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Krieg in Nahost
Aserbaidschan mobilisiert Armee nach Angriff – Iran greift mit Raketen an

8 min
Dieses Bild zeigt die Schäden an einer Schule in Julfa nach einem Drohnenangriff, der nach Angaben des aserbaidschanischen Außenministeriums vom Iran auf die aserbaidschanische Exklave Nachitschewan durchgeführt wurde.

Dieses Bild zeigt die Schäden an einer Schule in Julfa nach einem Drohnenangriff, der nach Angaben des aserbaidschanischen Außenministeriums vom Iran auf die aserbaidschanische Exklave Nachitschewan durchgeführt wurde. 

Israel und die USA setzen ihre Angriffe auf den Iran fort. In Europa geht die Debatte über das Völkerrecht weiter. Alle Infos im Liveblog.

Dem Militär der USA und Israels ist im Iran ein „Enthauptungsschlag“ gelungen: Gezielt wurden Ali Chamenei und andere Führungsfiguren des Regimes getötet. Irans Streitkräfte feuern Raketen auf Israel ab, auch zahlreiche arabische Staaten geraten unter Beschuss durch den Iran. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog. 

5. März 2026

Schah-Sohn attackiert mögliche Chamenei-Nachfolger

15.29 Uhr: Der iranische Oppositionspolitiker Reza Pahlavi bezeichnet die Wahl eines neuen obersten Religionsführers als aussichtslos. Auf der Plattform X schrieb der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, jeder Kandidat werde ohne Legitimität dastehen und „als Komplize der blutigen Vergangenheit dieses Regimes“ gelten.

Pahlavi nannte ausdrücklich Modschtaba Chamenei, Sohn des getöteten Ajatollahs Ali Chamenei, sowie Hassan Chomeini, Enkel des Revolutionsführers Ruhollah Chomeini. Beide gehören zum Kreis möglicher Nachfolger.

Der 65-Jährige brachte sich nach der Tötung des Staatsoberhaupts und Religionsführers erneut als Übergangsführer ins Gespräch. Sein Vorschlag: ein Referendum über eine neue Verfassung, gefolgt von freien Wahlen unter internationaler Aufsicht. Danach soll die Übergangsregierung aufgelöst werden.

Aserbaidschan mobilisiert Armee nach Drohnenangriff

14.35 Uhr: Der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev hat wegen des mutmaßlich iranischen Drohnenangriffs auf die Exklave Nachitschewan die Streitkräfte des Südkaukasus-Staates in Einsatzbereitschaft versetzt. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Azertag von einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates in Baku.

Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev. (Archivbild)

Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev. (Archivbild)

Die Armee solle zu jeder Art Einsatz bereit sein, sagte Aliyev demnach. Vorher waren Drohnen am Flughafen und in Nähe einer Schule in Nachitschewan eingeschlagen. Der Iran bestreitet eine Verantwortung für den Angriff.

Neuer Raketenangriff Irans auf Israel – Sirenen in Tel Aviv

13.14 Uhr: Der Iran hat erneut Raketen auf Israel abgefeuert. Die israelische Armee teilte mit, die Raketenabwehr sei im Einsatz, um die Geschosse abzufangen. In weiten Teilen Israels heulten Warnsirenen, auch in der Küstenmetropole Tel Aviv. Einwohner berichteten von Explosionsgeräuschen.

Ein Krater ist nach einem iranischen Angriff nahe Tel Aviv zu sehen.

Ein Krater ist nach einem iranischen Angriff nahe Tel Aviv zu sehen.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten nach einem vorherigen Angriff auf Israel mitgeteilt, sie hätten vier fortschrittliche Raketen des Typs Chorramschahr 4 auf das Zentrum von Tel Aviv abgefeuert. Der Sender Kan berichtete, eine Rakete sei in einem Wohnort im Zentrum Israels zwischen Wohnhäusern eingeschlagen und habe dort einen tiefen Krater gerissen. Videoaufnahmen von vor Ort zeigten Trümmer und ein tiefes Loch in der Erde.

Evakuierte Passagiere berichten: „Habe eine Rakete gesehen“

12.33 Uhr: Raketen am Himmel, eine Nacht in der Tiefgarage, gesperrte Flugräume: Der erste Nahost-Evakuierungsflug der Regierung ist in Frankfurt gelandet. Am Flughafen spielten sich emotionale Szenen ab, als die Lufthansa-Maschine aus Maskat schließlich mit fast zwei Stunden Verspätung eingetroffen war. Mit an Bord waren Menschen, die von der Bundesregierung ausgewählt worden waren. Sie waren wie zehntausende andere infolge des US-Angriffs auf den Iran in der Golf-Region gestrandet.

„Für die Kinder war’s dann doch ein bisschen verstörend, deswegen haben wir uns auf den Weg gemacht“, sagte ein Familienvater nach der Ankunft. Seine 14-jährige Tochter erklärte derweil: „Ich habe sogar ’ne Rakete gesehen.“

Iran droht den USA nach Versenkung von Kriegsschiff

12.29 Uhr: Einen Tag nach der Versenkung eines iranischen Kriegsschiffs im Indischen Ozean mit dutzenden Toten durch die US-Marine hat Irans Außenminister Abbas Araghtschi den USA mit Konsequenzen gedroht. Die iranische Fregatte „Iris Dena“ sei „ohne Vorwarnung in internationalen Gewässern angegriffen“ worden, erklärte Araghtschi am Donnerstag im Onlinedienst X. „Die USA werden diesen Präzedenzfall bitter bereuen.“

Die USA hätten „2000 Meilen vor der iranischen Küste eine Gräueltat auf See begangen“, fügte Araghtschi hinzu. Demnach sei die Fregatte „Gast der indischen Marine“ gewesen. Das iranische Schiff war am Mittwoch vor der Küste Sri Lankas gesunken. Polizeiangaben zufolge wurden bislang über 80 Leichen von Besatzungsmitgliedern geborgen, rund 60 Menschen wurden noch vermisst.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gab am Mittwoch bekannt, das Schiff sei „von einem Torpedo“ versenkt worden. Die Vernichtung der iranischen Marine ist laut Pentagon eines der Ziele des US-israelischen Kriegs gegen den Iran.

Nach Drohneneinschlag: Spanien entsendet Fregatte nach Zypern

12.20 Uhr: Nach einem Drohneneinschlag auf einer britischen Militärbasis auf Zypern hat Spanien die Entsendung eines Kriegsschiffs in das Gebiet angekündigt. Spanien werde die Fregatte „Cristóbal Colón“ entsenden, um „Schutz und Luftverteidigung“ für Zypern zur Verfügung zu stellen und „jegliche Evakuierung von Zivilisten“ zu unterstützen, erklärte das Verteidigungsministerium in Madrid am Donnerstag. Demnach befindet sich das Schiff derzeit noch in der Ostsee und soll am 10. März zunächst die griechische Insel Kreta erreichen.

In der Nacht zum Montag war der Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern von einer unbemannten Drohne iranischer Bauart angegriffen worden. Die Drohne war auf der Landebahn des britischen Luftwaffenstützpunkts im Süden Zyperns unweit der bei Touristen beliebten Großstadt Limassol eingeschlagen. Opfer gab es nach Angaben der britischen und zyprischen Behörden nicht, sondern nur leichte Sachschäden.

Sechs Verletzte in Abu Dhabi durch herabfallende Drohnenteile

12.06 Uhr: In der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi sind sechs Menschen durch herabfallende Trümmerteile einer abgefangenen Drohne verletzt worden. Die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate hätten auf einen Vorfall mit herabfallenden Trümmerteilen „an zwei Standorten“ reagiert, nachdem die Luftabwehr erfolgreich eine Drohne abgefangen habe, teilte das emiratische Pressebüro am Donnerstag mit. Bei dem Vorfall in dem Industriegebiet wurden demnach sechs ausländische Arbeiter aus Pakistan und Nepal „leicht bis mittelschwer“ verletzt.

Aserbaidschan: Drohnen aus dem Iran treffen Flughafen

10.36 Uhr: Aserbaidschan hat nach einem Drohnenvorfall in seiner autonomen Exklave Nachitschewan den iranischen Botschafter ins Außenministerium einbestellt. Eine Drohne sei in die Abfertigungshalle des Flughafens eingeschlagen, eine weitere in der Nähe eines Schulgebäudes abgestützt, teilte das Außenministerium in Baku mit. Es verurteilte die Angriffe, die demnach vom Iran aus gestartet wurden. Zwei Menschen seien verletzt worden, das Flughafengebäude sei beschädigt.

Dieses Bild aus einem Video zeigt die Schäden am internationalen Flughafen von Nachitschewan nach einem iranischen Drohnenangriff.

Dieses Bild aus einem Video zeigt die Schäden am internationalen Flughafen von Nachitschewan nach einem iranischen Drohnenangriff.

Die Exklave Nachitschewan ist vom Kernland Aserbaidschans im Südkaukasus abgeschnitten - das Gebiet ist von Armenien, dem Iran und der Türkei umgeben. Solche Angriffe dürften sich nicht wiederholen, heißt es in der Mitteilung. Baku behalte sich das Recht vor, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Israels Regierung ordnet schnellere Rüstungsproduktion an

10.10 Uhr: Israels Verteidigungsministerium hat die großen Rüstungsunternehmen des Landes angewiesen, die Produktion offensiver und defensiver Waffensysteme zu beschleunigen. Dies bestätigte eine Sprecherin des Ministeriums. Israel bereitet sich den Angaben zufolge auf anhaltende Kampfhandlungen und eine mögliche Ausweitung auf weitere Fronten vor.

Vertretern der Rüstungsindustrie wurde laut Verteidigungsministerium ein operativer Lagebericht präsentiert, zusammen mit kurz- und langfristigen Beschaffungs- und Aufrüstungsplänen. Zudem werden seit Kriegsbeginn am Samstag US-Waffensysteme nach Israel geliefert. Die israelische Wirtschaftszeitung „Calcalist“ schrieb, die relevanten Waffen würden von Elbit Systems, Israel Aerospace Industries (IAI), Rafael und Tomer hergestellt.

Iran hat US-Tanker im Persischen Golf mit Rakete getroffen

9.15 Uhr: Ein US-Öltanker im Persischen Golf ist nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden von einer Rakete getroffen worden. Der Tanker sei „im Norden des Persischen Golfs von einer Rakete getroffen“ worden und stehe „derzeit in Flammen“, erklärten die Revolutionsgarden am Donnerstag im staatlichen iranischen Fernsehen. Der Vorfall konnte zunächst nicht unabhängig bestätigt werden.

Zuvor hatten die Revolutionsgarden erklärt, die „vollständige Kontrolle“ über die für den weltweiten Seehandel wichtige Meerenge Straße von Hormus übernommen zu haben.

Erster deutscher Evakuierungsflug in Frankfurt gelandet

7.43 Uhr: Am Frankfurter Flughafen ist der erste Evakuierungsflug der Bundesregierung aus der Krisenregion Naher Osten gelandet. Die Lufthansa-Maschine vom Typ Airbus A340-300 war in der Nacht in Omans Hauptstadt Maskat gestartet. Der Jet vom Typ Airbus A340-300 hob in Omans Hauptstadt Maskat nach Mitternacht (Ortszeit) ab, wie Flugdaten zeigten.

Eine Lufthansa-Maschine aus Maskat landet am Frankfurter Flughafen.

Eine Lufthansa-Maschine aus Maskat landet am Frankfurter Flughafen.

Flug LH345 hat in der Konfiguration der Lufthansa 279 Passagiersitze. Für diesen ersten Evakuierungsflug der Regierung in der aktuellen Nahost-Krise sollten nach den Worten von Bundesaußenminister Johann Wadephul besonders verwundbare Gruppen ausgewählt werden, wie Schwangere, Kranke oder Kinder. Weitere Flüge sind in den kommenden Tagen geplant. An den Vortagen waren bereits Emirates-Flüge in Frankfurt und München gelandet. Die Reisenden berichteten teilweise von Furcht einflößenden Erlebnissen und Raketenalarm während ihres Aufenthalts in Dubai oder Abu Dhabi.

Irans Militär greift kurdische Gruppen im Irak an

6.30 Uhr: Die iranischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben erneut kurdische Gruppen im benachbarten Irak angegriffen. Es seien drei Raketen auf das Hauptquartier oppositioneller Verbände abgefeuert worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die Militärführung in Teheran. Der regierungstreue Sender Press TV veröffentlichte Videos, auf denen Einschläge in den Stellungen „anti-iranischer Separatisten“ zu sehen sein sollen.

US-Medien berichteten zuletzt, Präsident Donald Trump erwäge, kurdische Gruppen für einen Aufstand gegen Irans Regierung zu bewaffnen. Das Weiße Haus wies dies zurück. Regierungssprecherin Karoline Leavitt bestätigte allerdings, dass Trump mit kurdischen Anführern in der Region mit Blick auf den US-Stützpunkt im Norden des Iraks gesprochen habe.

US-Senat stimmt gegen stärkeres Mitspracherecht im Iran-Krieg

5.30 Uhr: Im US-Senat ist ein Versuch gescheitert, die Befugnisse von Präsident Donald Trump im Iran-Krieg zu beschneiden. Die sogenannte Kriegsbefugnisresolution (War Powers Resolution) wurde am Mittwoch in der Kongresskammer mit der Mehrheit von Trumps Republikanern abgelehnt. 53 Senatoren stimmten gegen die Resolution, 47 Senatoren dafür. Bei beiden Parteien gab es jeweils einen Abweichler, der sich der Gegenseite anschloss: Bei den Demokraten Senator John Fetterman und bei den Republikanern Senator Rand Paul.

Mit der Resolution sollte Trump untersagt werden, den Militäreinsatz gegen den Iran ohne Beschluss des US-Kongresses fortzusetzen. Eingebracht worden war der Text vom Demokraten Tim Kaine und dem Republikaner Paul, der Militärinterventionen grundsätzlich skeptisch sieht.

Kaine kritisierte im Vorfeld der Abstimmung, Trump habe dem Kongress „keinerlei Beweise vorgelegt, dass die USA einer unmittelbaren Bedrohung durch den Iran ausgesetzt waren“. Paul begründete seinen Widerstand mit der US-Verfassung. Danach hat eigentlich der Kongress die Befugnis, Kriege zu erklären. US-Präsidenten beider Parteien haben sich seit dem Zweiten Weltkrieg aber immer wieder darüber hinweggesetzt.