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Kritik auch an Faeser Katars Energieminister spricht von einer „180-Grad-Wende“ Habecks

Saad Scherida Al-Kaabi

Saad Scherida Al-Kaabi

Deutschland bekommt Flüssiggas aus Katar. Für diesen Deal muss Robert Habeck viel Kritik in Deutschland einstecken. Nun teilt der Energieminister Katars gegen die Bundesregierung aus.

Der katarische Energieminister Saad Scherida Al-Kaabi hat sich kritisch über die deutsche Politik und die westliche Haltung zu seinem Land geäußert. Er lehnte Änderungen im Umgang mit homosexuellen Menschen in seinem Land infolge der Fußball-WM ab. „Als Muslime glauben wir daran, dass LGBTQ nicht akzeptabel ist in unserer Religion“, sagte Al-Kaabi am Dienstag dem Sender „Bild TV“. Der Minister weiter: „Das islamische Gesetz akzeptiert LGBTQ nicht.“ Die englische Abkürzung LGBTQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer.

Nicht nur beim Thema gesellschaftliche Öffnung machte Al-Kaabi keine Zugeständnisse, er äußerte sich auch kritisch über die Bundesregierung. Zwar betont der Politiker immer wieder, man habe „gute Beziehungen zu deutschen Unternehmen und zur deutschen Regierung“, allerdings wird insbesondere Robert Habecks (Grüne) Kritik an der Fußball-WM im Wüstenstaat nicht gern gesehen. Habeck hatte die Weltmeisterschaft in Katar bereits im November als „bekloppte Idee“ bezeichnet, die eigentlich nur mit Korruption begründet sein könne.

Al-Kaabi will Korruptionsbeweise von Robert Habeck sehen

Im „Bild TV“-Interview sagte Al-Kaabi nun, Habeck solle doch Beweise für seinen Korruptionsvorwurf vorlegen. Habeck solle „mehr Respekt vor Katar und der katarischen Bevölkerung haben“, so der Minister. Auch Innenministerin Nancy Faesers (SPD) Erscheinen mit „One Love“- Binde auf der Tribüne beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft kritisierte Al-Kaabi als respektlos: „Wenn ich als Regierungsvertreter ein anderes Land besuche und weiß, dass das Land von einer speziellen Geste angegriffen ist, dann würde ich das respektieren“, meinte der katarische Politiker.

Robert Habeck und Scheich Mohammed bin Hamad bin Kasim al-Abdullah Al Thani, Minister für Handel und Industrie von Katar

20. März 2022: Robert Habeck und Scheich Mohammed bin Hamad bin Kasim al-Abdullah Al Thani, Minister für Handel und Industrie von Katar

Unangenehm für Habeck: Al-Kaabi bestritt, dass es beim Besuch des Wirtschaftsministers in Katar im März überhaupt um Menschenrechte gegangen sei. Die Gespräche hätten sich nur um die Gaslieferungen gedreht. Damals war der Deal mit dem Emirat eingeleitet worden, und es entstand das Bild von Habeck, wie er sich vor Scheich Mohammed bin Hamad bin Kasim al-Abdullah Al Thani scheinbar verneigt. Habeck und sein Ministerium hatten stets betont und beharren weiter darauf, auch die Menschenrechtsfrage angesprochen zu haben.

Al-Kaabi teilte im Interview weiter aus: Katar hätte schon früher versucht, Gas nach Deutschland zu exportieren. Dies sei aber wegen des „Grünen-Drucks“ nicht möglich gewesen. Nun habe die Bundesregierung aufgrund des Ukraine-Kriegs „eine 180-Grad-Wende hingelegt“. (cme, mit dpa/afp)