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Krieg in Nahost
Trump droht mit neuen Angriffen, sollte es keine Einigung geben

10 min

Der US-Präsident droht dem Iran und betont, das US-Militär bleibe schussbereit. Die Hisbollah greift Israel an. Alle Infos im Liveblog.

Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Nun einigten sich die Parteien auf eine Waffenruhe. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.

10. April

Trump droht mit neuen Angriffen

20.16 Uhr: Die USA bereiten sich nach Aussage von US-Präsident Donald Trump auf neue Angriffe auf den Iran vor, sollten die geplanten Friedensgespräche scheitern. „Wir beladen die Schiffe mit der besten Munition, den besten Waffen, die je hergestellt wurden“, zitiert ihn die „New York Post“ aus einem Telefoninterview. „Und wenn wir keine Einigung erzielen, werden wir sie einsetzen, und wir werden sie sehr effektiv einsetzen“, drohte er in Richtung Teheran.

Man habe es mit Leuten zu tun, von denen man nicht wisse, ob sie die Wahrheit sagten oder nicht, bemängelte er demnach. Explizit kritisierte Trump dabei, dass der Iran öffentlich darauf beharre, Uran anreichern zu dürfen. Diese Forderung dürfte bei etwaigen Verhandlungen einer der Konfliktpunkte werden. Trump hatte erst jüngst betont: „Es wird keine Urananreicherung geben“.

Auf die Frage, ob er davon ausgehe, dass die Verhandlungen erfolgreich sein werden, sagte Trump laut der „New York Post“: „Wir werden es in etwa 24 Stunden erfahren. Wir werden es bald wissen.“

Iran will Libanon zum Thema machen

15.31 Uhr: Kurz vor Friedensgesprächen zum Iran-Krieg macht Teheran hinter den Kulissen Druck für eine Einbeziehung des Libanon in die aktuelle Waffenruhe. Die iranische Führung fordere Garantien, dass der Libanon Thema der Verhandlungen wird, hieß es aus gut informierten Kreisen in Teheran.

Israel greift bislang weiterhin Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon an. Diese feuerte ihrerseits am Morgen Geschosse auf Nordisrael ab. Auch deswegen blieb zunächst unklar, ob Teheran überhaupt die Verhandlungsführer zu den Gesprächen über eine dauerhafte Friedenslösung in die pakistanische Hauptstadt Islamabad schicken würde. Der iranischen Nachrichtenagentur Mehr zufolge finden keine Verhandlungen statt, solange Israel seine Angriffe auf den Libanon fortsetzt.

US-Inflation springt im März auf 3,3 Prozent

14.41 Uhr: Im Iran-Krieg ist die Inflation in den USA sprunghaft gestiegen. Die Verbraucherpreise legten im März um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Das waren 0,9 Prozentpunkte mehr als im Februar. Hauptgrund sind die durch den Krieg massiv erhöhten Öl- und Gaspreise.

Treibstoff verteuerte sich demnach zwischen Februar und März für die US-Verbraucher um 21,2 Prozent, die Energiepreise stiegen um 10,9 Prozent. Lebensmittel verteuerten sich dagegen nur leicht um 0,2 Prozent. Die zugrunde liegende Kerninflation ohne die schwankenden Preise für Lebensmittel und Energie lag im März bei 2,6 Prozent.

Libanon unter Beschuss – Helfer warnen vor humanitärer Katastrophe

14.02 Uhr: Der Libanon steht weiter unter israelischem Beschuss und steht nach Ansicht von Hilfsorganisationen vor einer humanitären Katastrophe. Nach Worten des Regionaldirektors der Päpstlichen Mission für Libanon, Syrien, Irak und Ägypten, Michel Constantin, ist die aktuelle Situation im Land dramatisch. „Alle haben Angst, jeder Ort im Libanon ist in Gefahr“, sagte Constantin der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Besonders prekär ist laut dem Hilfswerkschef die Lage der im Südlibanon verbliebenen Christen.

Die Hoffnung auf eine Entspannung im Libanon durch die vereinbarte Waffenruhe im Iran habe sich nicht erfüllt. Israel sei nicht bereit, eine Waffenruhe auch für den Libanon einzuhalten. Stattdessen würden die Angriffe schlimmer. „Eigentlich sehen wir kein Licht am Ende des Tunnels“, so Constantin.

Europäer fordern Teheran zu konstruktiven Verhandlungen mit den USA auf

11 Uhr: Europäische Staaten haben die Führung in Teheran aufgerufen, die ab Freitag im pakistanischen Islamabad geplanten Verhandlungen des Irans mit den USA konstruktiv anzugehen. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) erklärte im Onlinedienst X, er habe mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi gesprochen und ihn aufgefordert, die mit den USA vereinbarte Waffenruhe einzuhalten.

Ferner habe er in dem Gespräch von Teheran verlangt, sich „auf konstruktive Verhandlungen einzulassen sowie freie und sichere Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu ermöglichen“, erklärte Wadephul. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zuvor die Wiederaufnahme der Gespräche der Bundesregierung mit dem Iran bekannt gegeben. Ziel sei es, damit einen Beitrag zum Erfolg der Verhandlungen über ein Ende des Iran-Krieges zu leisten.

Auch der spanische Außenminister José Manuel Albares berichtete am Freitag von einem Austausch mit Araghtschi, in dem er Teheran aufgerufen habe, „in gutem Glauben“ zu verhandeln und aufzuhören, Raketen und Drohnen abzufeuern.

Streit vor Verhandlungen für Kriegs-Ende

10.30 Uhr: Kurz vor dem geplanten Beginn von Verhandlungen in Pakistan zu einer dauerhaften Beilegung des Konflikts wackelt die vom Iran und den USA vereinbarte befristete Waffenruhe bereits: Die Kriegsparteien streiten um die Öffnung der Straße von Hormus und die anhaltenden israelischen Angriffe im Libanon.

Donald Trump warnt Teheran vor Erheben von Mautgebühren

7 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat Teheran vor dem Erheben von Mautgebühren in der Straße von Hormus gewarnt. „Es gibt Berichte, dass der Iran Tanker, die durch die Straße von Hormus fahren, zur Kasse bittet“, erklärte Trump am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social. „Das sollten sie besser nicht tun, und falls doch, sollten sie sofort damit aufhören.“

In einem weiteren Beitrag auf Truth Social fügte Trump hinzu, dass „sehr schnell Öl zu fließen beginnen wird, mit oder ohne die Hilfe des Iran“. In einem dritten Beitrag warf Trump Teheran später vor, „seine Aufgabe, den Öltransport durch die Straße von Hormus zu ermöglichen, sehr schlecht“ zu erfüllen. „Das ist nicht die Vereinbarung, die wir getroffen haben“, fügte er hinzu.

Irans früherer Außenminister Charrasi bei Luftangriff getötet

2 Uhr: Der frühere iranische Außenminister Kamal Charrasi ist Behördenangaben zufolge nach einem Luftangriff seinen Verletzungen erlegen. Der Leiter des Strategischen Rats für Auswärtige Beziehungen sei vor einigen Tagen bei einem israelisch-amerikanischen Luftangriff verwundet worden und sei nun ein Märtyrer, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.

Charrasi war von 1997 bis 2005 Außenminister der Islamischen Republik. Zuletzt beriet er Medienberichten zufolge den obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei, der zu Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran getötet worden war.

9. April

Hisbollah feuert rund 50 Raketen auf Nordisrael

20.01 Uhr: Während Israel direkte Verhandlungen mit dem Libanon angekündigt hat, feuert die libanesische Hisbollah-Miliz am Abend erneut Raketen auf den Norden Israels. Israels Armee teilte auf Anfrage mit, seit dem Morgen habe die vom Iran unterstützte Miliz rund 50 Raketen aus dem Nachbarland auf Nordisrael gefeuert. In der Stadt Naharija heulten am Abend Berichten zufolge innerhalb von einer Stunde gleich viermal die Warnsirenen. Auch in anderen Orten in Nordisrael gab es Raketenalarm.

Die israelische Armee warnte am Abend vor Angriffen aus dem Libanon auf andere Gebiete in Israel in den kommenden Stunden. Sie rief die Bevölkerung des ganzen Landes zur Wachsamkeit auf.

Mehr als 300 Tote nach israelischer Angriffswelle im Libanon

19.12 Uhr: Nach der heftigen Angriffswelle des israelischen Militärs auf die libanesische Hauptstadt Beirut und andere Teile des Landes steigt die Opferzahl weiter an. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete, dass die Zahl der Toten auf 303 angestiegen sei. Laut vorläufigen Zahlen wurden 1.150 Menschen verletzt. Damit handelt es sich um den Tag mit der höchsten Opferzahl im Libanon seit Beginn der jüngsten Eskalation Anfang März.

Unter den Getöteten vom Mittwoch seien allein 110 Minderjährige, Frauen und Ältere. Insgesamt wurden dem Ministerium zufolge bisher 1.888 Menschen durch israelische Angriffe seit Ausbruch der Kampfhandlungen am 2. März getötet worden. Mehr als 6.000 Menschen seien verletzt worden.

Rutte kritisiert einzelne Nato-Länder

18.09 Uhr: Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat eine in Teilen zu zögerliche Reaktion der Bündnisstaaten auf den Krieg im Iran kritisiert. „In Bezug auf die logistische und sonstige Unterstützung der Vereinigten Staaten im Iran reagierten einige Verbündete - gelinde gesagt - etwas zögerlich“, sagte Rutte in Washington. Welche Länder er meinte, sagte der Niederländer nicht. Fairerweise müsse man aber anerkennen, dass viele von dem Angriff überrascht gewesen seien, fügte er hinzu.

US-Präsident Donald Trump hatte das Bündnis mehrfach und mit deutlichen Worten dafür kritisiert, dass es sich nicht aktiver im Iran-Krieg einbringe. Streitpunkte waren unter anderem die Nutzung von Militärstützpunkten sowie eine Mission zur Öffnung der Straße von Hormus. Trump ging vor allem Spanien, Frankreich und das Vereinigte Königreich immer wieder an.

Merz zu Trump: Bei Frieden könnte Deutschland Meerenge mit sichern

16.30 Uhr: Die Bundesregierung hat nach Angaben von Kanzler Friedrich Merz (CDU) noch keine Entscheidung über eine mögliche Beteiligung an einem Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus getroffen. Er habe US-Präsident Donald Trump bei einem Telefonat am Mittwoch erneut zugesichert, „dass Deutschland nach einem Friedensschluss helfen wird, die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus zu sichern“, sagte Merz am Donnerstag in Berlin. Dafür gebe es aber mehrere Voraussetzungen.

Merz nannte konkret „ein tragfähiges Konzept“, ein internationales Mandat möglichst des UN-Sicherheitsrats sowie einen Beschluss des Bundestags. „Das weiß der amerikanische Präsident, und deswegen sind von uns innerhalb weniger Tage hier keine Entscheidungen zu erwarten“, sagte der Kanzler. „Das müssen wir vorbereiten.“

Bundesregierung nimmt Gespräche mit Iran wieder auf

16.20 Uhr: Die Bundesregierung sucht nach der Vereinbarung einer Waffenruhe im Iran-Krieg wieder das direkte Gespräch mit Teheran. „Nach langem Schweigen, für das es auf unserer Seite schwerwiegende Gründe gab, nehmen wir als Bundesregierung jetzt auch die Gespräche mit Teheran wieder auf“, kündigte Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin an. Dies geschehe in Abstimmung mit den USA und den europäischen Partnern.

„Unser Ziel ist, auf diesem Weg auch einen eigenen Beitrag zum Erfolg der anstehenden Verhandlungen zu leisten“, sagte der Kanzler mit Blick auf die bevorstehenden Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Er werde dazu heute noch mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif telefonieren.

Straße von Hormus: Laschet weist Gebührenforderung zurück

10.05 Uhr: Inakzeptabel und eine Gefahr für den Welthandel: CDU-Außenpolitiker Armin Laschet weist iranische Forderungen nach Gebühren in der Straße von Hormus zurück. „Keine Piraterie mit Staatswappen!“, schrieb Laschet am Donnerstag auf der Plattform X.

„Jede Art von Schiffsmaut oder militärischer Kontrolle in der Straße von Hormus durch einzelne Länder würde die Grundlagen des Welthandels erschüttern“, fügte Laschet hinzu und warnte vor „katastrophalen“ weltweiten Konsequenzen für die internationale Seefahrt und freie Handelswege.

Spritpreise sinken um rund drei Cent

9.40 Uhr: Zum ersten Mal seit fast zwei Wochen sind sowohl Superbenzin der Sorte E10 als auch Diesel deutlich billiger geworden. Der Preis für einen Liter E10 lag nach Daten des ADAC im bundesweiten Tagesdurchschnitts des Mittwochs bei 2,155 Euro. Das waren 3,3 Cent weniger als am Vortag.

Bei Diesel ging es um 2,8 Cent auf 2,419 Euro nach unten - das war der erste Rückgang nach zwölf Anstiegen in Folge. Benzin hatte sich bereits am Dienstag minimal verbilligt.

Eine Zapfpistole mit der Aufschrift „Super 95“ steckt an einer Tankstelle in der Tanköffnung eines Fahrzeugs. (Archivbild)

Eine Zapfpistole mit der Aufschrift „Super 95“ steckt an einer Tankstelle in der Tanköffnung eines Fahrzeugs. (Archivbild)

Der Rückgang an der Zapfsäule folgt auf einen sehr viel stärkeren Absturz der Ölpreise am Mittwoch, nachdem sich die Situation im Nahen Osten entspannt hatte. Experten gehen davon aus, dass es einige Zeit dauern kann, bis die Auswirkungen vollständig an den Tankstellen ankommen.

Trauerfeier für getöteten Chamenei in Teheran

9.05 Uhr: In der iranischen Hauptstadt Teheran haben sich Regierungsanhänger zu Trauerfeiern für den im Krieg getöteten Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei versammelt. Der staatliche Rundfunk zeigte Bilder aus dem Stadtzentrum der Millionenmetropole, wo Menschenmassen um ihn trauerten. Die Zeremonien fallen mit dem Ende der vierzigtägigen Trauerzeit zusammen, die im schiitischen Islam Tradition hat. Den Beginn der Umzüge in Teheran um 9.40 Uhr (Ortszeit) wählten die Organisatoren bewusst. Es war der Zeitpunkt, als am 28. Februar Israel Chameneis Amtssitz in Teheran bombardierte.

Eine Frau hält ein Poster des verstorbenen iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei in die Höhe, während sie am Trauerzug für hochrangige iranische Militärs und Zivilisten teilnimmt.

Eine Frau hält ein Poster des verstorbenen iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei in die Höhe, während sie am Trauerzug für hochrangige iranische Militärs und Zivilisten teilnimmt.

Morgen ist für Chamenei ein Freitagsgebet in Teheran geplant. Noch ist unklar, wer es leiten soll. Sein Sohn und Nachfolger Modschtaba hat sich seit seiner Wahl zum neuen Staatsoberhaupt nicht öffentlich gezeigt. Zudem gibt es Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, von schweren Verletzungen ist die Rede. Unklar bleibt auch, wann Chamenei beerdigt wird. Offiziell soll der frühere Religionsführer, der den Iran mit harter Hand regiert hat, in seiner Heimatstadt Maschhad im Nordosten begraben werden. (red/afp/dpa)