Das Problem einer schlechter werdenden ärztlichen Versorgung auf dem Land ist seit Jahren bekannt. Die Situation wird sich noch weiter zuspitzen, da bald besonders viele ältere Ärzte in den Ruhestand gehen werden, von denen längst nicht alle Nachfolger für ihre Praxen finden werden.
Finanzielle Anreize sind ein bewährtes Hausmittel. Die Kassenärztlichen Vereinigungen sollten intern umverteilen - von den Facharztpraxen in bester Innenstadtlage hin zu den Hausärzten und den Grundversorgenden auf dem Land. Zudem bedarf es einer Entstaubung des Bilds vom immer im Dienst befindlichen Hausarzt, der mit seiner Ledertasche übers Land reist. Die jüngeren Ärzte und insbesondere die Ärztinnen setzen heute mehr auf Kooperation mit den Kollegen und Absprachen für Praxisvertretungen. Viele wünschen Teilzeitregelungen und lassen sich auch nur auf dem Land nieder, wenn gute Schulen für ihre Kinder in der Nähe sind. Eine gute hausärztliche Versorgung auf dem Land ist also mehr als die Frage von ausreichend ausgebildeten Medizinern. Sie muss Teil eines Gesamtkonzepts zur Stärkung ländlicher Räume sein.
Auch die Mediziner müssen umdenken. An vielen Universitäten führt die Allgemeinmedizin das Dasein eines Mauerblümchens. Für die breite Gesundheitsversorgung der Menschen aber ist die Allgemeinmedizin die wichtigste Grundlage.
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