „Die Botschaft aus dem Weißen Haus ist klar: Trump gehört genauso nach Grönland wie Pinguine.“
Doch geht es um wesentlich schwärzeren und vor allem provokanteren Humor und nicht etwa um ein Fettnäpfchen, wie das, in das Trump getreten ist – dann verstehen die Grönländer keinen Spaß.
Deutscher Satiriker versucht, die US-Flagge auf Grönland zu hissen
Vor wenigen Tagen war der deutsche Satiriker Maxi Schafroth für das Magazin „extra3“ des NDR auf der Insel zu Gast und versuchte dort, eine US-Flagge zu hissen. So berichtet es unter anderem der grönländische Fotograf Orla Joelsen, der den Clip der Aktion auf seinem X-Account teilte.
In dem Video sieht man einen Mann mit den Stars and Stripes vor dem Kulturzentrum der Hauptstadt Nuuk. Der Reporter nähert sich mit der US-Flagge einem dort aufgestellten Fahnenmast und wird offenbar von Mitarbeitenden zur Rede gestellt. Diese komplementieren den Journalisten schnell weg, denn der macht keine weiteren Anstalten, die Flagge zu hissen und rollt sie wieder zusammen.
„Warum kommen sie dann nach Nuuk?“
Fotograf Joelsen teilte den kurzen Clip auf X, wo ihm mehr als 80.000 Menschen folgen. „Glücklicherweise“, schrieb Joelsen, sei der Mann noch rechtzeitig „bei dem Versuch, witzig zu sein“, gestoppt worden. Auf Facebook habe die Aktion zu hitzigen Diskussionen auf Grönland geführt, schrieb er weiter. Und an den Reporter gerichtet: „Wenn Sie nicht unsere Werte respektieren, warum kommen sie dann nach Nuuk?“
Der Sender räumte den Vorfall mittlerweile ein und entschuldigte sich. Ein Mitglied des Teams habe einen satirischen Film auf der Insel gedreht und dabei vorgegeben, eine amerikanische Flagge zu hissen, hieß es in einer Stellungnahme. Weiter gab der Sender an, dass die grönländischen Behörden für die Aktion ein Ordnungsgeld verhängt hätten. Die Menschen Grönlands seien zu keiner Zeit das Ziel der Aktion gewesen, teilte der NDR mit.
