Friedrich Merz mag Teile der Union elektrisieren, die sie sich ein klares Wirtschaftsprofil und mehr konservative Schärfe wünschen. Ein personeller Neuanfang ist mit dem streitbaren Sauerländer aber nicht verbunden. Dieses Versprechen kann Friedrich Merz im Wahlkampf-Team von Armin Laschet - bei allem Respekt - nicht einlösen.
Ihn einzubinden mag für den Moment die CDU nach innen befrieden und den Wahlkämpfern in Sachsen-Anhalt vor dem Urnengang Anfang Juni etwas Mut machen. Um der frischen Kandidatur der Grünen Annalena Baerbock zu begegnen, muss mehr passieren.
Die CDU ist personell ausgezehrt. Im Kabinett von Angela Merkel gibt es keinen einzigen Minister und keine einzige Ministerin, nach deren Besuch am Wahlkampfstand sich die Mitglieder gerade dringend sehnen würden. Da ist keiner mehr, der für neue Ideen, eine neue Sprache, einen Aufbruch nach der langen Pandemie stehen könnte.
In der zweiten Reihe allerdings gibt es eine ganze Reihe von Talenten, auch Frauen, die längst auf ihre Chance warten. Das Ende der Merkel-Ära nach 16 Jahren bietet für die CDU die Chance zum Generationenwechsel. Was Armin Laschet wirklich meint, wenn er sagt, dass er die Partei in ihrer Vielfalt einbinden will, muss er jetzt zeigen. Ein Team, das sich vor allem nach Regionalproporz und Parteihierarchie ausrichtet, wäre jedenfalls nicht das Gebot der Stunde.
Mindestens genauso dringend braucht die Partei ein anspruchsvolles Programm für die nächsten Jahre. Die inhaltliche Leere, die sich derzeit auftut, macht die CDU angreifbar. Die Wähler wollen wissen, wie sie aussehen wird, die neue CDU ohne Angela Merkel.

