Abo

Wowereits ernüchternde BilanzEx-Bürgermeister sieht gesellschaftliche Rückschritte

2 min
Klaus Wowereit

25 Jahre nach seinem «Das ist auch gut so»-Coming-out sieht Klaus Wowereit immer noch Anfeindungen gegen Homosexuelle selbst in der oft toleranten Stadt Berlin. (Archivbild)

25 Jahre nach seinem Outing warnt Klaus Wowereit vor gesellschaftlichen Rückschritten und wachsender Intoleranz.

Klaus Wowereit (72), ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin, beobachtet eine alarmierende Tendenz: Die Intoleranz gegen Lesben und Schwule nimmt wieder zu. Was sind die Ursachen?

Ein Vierteljahrhundert nach seinem öffentlichen Bekenntnis zur eigenen Homosexualität konstatiert der ehemalige Regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit (72), teilweise eine negative Entwicklung bei der Gleichstellung von Schwulen und Lesben. „Es gibt Fortschritte, vor allem im rechtlichen Bereich. Gleichzeitig sehen wir aber auch gesellschaftliche Rückschritte“, äußerte Wowereit in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Nach seiner Wahrnehmung würden Intoleranz, Feindseligkeiten und Attacken erneut ansteigen. „Das ist auch in einer toleranten Stadt wie Berlin ein großes Problem“, fügte Wowereit hinzu.

Zunehmende Intoleranz als ernste Gefahr

Die Gesellschaft sei gefordert, wachsam zu sein und derartige Ausprägungen von Diskriminierung und Hass nicht zu dulden. „Da waren wir schon mal weiter. Die Intoleranzen sind nicht weg, sondern werden teilweise geschürt und verstärkt. Das ist eine Entwicklung, die man sehr ernst nehmen muss“, unterstrich der frühere Politiker.

Als Ursachen führte Wowereit Befürchtungen in Bevölkerungsgruppen an, welche von gewissen Parteien für politische Zwecke genutzt würden. Kulturelle sowie religiöse Einflüsse kämen erschwerend hinzu. „Wenn in bestimmten Religionen offen gegen Homosexualität gepredigt wird, dann braucht man sich auch nicht zu wundern, dass junge Männer diese Haltung übernehmen.“

Historischer Satz machte ihn 2001 bekannt

Große Bekanntheit erlangte Wowereit durch eine Ansprache am 10. Juni 2001 bei einem außerordentlichen Parteitag der SPD in Berlin. Seine damaligen Worte waren: „Damit auch keine Irritationen hochkommen, liebe Genossinnen und Genossen, ich sag's euch auch und wer's noch nicht gewusst hat: Ich bin schwul, und das ist auch gut so, liebe Genossinnen und Genossen.“

Er bekleidete das Amt des Regierenden Bürgermeisters von Berlin im Zeitraum von Juni 2001 bis Dezember 2014. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.