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Krieg in Nahost
Mysteriöses Schweigen um Chamenei – Trump beschimpft Nato als „Feiglinge“

6 min
Modschtaba Chamenei

Modschtaba Chamenei (Archivbild)

Die USA und Israel setzen ihre Angriffe im Nahen Osten fort. US-Präsident Trump drängt auf Unterstützung durch die Nato. Alle Infos im Liveblog.

Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.

21. März

Mysteriöses Schweigen um um Irans neuen Religionsführer Chamenei

16.48 Uhr: Seit fast zwei Wochen ist Modschtaba Chamenei neuer oberster Führer im Iran, öffentlich gezeigt hat er sich bislang nicht. Das nährt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, seinen Aufenthaltsort und seine tatsächliche Rolle im Krieg. Laut Nachrichtenportal „Axios“ liegen den USA und Israel Geheimdienstinformationen vor, die darauf hindeuteten, dass Modschtaba noch am Leben sei. Es gebe etwa Hinweise darauf, dass Beamte versuchten, persönliche Treffen mit ihm zu vereinbaren.

Eine Frau hält Plakate von Ayatollah Modschtaba Chamenei (r), dem Nachfolger seines getöteten Vaters, Ayatollah Ali Chamenei (l) als Oberster Führer, während einer Kundgebung zu seiner Unterstützung in Teheran.

Eine Frau hält Plakate von Ayatollah Modschtaba Chamenei (r), dem Nachfolger seines getöteten Vaters, Ayatollah Ali Chamenei (l) als Oberster Führer, während einer Kundgebung zu seiner Unterstützung in Teheran. (Archivbild)

„Axios“ zitierte einen US-Beamten mit den Worten: „Das ist mehr als seltsam. Wir glauben nicht, dass die Iraner sich all diese Mühe gemacht hätten, um einen Toten zum obersten Führer zu ernennen, aber gleichzeitig haben wir keinen Beweis dafür, dass er das Ruder übernommen hat.“

Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ wiederum beruft sich auf einen Sicherheitsbeamten, dem zufolge Chamenei am Leben, aber womöglich verletzt sei. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass er zwar bei Bewusstsein sei, aber nicht öffentlich auftreten könne. Die Revolutionsgarden würden Mitteilungen in seinem Namen verbreiten. „Dort geschieht etwas sehr Merkwürdiges“, so der Beamte.

Unterdessen erschien auf einem Chamenei zugeschriebenen X-Account eine neue Botschaft. Darin heißt es, er sei in einem Taxi anonym durch Teheran gefahren, um Gesprächen der Menschen zuzuhören – eine Methode, die er angeblich für aussagekräftiger halte als Umfragen. Beobachter im Iran halten dieses Szenario für wenig glaubwürdig und vermuten, die Revolutionsgarden wollten den neuen Führer bewusst volksnah inszenieren.

Hisbollah meldet „direkte Kämpfe“ mit israelischen Truppen im Südlibanon

16.13 Uhr: Die pro-iranische Hisbollah hat „direkte Kämpfe“ zwischen der Miliz und israelischen Truppen in zwei Grenzorten im Südlibanon gemeldet. Im Ort Chiam habe es am Samstag vier Stunden lang „direkte Kämpfe“ zwischen den Kämpfern der Miliz und der israelischen Armee gegeben, teilte die Hisbollah mit. Dabei seien „leichte und mittelschwere Waffen“ sowie Raketengeschosse zum Einsatz gekommen.

Nach Angaben der Hisbollah kam es zudem zu Kämpfen im südlibanesischen Nakura, wo sich das Hauptquartier der UN-Friedensmission im Libanon (Unifil) befindet. Die vom Iran unterstützte Miliz erklärte, israelische Soldaten hätten versucht, in Richtung des Rathauses von Nakura vorzudringen.

Eine iranische Gläubige betet während einer Zeremonie zum Eid al-Fitr-Gebet, das das Ende des heiligen Fastenmonats Ramadan markiert, während rechts ein Porträt des getöteten libanesischen Hisbollah-Führers Hassan Nasrallah zu sehen ist.

Eine iranische Gläubige betet während einer Zeremonie zum Eid al-Fitr-Gebet, das das Ende des heiligen Fastenmonats Ramadan markiert, während rechts ein Porträt des getöteten libanesischen Hisbollah-Führers Hassan Nasrallah zu sehen ist.

Im Zuge des Iran-Krieges ist auch der militärische Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel wieder eskaliert. Die Hisbollah feuert immer wieder Raketen und Drohnen auf israelisches Staatsgebiet. Israel beschießt immer wieder Hisbollah-Ziele im Libanon und rückte inzwischen auch mit Bodentruppen auf libanesisches Territorium im Grenzgebiet vor.

Nach Angaben der libanesischen Behörden wurden in dem neu eskalierten Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah bereits mehr als 1000 Menschen getötet. Rund eine Million Menschen wurden zudem in die Flucht getrieben.

Iran hat „erfolglos“ US-Stützpunkt im Indischen Ozean angegriffen

14:41 Uhr: Der Iran hat britischen Regierungskreisen zufolge „erfolglos“ den US-britischen Militärstützpunkt Diego Garcia angegriffen. Ein britischer Regierungsvertreter bestätigte der Nachrichtenagentur AFP am Samstag einen Bericht der US-Zeitung „Wall Street Journal“ vom Vortag, wonach der Iran den Stützpunkt im Indischen Ozean attackiert hatte. Der britische Regierungsvertreter sprach von einem „erfolglosen Angriff“. Weitere Angaben zu dem Angriff wurden zunächst nicht gemacht.

Dieses von der U.S. Navy veröffentlichte Bild zeigt eine Luftaufnahme von Diego Garcia, einem Atoll des Chagos-Archipels.

Dieses von der U.S. Navy veröffentlichte Bild zeigt eine Luftaufnahme von Diego Garcia, einem Atoll des Chagos-Archipels. (Archivbild)

Das „Wall Street Journal“ hatte unter Berufung auf US-Regierungsmitarbeiter berichtet, dass der Iran kürzlich zwei ballistische Raketen auf den Stützpunkt Diego Garcia abgefeuert habe. Keine der Raketen habe die Basis aber getroffen, die rund 4000 Kilometer vom iranischen Territorium entfernt liegt. Eine der Raketen versagte demnach, während sie in der Luft war, die andere wurde der Zeitung zufolge von einer Abfangrakete angegriffen, die von einem US-Kriegsschiff abgefeuert wurde.

Ob die iranische Rakete getroffen wurde, war dem Bericht zufolge unklar. Der Vorfall deute jedoch darauf hin, dass Teheran über Raketen mit größerer Reichweite verfüge als bislang angenommen. Das Pentagon lehnte eine Stellungnahme ab.

Iran feuert Raketen auf Großraum Tel Aviv ab

11.46 Uhr: Nach Angaben des israelischen Militärs hat der Iran in der Nacht mehrere Raketen auf Israel abgefeuert. Rettungskräfte sind demnach zu mehreren Einschlagsorten im Großraum Tel Aviv ausgerückt. Berichte über Verletzte gibt es bislang nicht, jedoch zeigen Bilder Schäden.

Medien zufolge wurde in Rischon Lezion südöstlich von Tel Aviv ein Kindergarten getroffen, der zum Zeitpunkt des Einschlags leer war. Laut Militär kam erneut Streumunition zum Einsatz. Die „Times of Israel“ veröffentlichte dazu Bilder.

Iranische Medien: US-israelische Angriffe auf iranische Atomanlage Natans

11.14 Uhr: Die USA und Israel haben iranischen Staatsmedien zufolge die wichtige Atomanlage Natans im Zentrum des Landes angegriffen. Die rund 250 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran gelegene Anlage sei am Samstagmorgen Ziel US-israelischer Luftangriffe geworden, erklärte die iranische Atomenergiebehörde laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim. In dem Gebiet sei „kein Austritt radioaktiven Materials gemeldet“ worden.

Neue gegenseitige Angriffe Israels und des Irans

10.02 Uhr: Drei Wochen nach Beginn des Iran-Kriegs setzen Israel und der Iran ihre gegenseitigen Angriffe fort. In der Nacht und am Morgen gab es nach israelischen Militärangaben Raketenangriffe aus dem Iran auf Israel. Rettungskräfte seien unterwegs zu mehreren Einschlagsorten im Großraum Tel Aviv, teilte die Armee mit. Es gab Bilder der Zerstörung, aber keine Berichte zu Verletzten.

Ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-35.

Ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-35. (Archivbild)

Die israelische Armee griff in der Nacht erneut Ziele im Iran und im Libanon an. Am Morgen teilte das Militär mit, israelische Bodentruppen hätten im Südlibanon mehrere bewaffnete Mitglieder der proiranischen Hisbollah-Miliz beschossen. Ein Hisbollah-Mitglied sei bei einem Schusswechsel getötet worden. Drei weitere seien durch Panzerfeuer ums Leben gekommen. Auch aus der Luft sei die Gruppe beschossen worden.

Am Freitag hatte es bei einem iranischen Raketenangriff erneut einen Einschlag in der Jerusalemer Altstadt gegeben. Nach Medienberichten war ein Raketenteil im jüdischen Viertel eingeschlagen, unweit auch der heiligen Stätten des Islams und des Christentums.

Trump nennt Nato-Verbündete „Feiglinge“

7.17 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat Nato-Verbündete wegen ihrer ausbleibenden Hilfe bei der Sicherung des Öltransports durch die Straße von Hormus als „Feiglinge“ bezeichnet. Ohne die USA sei das Verteidigungsbündnis ein zahnloser Tiger, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Er warf den Verbündeten vor, sich nicht am Kampf gegen eine atomare Bewaffnung des Irans beteiligt zu haben.

Jetzt, da der Kampf militärisch „GEWONNEN“ sei, beschwerten sie sich über die hohen Ölpreise, würden aber nicht dabei helfen, die Straße von Hormus zu öffnen. „Das wäre für sie so einfach und mit nur geringem Risiko verbunden. FEIGLINGE, das werden wir uns MERKEN!“, schrieb Trump weiter.

Der US-Präsident hatte Nato-Verbündete und andere Länder unlängst gebeten, die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, durch die normalerweise ein bedeutender Teil des globalen Ölhandels verläuft, mit abzusichern. Der Schiffsverkehr dort ist wegen des Iran-Kriegs nahezu zum Erliegen gekommen. Die Ölpreise schossen nach oben. Die USA und Israel hatten vor rund drei Wochen den Iran angegriffen.

USA lockern plötzlich Iran-Sanktionen

2.38 Uhr: Angesichts der infolge des Iran-Krieges stark angestiegenen Energiepreise erlaubt die US-Regierung vorübergehend die Lieferung und den Verkauf von iranischem Öl, das bereits auf Schiffe verladen wurde. Die Erlaubnis gilt nach Angaben des US-Finanzministeriums vom Freitag (Ortszeit) bis zum 19. April für iranisches Öl, das vor dem 20. März auf Schiffe verladen wurde.

US-Finanzminister Scott Bessent hatte den Schritt bereits am Donnerstag in Aussicht gestellt. Der Iran erklärte jedoch am Freitag, das Land verfüge über keine Vorräte „auf See oder zur Versorgung der internationalen Märkte“. Entsprechende Äußerungen von Bessent sollten „lediglich den Käufern Hoffnung machen“

red/dpa/afp