Iran macht Öffnung der Straße von Hormus rückgängig. Als Grund nennt Teheran die Blockade iranischer Häfen. Alle Infos im Liveblog.
Krieg in NahostFortschritte bei Friedensverhandlungen – Straße von Hormus weiterhin blockiert
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Mittlerweile haben sich die Parteien auf eine Waffenruhe geeinigt, Verhandlungen in Pakistan scheiterten jedoch zunächst. Alle Informationen lesen Sie hier im Liveblog.
19. April
Fortschritte in Verhandlungen mit den USA - aber noch lange keine Einigung
12 Uhr: Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hat Fortschritte bei den Verhandlungen mit den USA zur Beendigung des Krieges bekanntgegeben. Von einer Einigung seien beide Seiten aber noch weit entfernt, sagte Ghalibaf am Samstagabend im iranischen Fernsehen.
„Wir sind noch weit von der letzten Gesprächsrunde entfernt“, sagte Ghalibaf, der einer der iranischen Unterhändler ist, und fügte hinzu: „Wir haben in den Verhandlungen Fortschritte erzielt, aber es gibt viele Diskrepanzen und einige grundlegende Punkte sind nach wie vor offen.“
Ghalibaf und seine Delegation hatten am vergangenen Wochenende in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Gespräche mit US-Vizepräsident JD Vance geführt - es war das ranghöchste Treffen zwischen dem Iran und den USA seit der Islamischen Revolution 1979.
Sperrung der Straße von Hormus sorgt für Anspannung
10 Uhr: Vor dem bislang für kommenden Mittwoch geplanten Ende der Waffenruhe im Iran-Krieg bleibt die Lage in dem Konflikt extrem angespannt. Nach der erneuten iranischen Blockade der für den Welthandel immens wichtigen Straße von Hormus drohte Teheran am Wochenende mit dem Beschuss aller Schiffe, die sich der Meerenge nähern. Mindestens ein Öltanker in der Region geriet bereits unter Beschuss. US-Präsident Donald Trump warnte, die USA ließen sich nicht vom Iran „erpressen“.
18. April
Französischer Soldat bei UN-Mission im Libanon getötet
Im Libanon ist ein französischer Soldat der UN-Mission Unifil getötet worden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bestätigte den Tod des Soldaten Florian Montorio bei X und teilte mit, dass drei weitere Kameraden verwundet und evakuiert worden seien. „Alles deutet darauf hin, dass die Hisbollah für diesen Angriff verantwortlich ist“, schrieb Macron. Er forderte die libanesische Regierung auf, die Verantwortlichen sofort festzunehmen.
Über den gefallenen Soldaten ist außerdem bekannt, dass er als Oberfeldwebel im 17. Fallschirm-Ingenieurregiment diente und als erfahrener Soldat galt. Er war Familienvater und stammte aus der Einheit in Montauban, die im Rahmen der UN-Mission für die Sicherheit im Südlibanon zuständig war.
Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam verurteilte den Angriff auf das Schärfste. Der Angriff schade dem Libanon und dessen Beziehungen mit befreundeten Ländern weltweit. Frankreich ist dem Libanon als frühere Mandatsmacht bis heute traditionell eng verbunden. Libanons Präsident Joseph Aoun telefonierte nach dem Angriff auch mit Macron.
Unifil teilte mit, dass die Soldaten heute früh Sprengsätze an einer Straße im Süden beseitigt hätten. Dabei seien sie unter Beschuss geraten, woraufhin einer der Unifil-Soldaten getötet und drei weitere verletzt worden seien. Einer ersten Einschätzung zufolge seien Hisbollah-Kämpfer für den Angriff verantwortlich. Die Miliz äußerte sich zunächst nicht.
Die Blauhelme der Unifil überwachen seit 1978 das Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon. Immer wieder gab es dabei auch in ihren Reihen Tote und Verletzte. Vor einigen Wochen wurden zwei indonesische Soldaten der Unifil-Mission bei einer Explosion getötet.
Iranische Boote schießen auf Tanker in Straße von Hormus
13.34 Uhr: Iranische Kanonenboote haben am Samstag nach Angaben einer britischen Behörde auf einen Tanker in der Straße von Hormus geschossen. Wie die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) mitteilte, berichtete der Kapitän des Tankers von einem Angriff durch zwei Kanonenboote der Iranischen Revolutionsgarden rund 37 Kilometer nordöstlich von Oman. Ohne Vorwarnung hätten die Boote „auf den Tanker geschossen“. Der Tanker und die Besatzung sind demnach in Sicherheit, die Behörden ermitteln.
Kurz zuvor hatte der Iran am Samstag seine Entscheidung zur Öffnung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr rückgängig gemacht. Die iranische Armeeführung begründete die neuerliche Blockade der immens wichtigen Schifffahrtsstraße laut Staatsmedien mit der anhaltenden US-Blockade iranischer Häfen. Die Straße von Hormus stehe nun erneut „unter strenger Führung und Kontrolle der Streitkräfte“, so lange die USA nicht die freie Schifffahrt zum Iran ermöglichten, hieß es.
Teheran hatte am Freitag nach dem Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon eine Öffnung der Straße von Hormus für Handelsschiffe bekannt gegeben. Durch die Meerenge verläuft normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen. Die Märkte reagierten zunächst erleichtert, der Ölpreis sackte ab, der zuvor wegen der Blockade weltweit massiv angestiegen war.
red/afp/dpa