Abo

Live

Krieg in Nahost
Iran schließt Straße von Hormus – Trump rechnet mit Deal in „ein oder zwei Tagen“

5 min

Iran macht Öffnung der Straße von Hormus rückgängig. Als Grund nennt Teheran die Blockade iranischer Häfen. Alle Infos im Liveblog.

Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Mittlerweile haben sich die Parteien auf eine Waffenruhe geeinigt, Verhandlungen in Pakistan scheiterten jedoch zunächst. Alle Informationen lesen Sie hier im Liveblog.

18. April

Iran macht Öffnung der Straße von Hormus rückgängig

10.18 Uhr: Der Iran macht die am Vortag angekündigte Öffnung der Straße von Hormus rückgängig. Das teilte das Hauptquartier der Streitkräfte laut Nachrichtenagentur Fars mit. Als Grund wird die anhaltende Blockade iranischer Häfen durch die USA angeführt.

Iran droht USA mit erneuter Schließung der Straße von Hormus

10.10 Uhr: Der Iran droht mit der erneuten Schließung der Straße von Hormus, sollte die US-Blockade iranischer Häfen andauern. „Mit der Fortsetzung der Blockade wird die Straße von Hormus nicht offen bleiben“, schrieb Irans einflussreicher Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf auf der Plattform X. Die Durchfahrt durch die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtigen Meerenge erfolge auf der vom Iran „festgelegten Route“ und mit „iranischer Genehmigung“, fügte Teherans Chefunterhändler hinzu.

Von Khane Melat, der Nachrichtenagentur des iranischen Parlaments, zur Verfügung gestelltes Handout zeigt Mohammed Bagher Ghalibaf, Irans Parlamentspräsident, in einer Sitzung des Parlaments.

Von Khane Melat, der Nachrichtenagentur des iranischen Parlaments, zur Verfügung gestelltes Handout zeigt Mohammed Bagher Ghalibaf, Irans Parlamentspräsident, in einer Sitzung des Parlaments.

Nach wochenlanger Blockade wegen des Iran-Kriegs hatte die Staatsführung in Teheran erklärt, dass Öltanker und Handelsschiffe während der laufenden Waffenruhe durch die Meerenge fahren könnten. Umgekehrt wollen die USA aber ihre eigene Seeblockade aufrechterhalten, die nur für Schiffe mit Start- oder Zielhafen im Iran gilt, wie Präsident Donald Trump betonte. Sie bleibe „bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit dem Iran“ bestehen, schrieb er auf der Plattform Truth Social. In Teheran sorgte das für Empörung.

USA lockern erneut Sanktionen auf russisches Öl

8.23 Uhr: Die USA lockern angesichts der im Iran-Krieg gestiegenen Energiepreise ein weiteres Mal für einige Wochen Sanktionen auf russisches Öl. Der Verkauf und die Lieferung von russischem Öl, das bis zur Nacht auf Freitag auf Schiffe geladen wurde, ist bis zur Nacht auf den 16. Mai (US-Ostküstenzeit) von US-Verboten ausgenommen, wie eine Behörde des US-Finanzministeriums mitteilte. Die USA versuchen damit erneut, globale Energiemärkte zu beruhigen.

Eine solche Ausnahme hatten die USA bereits Mitte März gemacht, die bis zum 11. April dauerte. Kritiker bemängelten, Russland werde dadurch finanziell gestärkt. Der Kreml nutzt die Einnahmen aus der Ölindustrie zur Finanzierung seines Kriegs gegen die Ukraine.

Der für Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland zuständige Kremlgesandte Kirill Dmitrijew lobte die Maßnahme. „Viele Länder, darunter die USA, verstehen die entscheidende und systemrelevante Bedeutung russischen Öls und Gases für die Stabilität der Weltmärkte“, schrieb er auf Telegram. Die zunächst befristete Aufhebung der Sanktionen werde dabei „Hysterie bei den Kriegstreibern in der EU und Großbritannien“ auslösen, freute er sich. Die westlichen Industrieländer hatten wegen des von Russland begonnenen Kriegs in der Ukraine Sanktionen gegen Moskau verhängt.

17. April

Libanesischer Präsident sieht Land vor „neuer Phase“

21.49 Uhr: Libanons Präsident Joseph Aoun sieht das Land nach Inkrafttreten der zehntägigen Waffenruhe mit Israel am Beginn einer „neuen Phase“. „Es ist die Phase des Übergangs von der Arbeit an einer Waffenruhe zur Arbeit an dauerhaften Abkommen“, sagte Aoun am Freitag in einer im Fernsehen übertragenen Rede an die Nation. Diese sollten „die Rechte unseres Volkes, die Einheit unseres Landes und die Souveränität unserer Nation bewahren“.

Libanons Präsident Joseph Aoun

Libanons Präsident Joseph Aoun

Der Libanon sei nicht mehr „der Faustpfand im Spiel“ der anderen oder „der Schauplatz der Kriege“ anderer Akteure, sagte der Staatschef weiter. „Und wir werden es nie wieder sein.“ Vielmehr habe die libanesische Regierung die Entscheidungsgewalt im Land zum ersten Mal in fast einem halben Jahrhundert wieder an sich gezogen.

Merz warnt vor „Stresstest“ mit USA und globaler Krise

17.14 Uhr: Kanzler Friedrich Merz warnt angesichts der Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs vor einer Belastung der Beziehungen zu den USA. „Dieser Krieg darf nicht zum transatlantischen Stresstest werden“, sagte der CDU-Chef in Paris nach Beratungen über einen möglichen Militäreinsatz zur Absicherung der Straße von Hormus entlang der iranischen Küste. „Insofern gilt es jetzt, einige Schlussfolgerungen gemeinsam zu ziehen“, fügte Merz hinzu und sagte: „Wenn dieses, was wir uns vorgenommen haben, misslingt, dann droht eine große multidimensionale globale Krise.“

Deutschland sei bereit, einen Beitrag zur Sicherung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus zu leisten, sagte Merz. Dieser könne in der Minenräumung und der Seeaufklärung bestehen. „Das können wir.“ Deutschland werde sich deswegen an weiteren militärischen Planungsgesprächen beteiligen. Dabei wünsche sich die Bundesregierung „wenn es möglich ist“, eine US-Beteiligung. „Es wäre aus unserer Sicht wünschenswert“, fügte er hinzu. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte zuvor von der „Einrichtung einer neutralen Mission, die sich klar von den Kriegsparteien abgrenzt“ gesprochen.

Trump: Seeminen sind weg – oder zumindest bald

17.01 Uhr: Die angeblich in der Straße von Hormus verteilten iranischen Seeminen sollen nach Angaben von US-Präsident Donald Trump allesamt geborgen worden sein – oder werden derzeit noch entfernt. „Der Iran hat mit Hilfe der USA alle Seeminen geräumt oder ist dabei, sie zu räumen!“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Kurze Zeit zuvor hatten Trump und Irans Außenminister Abbas Araghtschi die Öffnung der Meerenge für Durchfahrt von Öltankern und Handelsschiffen verkündet – aus Sicht von Teheran gilt dies allerdings nur temporär.

US-Präsident Donald Trump spricht vor dem Oval Office des Weißen Hauses.

US-Präsident Donald Trump spricht vor dem Oval Office des Weißen Hauses.

Experten gehen von mehreren Dutzend Minen aus, die der Iran vor etwa einem Monat südlich der iranischen Gewässer verteilt haben soll - auch wenn Teheran einen solchen Einsatz nie bestätigt hat. Das Problem ist indes: „Weder die Iraner noch die USA - und auch sonst niemand - wissen derzeit genau, wo sich diese Minen befinden“, sagte Sicherheitsforscher Andreas Krieg vom Londoner King's College dem Sender Al Jazeera.

US-Präsident Trump nennt Iran-Krieg „kleinen Umweg“

7.31 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat den Iran-Krieg als „kleinen Umweg“ bezeichnet. Bei einem Auftritt in Las Vegas verteidigte Trump am Donnerstag seine Wirtschaftspolitik und rechtfertigte den Militäreinsatz. „Wir übertreffen alle Rekorde und das trotz unseres kleinen Umwegs durch das reizende Land Iran“, sagte Trump. „Aber wir mussten es tun, denn sonst hätten schlimme Dinge passieren können“, fügte er unter Anspielung auf das iranische Atomprogramm hinzu.

In einer aktuellen Umfrage des Instituts Ipsos gaben 51 Prozent der befragten US-Bürger an, der Iran-Krieg sei angesichts der damit verbundenen Kosten nicht nicht zu rechtfertigen. Rund ein Viertel der Befragten gab das Gegenteil an.

red/afp/dpa