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Kommentar zum Tod von IS-Anführer al-BagdadiDer „Kalif“ ist tot, seine Ideologie lebt

2 min
al Baghdadi afp

IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi ist in Syrien getötet worden.

  1. Der Chef der Terrormiliz IS, Abu Bakr al-Bagdadi, ist bei einem Militäreinsatz der USA getötet worden.
  2. Doch sein Tod ist nicht das Ende des Islamischen Staates.
  3. Denn es braucht mehr als ein paar Hubschrauber, um dieses Problem zu lösen, kommentiert Thomas Seibert.

Der Tod von IS-Chef Abubakr al-Baghdadi bei einem Angriff von US-Elitetruppen in Syrien ist eine wichtige Zäsur im Kampf gegen die Terrormiliz. Baghdadi war Gründer und Gesicht der Gruppe, die in den vergangenen Jahren die ganze Welt in Angst und Schrecken versetzte. Doch Baghdadis Tod in einem Tunnel nahe der türkischen Grenze ist nicht das Ende des Islamischen Staates. Die Gründe, die den Aufstieg des IS ermöglichten, bestehen auch nach dem US-Angriff auf den Extremistenchef fort.

Beispiel Irak: ein von blutigen Konflikten zwischen Schiiten und Sunniten und massiver Korruption gezeichneter Staat mit schwachen Institutionen, in dem Extremisten immer wieder neue Anhänger finden. Die Fehlentwicklungen reichen bis zur amerikanischen Invasion gegen Saddam Hussein vor 16 Jahren zurück. Es ist kein Zufall, dass Baghdadi ein Iraker war. Beispiel Syrien: ein Bürgerkriegsland, in dem auch nach mehr als acht Jahren Krieg mit mehreren hunderttausend Todesopfern keine Lösung in Sicht ist. In anderen Gegenden des Nahen Ostens halten sich autoritäre Regime mit massivem Druck auf Andersdenkende an der Macht. Islamische Autoritäten werden in diesen Ländern zu Erfüllungsgehilfen der Regierungen – was die Sehnsucht nach einem „reinen“ Islam stärkt. In Europa fühlen sich Mitglieder muslimischer Minderheiten an den Rand gedrängt und sind leichte Beute für Propagandisten des Terrors.

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Man braucht mehr als ein paar Hubschrauber, um diese Probleme zu lösen. Politische, soziale und wirtschaftliche Veränderungen, die für einen wirklichen Sieg über den IS und seine Ideologie benötigt würden, lassen sich durch den Tod des „Kalifen“ nicht herbeizaubern.