Abo

Kölner Studie zeigtPolitik wird zum Ausschlusskriterium bei der Partnersuche

3 min
Illustration - Dating-Apps

Politische Vorlieben sind auf Dating-Apps ein wichtiges Auswahlkriterium - zumindest in den USA, wie eine Kölner Studie zeigt. (Archivbild)

Eine Kölner Studie zeigt: Die politische Einstellung wird bei der Partnersuche immer wichtiger und führt oft zur Ablehnung.

Die politische Einstellung wird bei der Partnersuche im Internet immer wichtiger. Eine von Kölner Soziologen durchgeführte Untersuchung belegt, welchen Einfluss diese Information auf die Wahl potenzieller Partner hat. Für die Vereinigten Staaten zeigt die Analyse, dass Anhänger der Demokraten Bewerber aus dem Lager der Republikaner häufig ablehnen – ein Verhalten, das auch umgekehrt zu beobachten ist. Republikaner zeigten eine eindeutige Präferenz für Gleichgesinnte, während Demokraten gegenüber Profilen ohne politische Angabe eine ähnliche Offenheit wie gegenüber anderen Demokraten an den Tag legten.

Die Forschungsarbeit stammt von den Soziologen Ansgar Hudde und Shannon Taflinger, die am Department für Soziologie und Sozialpsychologie der Universität zu Köln arbeiten. Publiziert wurden die Ergebnisse im Fachjournal „European Sociological Review“. Im Zuge eines Online-Experiments beurteilten 1097 US-Bürger zwischen 20 und 33 Jahren fiktive Profile, wie sie auf Dating-Plattformen wie Tinder, Bumble oder Hinge gängig sind.

Politische Haltung als entscheidendes Kriterium

Die vorgestellten Profile waren entweder mit „Demokrat“ oder „Republikaner“ gekennzeichnet oder enthielten keine Auskunft über die politische Gesinnung. „Junge Amerikanerinnen und Amerikaner haben wenig Interesse an einem Kennenlernen mit politisch Andersdenkenden“, resümiert Hudde die Resultate. „Das liegt vor allem daran, dass sie denken: Wir passen bei Werten und Lebensstil nicht zusammen.“

Teilnehmer der Studie gaben Personen mit abweichender politischer Meinung durchgängig eine schlechtere Bewertung. Dies betraf laut den Forschern sämtliche untersuchten Aspekte, angefangen bei der Intelligenz über Merkmale wie Aufrichtigkeit und Sympathie bis hin zur angenommenen Übereinstimmung bei Wertvorstellungen und Lebensführung.

Demokratinnen zeigen sich besonders selektiv

Bei Frauen mit demokratischer Gesinnung war der Einfluss der Politik auf die Partnerwahl am deutlichsten. Ihre Aversion gegenüber dem anderen politischen Lager fiel rund viermal stärker aus als bei republikanischen Männern oder Frauen. „Die Studie zeigt, dass Menschen von der politischen Ausrichtung her auf eine ganze Reihe anderer Eigenschaften schließen, etwa Werte, Lebensstil, Charakter“, erklärte Hudde gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Seiner Ansicht nach erfolgt diese Schlussfolgerung jedoch oft überhastet. Die Menschen seien in Wirklichkeit nicht so stereotyp, wie es die politischen Kategorien suggerieren.

Vergleichbare Tendenzen in Deutschland

Hudde erkennt zudem Ähnlichkeiten mit dem Dating-Verhalten hierzulande. Die Gesellschaft in Deutschland sei zwar nicht in dem Maße polarisiert wie in den USA. Ferner biete das deutsche Parteiensystem mehr Nuancen als die politische Landschaft der USA, die von Demokraten und Republikanern geprägt ist. „Doch auch hier dürften viele Menschen Leute aus politischen Gründen von vornherein aussortieren“, äußerte Hudde.

Eine spezielle Entwicklung in Deutschland sei dabei, dass junge Frauen in letzter Zeit signifikant linker stimmten als junge Männer. „Dieser politische Gender Gap war noch nie so groß wie heute, und das dürfte die Partnersuche auch bei uns noch komplizierter machen.“ (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.