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Keine Entwarnung beim KlimaWorst-Case-Szenario abgeschwächt, 1,5-Grad-Ziel wackelt

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Schmelzender Gletscher auf der Zugspitze

Der Klimawandel trifft auch Deutschland. Hier ein schmelzender Gletscher auf der Zugspitze.

Klimaforscher korrigieren Prognosen: Das schlimmste Szenario ist weniger drastisch, das 1,5-Grad-Ziel aber kaum zu halten.

Aufgrund des beschleunigten Zuwachses bei erneuerbaren Energien haben Klimawissenschaftler ihre Prognose für das schlimmstmögliche Erwärmungsszenario nach unten revidiert. Eine Entwarnung sei dies jedoch keineswegs, unterstreichen sowohl die beteiligten Experten als auch das Bundesumweltministerium übereinstimmend.

Parallel dazu mussten die Forscher die optimistischste Prognose bis zum Ende des Jahrhunderts verschärfen. Ihren Annahmen zufolge wird das Ziel, die globale Erwärmung auf unter 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Epoche zu beschränken, zumindest temporär verfehlt werden. Die aktualisierten Prognosen stammen von Forschern des World Climate Research Programme; ihre Analysen sind eine wesentliche Grundlage für die UN-Klimaberichte und die Verhandlungen bei Weltklimakonferenzen.

Ausbau erneuerbarer Energien als entscheidender Faktor

Die Ursachen für die Neubewertung erläutert der Hauptverfasser der Studie, der niederländische Wissenschaftler Detlef van Vuuren. Er führt dies unter anderem auf die reduzierten Preise für regenerative Energien zurück, deren Verbreitung in der jüngeren Vergangenheit die Erwartungen übertroffen hat. Dennoch bleiben die Auswirkungen selbst bei diesem moderateren Szenario mit einer prognostizierten Erwärmung von 3,5 Grad bis zum Jahr 2100 erheblich.

Am anderen Ende des Spektrums gestalten sich nun auch die hoffnungsvollsten Zukunftsaussichten pessimistischer als zuvor. Da die Emissionen von Treibhausgasen in den letzten Jahren weiter zugenommen haben, sei es nicht mehr realisierbar, die Erderwärmung durchgehend unter der 1,5-Grad-Grenze zu halten. Welches Szenario sich am Ende bewahrheitet, wird maßgeblich von der Effektivität der von den Nationen ergriffenen Klimaschutzinitiativen bestimmt.

Ministerium warnt vor Folgen – Trump spricht von „Alarmismus“

Das Bundesumweltministerium betrachtet die Abmilderung des pessimistischsten Szenarios als einen Erfolg der Klimapolitik. Gleichzeitig mahnt die Behörde, die Konsequenzen einer Erwärmung um 1,5 Grad nicht zu bagatellisieren. „Was eine Welt allein mit 1,5-Grad Erwärmung bedeutet, ahnen wir bereits heute: mehr Dürren, Hitzewellen, Waldsterben, Überschwemmungen oder anderen Wetterextreme“, so das Ministerium.

US-Präsident Donald Trump begrüßte die Anpassung der Prognose auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social. Er interpretierte sie als ein angebliches Schuldeingeständnis, dass frühere Vorhersagen inkorrekt gewesen seien, und sprach von „Klima-Alarmismus“. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.