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Großbrand nach DrohnenangriffUkraine greift tief in Russland an – Staatsreserve getroffen

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Beim russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine kommen tausende Drohnen zum Einsatz. Aber auch die Gegenseite attackiert mit Drohnen aus der Luft.

Beim russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine kommen tausende Drohnen zum Einsatz. Aber auch die Gegenseite attackiert mit Drohnen aus der Luft. (Symbolbild)

Die Ukraine trifft Ziele tief in Russland. Brände und Luftalarm folgen – während im Donbass neuer Druck entsteht.

Die Ukraine hat ihre Angriffe auf Ziele in Russland ausgeweitet und dabei erneut Einrichtungen getroffen, die für die russische Kriegswirtschaft von Bedeutung sind. Nach russischen und ukrainischen Angaben kam es nach Drohnenattacken zu Bränden in Industrieanlagen in den Regionen Tula und Jaroslawl.

Im Gebiet Tula südlich von Moskau stürzten nach Angaben von Gouverneur Dmitri Miljajew Trümmer einer abgefangenen Drohne auf das Gelände einer Chemiefabrik in Nowomoskowsk. In sozialen Netzwerken kursierten Videos eines Brandes. Berichten zufolge wurde dabei das Chemiewerk Asot getroffen. Das Unternehmen zählt zu den größten Chemieproduzenten Russlands und stellt neben Düngemitteln auch Bestandteile für die Munitionsproduktion her. Angaben zum Ausmaß der Schäden machte die Regionalverwaltung zunächst nicht.

Brand in Treibstofflager – Selenskyj lobt die Aktion

Auch in der Region Jaroslawl kam es zu einem Feuer. Gouverneur Michail Jewrajew sprach von einem Angriff auf Anlagen zur Kraftstofflagerung. Der ukrainische Geheimdienst SBU erklärte später, mehrere Drohnen hätten ein als Staatsreserve genutztes Treibstofflager in Rybinsk getroffen. Dort gelagerte Kraftstoffe würden auch zur Versorgung der russischen Armee genutzt und seien deshalb legitime Ziele.

Auf einem vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj veröffentlichten Video sind ein Großbrand mit schwarzen Rauchwolken sowie Drohnen zu sehen. Selenskyj lobte die Aktion auf X und verwies darauf, dass Rybinsk rund 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liegt.

Luftalarm bis nach Moskau – auch Flughäfen betroffen

Russland meldete unterdessen die Abwehr zahlreicher Angriffe. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden 249 Flugobjekte abgeschossen. In Moskau mussten wegen Luftalarms zeitweise Flughäfen ihren Betrieb einschränken oder einstellen.

Das Bild zeigt ein zerstörtes Wohnhaus in der Frontstadt Kostjantyniwka, dem Schauplatz schwerer Kämpfe mit russischen Truppen in der Region Donezk. (Archivbild)

Das Bild zeigt ein zerstörtes Wohnhaus in der Frontstadt Kostjantyniwka, dem Schauplatz schwerer Kämpfe mit russischen Truppen in der Region Donezk. (Archivbild)

Selenskyj bezeichnete die Angriffe als Reaktion auf die fortgesetzte russische Invasion. „Wir haben der russischen Führung alle möglichen Formate für Verhandlungen angeboten“, schrieb er. Die Antwort sei jedoch die Fortsetzung der Aggression gewesen. „Logischerweise kehrt der Krieg nun dorthin zurück, woher er gekommen ist.“

Russland verkündet, im Donbass vorgerückt zu sein

Während die Ukraine mit Drohnen Ziele tief in Russland angreift, verschärft sich die Lage an der Front im Osten des Landes. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums rücken russische Truppen in der umkämpften Stadt Kostjantyniwka im Gebiet Donezk weiter vor. Demnach seien bei Häuserkämpfen erneut mehr als 100 Gebäude unter russische Kontrolle gebracht worden.

Auch das ukrainische Militär hatte zuletzt eine schwierige Lage in der Stadt eingeräumt. Das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) sieht die Verteidigungsmöglichkeiten der Ukraine dort schwächer werden, weist aber zugleich darauf hin, dass Moskau mit detaillierten Erfolgsmeldungen möglicherweise ein größeres Bild seiner tatsächlichen Präsenz zeichnen wolle.

Militärbeobachter halten es für möglich, dass Kostjantyniwka in den kommenden Monaten fallen könnte. Für Kremlchef Wladimir Putin wäre dies ein weiterer Schritt hin zu seinem Ziel, die gesamte Donbass-Region unter russische Kontrolle zu bringen. Von den größeren Städten im Gebiet Donezk blieben dann nur noch Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka unter ukrainischer Kontrolle. (dpa/sbo)