Israel und die USA setzen ihre Angriffe fort. Auch Australien schickt nun Soldaten in die Golfregion. Alle Infos im Liveblog.
Krieg in NahostRaketenalarm in Tel Aviv – Außenminister Wadephul im Laufschritt in den Bunker

Johann Wadephul (CDU, M), Außenminister, verlässt kurz vor Ende eines Besuchs in Israel wegen eines Voralarm der Luftabwehr einen A400M der Luftwaffe.
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Dem Militär der USA und Israels ist im Iran ein „Enthauptungsschlag“ gelungen: Gezielt wurden Ali Chamenei und andere Führungsfiguren des Regimes getötet. Irans Streitkräfte feuern Raketen auf Israel ab, auch zahlreiche arabische Staaten geraten unter Beschuss durch den Iran. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.
10. März 2026
Scharfe Kritik aus Teheran an EU-Kommissionspräsidentin
18.03 Uhr: Das iranische Außenministerium hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgeworfen, auf der „falschen Seite der Geschichte“ zu stehen. Von der Leyen hatte zuvor auf X erklärt: „Die Menschen im Iran verdienen Freiheit, Würde und das Recht, über ihre eigene Zukunft zu entscheiden. Auch wenn wir wissen, dass dies während und nach dem Krieg mit Gefahren und Instabilität verbunden sein wird.“
Irans Außenamtssprecher Ismail Baghaei reagierte ebenfalls auf X. Er beschuldigte von der Leyen, „Besatzung, Völkermord und Gräueltaten“ gebilligt zu haben und jetzt „Kriegsverbrechen der USA und Israels“ im Iran reinzuwaschen.
Raketenalarm in Israel: Wadephul vom Flugzeug in Bunker
16.30 Uhr: Kurz vor dem Abflug von Außenminister Johann Wadephul (CDU) nach einem überraschenden Kurzbesuch in Israel ist es in dem Land erneut zu Raketenalarm gekommen. Während das Militär-Transportflugzeug der Bundeswehr vom Typ A400M am internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv stand, gab es eine Vorwarnung vor einem neuen Raketenangriff aus dem Iran. Auch Einwohner des Großraums Tel Aviv berichteten, sie hätten entsprechende Warnungen erhalten.

Der Außenminister traf sich in Israel vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs mit seinem Amtskollegen.
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Wadephul und begleitende Personen mussten daraufhin das Flugzeug wieder verlassen und sich im Laufschritt in Richtung eines Schutzbunkers begeben. Kurz darauf kam die Entwarnung. Beim Wiedereinsteigen sagte Wadephul „Alles wohlauf hier!“ und zeigte mit dem Daumen nach oben.
Hegseth kündigt erneut „heftigsten Tag“ an
14.05 Uhr: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigt im Krieg gegen den Iran besonders harte Angriffe an. Die Vereinigten Staaten gäben nicht nach, „bis der Feind vollständig und endgültig besiegt“ sei. „Zum Beispiel wird heute wieder einmal unser heftigster Tag von Angriffen im Iran sein“, sagte Hegseth auf einer Pressekonferenz. Ihm zufolge hat der Iran in den vergangenen 24 Stunden so wenig Raketen abgefeuert wie nie zuvor.

US-Vizepräsident JD Vance und US-Verteidigungsminister Pete Hegseth. (Archivbild)
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Iran kontert Trumps Drohungen: „Passen Sie selbst auf“
12.55 Uhr: Der hochrangige iranische Funktionär Ali Laridschani hat neue Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit einer Warnung erwidert. Man habe keine Angst vor Drohungen und selbst größere Nationen hätten Iran nicht zerstören können, schrieb Laridschani auf X. „Passen Sie selbst auf, dass Sie nicht ausgelöscht werden“, schrieb der Generalsekretär des Sicherheitsrats.
Trump hatte zuvor mit deutlich härteren Angriffen gedroht, sollte die iranische Führung den Ölhandel durch die Straße von Hormus zu behindern.
Bericht: Iran greift Bundeswehr-Feldlager in Jordanien an
11.54 Uhr: Der Iran hat bei seinen Gegenangriffen auf Israel und US-Militäreinrichtungen einem Bericht zufolge auch erneut ein Feldlager der Bundeswehr in Jordanien beschossen. Mehrere ballistische Raketen seien auf ein Feldlager der Bundeswehr im Osten Jordaniens abgefeuert worden, meldete der „Spiegel“. Bei dem Angriff auf den US-Luftwaffenstützpunkt al-Asrak, in dem die Bundeswehr ein kleines Feldlager betreibt, sei niemand verletzt worden.
Laut „Spiegel“ befanden sich zum Zeitpunkt der Angriffe alle Bundeswehrsoldaten in Schutzräumen. Zunächst sei nicht klar, ob Raketen die Militärbasis direkt trafen, oder ob Trümmerteile von abgefangenen Geschossen auf das Gelände niedergingen. Ein Sprecher des zuständigen Operativen Führungskommandos der Bundeswehr bestätigte die Angriffe auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht. Ein Vorfall werde jedoch derzeit intern untersucht.

Eine Explosion ist in einer Ortschaft im Süden des Libanons zu sehen. Israel setzt seine Angriffe in der Region auch am Dienstag fort.
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Israel meldet neue Angriffe auf Ziele in Teheran
11.39 Uhr: Israels Armee greift nach eigenen Angaben erneut Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran an. Das israelische Militär teilte mit, eine weitere Angriffswelle auf Ziele der iranischen Staatsführung gestartet zu haben. Weitere Details zu den Attacken wurden zunächst nicht genannt. Seit mehr als einer Woche überziehen sich Israel und Iran mit gegenseitigen Angriffen.
Türkei reagiert auf erneuten Beschuss aus dem Iran
10.59 Uhr: Einen Tag nach dem erneuten Abschuss einer Rakete über der Türkei wird Ankara eigenen Angaben zufolge ein Patriot-Raketenabwehrsystem im Zentrum des Landes stationieren. Das Patriot-System werde „zum Schutz unseres Luftraums“ in der östlichen Provinz Malatya stationiert, erklärte das türkische Verteidigungsministerium am Dienstag. In der Provinz liegt der Militärstützpunkt Kürecik, auf dem neben US-Soldaten ein Radarsystem der Nato stationiert ist, das iranische Raketenstarts erkennen kann.
Die Türkei ergreife „die notwendigen Maßnahmen zur Sicherung unserer Grenzen und unseres Luftraums“ und berate „mit der Nato und unseren Verbündeten“, teilte das Ministerium mit. Zusätzlich zu auf nationaler Ebene ergriffenen Maßnahmen habe „die Nato ihre Luft- und Raketenabwehrmaßnahmen verstärkt“. Die Türkei hatte am Montag bereits zum zweiten Mal eine Rakete abgefangen.
Australien entsendet Soldaten in die Golfregion
10.17 Uhr: Australien entsendet auf Bitte der Vereinigten Arabischen Emirate ein militärisches Aufklärungsflugzeug, Luft-Luft-Raketen und rund 85 Soldaten in das Gebiet am Golf. Ziel sei es, das Land gegen Angriffe aus dem Iran zu unterstützen, erklärte Ministerpräsident Anthony Albanese. Er betonte, der Einsatz diene ausschließlich der Verteidigung und dem Schutz australischer Staatsbürger in der Region.
Iran meldet Angriff auf israelisches Treibstofflager
9.36 Uhr: Als Vergeltung für die Bombardierung ihrer Ölreserven haben Irans Streitkräfte eigenen Angaben zufolge Treibstofflager in Israel attackiert. In den vergangenen Stunden seien Teile der Öl- und Gasindustrie sowie Treibstofftanks in der israelischen Hafenstadt Haifa mit Drohnen angegriffen worden, hieß es in einer Armeeerklärung, die der staatliche Rundfunk verbreitete.
In Israel gab es unterdessen Raketenalarm. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, berichtete über eine neue Welle an Raketen auf Ziele bei Tel Aviv.
Irans Regierung fordert Garantien für Waffenstillstand
8.45 Uhr: Irans Außenministerium hat für den Fall eines Waffenstillstands mit den USA und Israel Sicherheitsgarantien gefordert. „Wenn ein Waffenstillstand zustande kommen oder der Krieg beendet werden soll, muss es eine Garantie geben, dass aggressive Handlungen gegen Iran nicht erneut wiederholt werden“, zitierte die Zeitung „Shargh“ Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi. Andernfalls sei ein Waffenstillstand bedeutungslos.
„Die Islamische Republik Iran war nicht der Initiator des Krieges und der Aggression“, sagte Gharibabadi dem Bericht zufolge. Irans Raketenangriffe erfolgten daher gemäß Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen nur als „legitime Selbstverteidigung“, betonte der Minister.
In den vergangenen Tagen hätten mehrere Länder Vermittlungsbemühungen unternommen. Dazu zählten China, Russland, Frankreich sowie einige „regionale Staaten“.
Welthungerhilfe: Krieg verschärft Hungerkrise – dreifache Katastrophe
8.30 Uhr: Die Deutsche Welthungerhilfe und das Welternährungsprogramm warnen vor einer sich zuspitzenden Hungerkrise, wenn der Iran-Krieg noch länger dauert. „Die Krise ist für die Notleidenden in der Region eine dreifache Katastrophe“, sagte Martin Rentsch, Sprecher der Welthungerhilfe, am Dienstagmorgen im WDR.
Sie treffe Millionen Menschen, die ohnehin schon hungern müssten und in einer extrem fragilen Situation lebten. Als Folge des Krieges nehme deren Not noch weiter zu. Zweitens werde der Zugang für Helfende von außen fast unmöglich, und drittens werde die Hilfe sehr viel teurer, während auch noch die Lieferketten unterbrochen seien.
Hinzu komme, dass die sich zuspitzende Katastrophe auf leere Kassen treffe bei den meisten Hilfsorganisationen. „Wir sind überall im Einsatz, haben unsere Krisenpläne aktiviert, aber ohne gesicherte Finanzierung stößt auch das beste humanitäre Hilfssystem an Grenzen.“
Es gebe „vier Ks, die den Hunger in der Welt weiter verstärken“, fügte Rentsch hinzu: Konflikte, Klimawandel, Kostensteigerungen und Kürzungen. Nicht nur die USA, auch Deutschland und viele europäische Länder hätten ihre Hilfsgelder deutlich reduziert, kritisierte er.
Innenministerium: Ein Toter bei iranischem Angriff auf Wohngebiet in Bahrain
5.50 Uhr: Bei einem Angriff auf ein Wohngebäude in der bahrainischen Hauptstadt Manama ist nach Regierungsangaben ein Mensch getötet worden. Ersten Informationen zufolge habe es bei dem „offenkundig iranischen Angriff“ auf ein Wohngebäude zudem mehrere Verletzte gegeben, erklärte das Innenministerium der Golfmonarchie am Dienstag.
Die Golfstaaten sind seit dem Beginn der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran immer wieder Ziel iranischer Angriffe. Teheran attackierte dabei auch US-Einrichtungen in der Region und Energieanlagen.
In dem seit dem 28. Februar andauernden Krieg hat es bereits Hunderte Tote gegeben, die überwiegende Mehrheit wurde nach iranischen Angaben und der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation Hrana bei Angriffen auf den Iran getötet.
In den Golfstaaten wurden den dortigen Behörden und der US-Armee über 20 Menschen getötet. Bahrain meldete bisher zwei Tote.
red/dpa/afp

