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Freude über Steinmeier-Besuch„Nicht willkommen“ – Gamescom erteilt AfD deutliche Absage

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird bei einem Rundgang über die Gamescom am Nintendo-Messestand von Prinzessin Peach begrüßt, einer Figur aus der Super-Mario-Reihe.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird bei einem Rundgang über die Gamescom am Nintendo-Messestand von Prinzessin Peach begrüßt, einer Figur aus der Super-Mario-Reihe.

Die AfD ist auch bei der Gamescom Thema: Dort will man nichts mit ihr zu tun haben – und freut sich über den Besuch des Bundespräsidenten. 

Bei der Computerspiel-Messe Gamescom haben Vertreter der AfD nach Ansicht der Veranstalter nichts verloren. „Diejenigen, die demokratische Prinzipien und eine offene Gesellschaft bekämpfen, so wie die AfD es tut, die sind nicht unser Partner und die sind auf einer Gamescom nicht willkommen“, sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes Game, Felix Falk, in Köln.

Deutschland sei ein Land, in dem Vielfalt, Gleichberechtigung und demokratische Rechte hochgehalten und beschützt werden. „Wir treten ein für die freiheitlich-demokratische Grundordnung und den Rechtsstaat, wir treten ein für Vielfalt und das respektvolle Miteinander unterschiedlicher Perspektiven und wir treten ein für eine offene Gesellschaft.“

Gamescom-Veranstalter wollen Brandmauer zur AfD beibehalten

Im Verband Game hat sich Deutschlands Branche für Computer- und Videospiele organisiert. Der Verband ist auch mit der Politik in Kontakt, damit die Interessen der Branche angemessen zur Geltung kommen in der Gesetzgebung und in der öffentlichen Debatte. Schon vor längerer Zeit hat sich Game selbst auferlegt, kein Gespräch mit der AfD zu suchen und zu Veranstaltungen keine AfD-Politiker einzuladen. 

Felix Falk (l.), Geschäftsführer des Branchenverbandes Game, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Leiter der Staatskanzlei NRW, Nathanael Liminski bei der Gamescom.

Felix Falk (l.), Geschäftsführer des Branchenverbandes Game, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Leiter der Staatskanzlei NRW, Nathanael Liminski bei der Gamescom.

Bereits vor der Eröffnung der Computerspiel-Messe in Köln, hatte Falk seine Haltung in einem Interview mit „Heise“ bekräftigt – und erklärt, dass es bei der Gamescom auch in Zukunft eine Brandmauer gegenüber der AfD geben wird. „Überall, wo wir Veranstalter sind, laden wir sie deshalb nicht zu unseren Veranstaltungen ein, weil das schlicht überhaupt nicht zu unseren Werten passt. Das ist schon seit Jahren der Fall und wird auch weiterhin so sein“, erklärte Falk. 

Gamescom: Freude über Besuch des Bundespräsidenten in Köln

Dass mit Frank-Walter Steinmeier erstmals ein Bundespräsident den Gamescom Congress eröffnet habe, sei ein Beleg für den Stellenwert, den Computerspiele mittlerweile erlangt hätten, erklärte Falk außerdem. „Das Interesse an Kultur ist beim aktuellen Bundespräsidenten sehr hoch. Trotzdem gingen dem viele Gespräche voraus, vor allen Dingen die Erkenntnis, dass neben der technologischen, wirtschaftlichen und kulturellen Kraft und Bedeutung von Games auch das gesellschaftspolitische Potenzial extrem hoch ist“, erklärte er.

Mit dem „Schwerpunkt auf Demokratie“ habe die Gamescom in diesem Jahr sehr gut zu einem Besuch Steinmeiers gepasst, so Falk, „weil das auch dem Bundespräsidenten ein sehr großes Anliegen ist.“ Es sei deshalb ein „sehr gutes Match“. Die Potenziale von Games in der Demokratie und auch die der Games-Community müssten viel stärker genutzt werden, fügte Falk hinzu.

Frank-Walter Steinmeier findet auch kritische Worte

Steinmeier nutzte seinen Besuch bei der Games am Donnerstag derweil auch für kritische Worte. „Gerade weil Computer- und Videospiele so allgegenwärtig geworden sind, müssen wir auch über die Schattenseiten dieser Entwicklung sprechen, sachlich, ehrlich und differenziert“, sagte der Bundespräsident bei der Eröffnung des Kongressprogramms in Köln.

27.08.2026, Nordrhein-Westfalen, Köln: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht während einer Diskussionsrunde auf der weltgrößten Computer- und Videospielmesse Gamescom. Foto: Christoph Reichwein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht während einer Diskussionsrunde auf der weltgrößten Computer- und Videospielmesse Gamescom.

Es brauche „klare Regeln, um die Gewaltverherrlichung, die Verbreitung von extremistischen und demokratiefeindlichen Inhalten zu verhindern – auch in Video- und Computerspielen –, und das gerade in einer Zeit, in der auch unsere Demokratie stärker bedroht ist und angefochten wird“, so Steinmeier.

Steinmeier über Gamer: „Klischee wird der Wirklichkeit nicht gerecht“

Grundsätzlich wertete Steinmeier Gaming jedoch positiv – er selbst ist nach eigener Aussage zwar kein Gamer, Computerspiele seien aber fester Bestandteil des kulturellen Lebens geworden, sagte er. „Das Klischee des nerdigen Teenagers, der – rund um die Uhr, mit Junkfood und Energy-Drinks – in seiner abgedunkelten Bude zockt, wird der Wirklichkeit nicht gerecht.“

Allein in Deutschland spielten mehr als 40 Millionen Menschen – „manche regelmäßig, einige exzessiv, viele nur gelegentlich“, betonte der Bundespräsident. Es seien Frauen und Männer gleichermaßen, Junge und „nicht mehr ganz so Junge“, fügte Steinmeier hinzu. „Games sind längst in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen.“ In ihrer Gesamtheit seien Spiele kulturrelevant und damit auch relevant für Demokratie – „das gilt im Guten wie im Schlechten“. (mit dpa)