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Krankenhausplan NRW liegt vorPläne schüren Furcht vor Klinik-Kahlschlag

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Mit Blick auf den Krankenhausplan für NRW fürchten Experten einen Kahlschlag. (Symbolfoto)

Düsseldorf – Seit über drei Jahren arbeitet NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) an einem Krankenhausplan, der die Kliniklandschaft an Rhein und Ruhr gesunden lassen soll. Jetzt liegt sein 379-seitiges Rahmenkonzept vor. Die einen lesen es als notwendige Strukturveränderung, die anderen als unverantwortlichen Kahlschlag.

Krankenhäuser in NRW: Was genau ist das Problem?

In NRW gibt es 337 Krankenhäuser mit rund 286.000 Beschäftigten, 114.900 Betten und rund vier Millionen Patienten pro Jahr. Da medizinische Leistungen sehr unterschiedlich honoriert werden, haben es kleine Häuser ohne hohe Operationszahlen oft schwer.

Hinzu kommt: Den NRW-Krankenhäusern fehlen Jahr für Jahr rund 1,2 Milliarden Euro an Investitionsmitteln für die Modernisierung von Anlagen und Gebäuden. In den Ballungsräumen konkurrieren oft Krankenhäuser mit identischem Angebot um Patienten, auf dem Land hingegen herrscht Unterversorgung.

Welche Überschrift steht über dem Plan?

„Das System muss für die Menschen da sein und nicht die Menschen für das System.“ Das bedeutet im Kern: Der zum Teil ruinöse marktwirtschaftliche Wettbewerb von Kliniken, in dem der Patient als Wirtschaftsfaktor gilt und die Zahl der Planbetten zählt, soll so umgebaut werden, dass Patienten die bestmögliche Versorgung bekommen. Es geht vor allem um den Bedarf in einer Region.

Wie läuft die Systemumstellung?

Laumann verpflichtet Krankenhäuser und Krankenkassen ab Juni, für 16 Versorgungsgebiete sogenannte regionale Planungskonzepte zu erarbeiten. Dabei müssen sie sich an Qualitätsvorgaben und Fallzahlen halten. Laumann will Behandlungsschwerpunkte erreichen – und so für die Patienten mehr Qualität durch ein höheres Maß an Spezialisierung. Nicht jedes Krankenhaus soll etwa ein paar Operationen pro Jahr im Angebot halten, nur weil die Vergütung vergleichsweise attraktiv ist. Können sich Kassen und Klinikbetreiber nicht einigen, entscheidet das Land.

Krankenhausplan NRW: Wird der Weg zur Klinik länger?

Das kommt darauf an, welche Krankheit man hat. Bestimmte Angebote des „Brot- und Buttergeschäfts“, das sehr viele Menschen benötigen soll es „wohnortnah“ geben. Das heißt, sie müssen für „90 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in NRW innerhalb von 20 Pkw-Fahrzeitminuten“ erreichbar sein. Auf dem Land kann der Krankenbesuch mit Bus und Bahn dann aber auch schon mal erheblich mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Droht ein Klinik-Kahlschlag?

Schwer zu sagen. Der Krankenhausplan sieht vor, dass bei (hoch-)spezialisierten Leistungen „größere Entfernungen akzeptiert werden können“. Das können komplizierte Eingriffe bei Krebs oder Herzerkrankungen sein. Es dürfte aber regional zu Klinikfusionen kommen, um Kosten zu sparen und auf die neuen Fallzahlen zu kommen. Die Uni-Kliniken sind ausgenommen.

Was sagen die Klinikbetreiber?

Matthias Blum, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW), erwartet einen spannenden Abstimmungsprozess. Im Mittelpunkt müsse eine verlässliche und hochwertige Gesundheitsversorgung für die Patienten in allen Regionen des Landes stehen. „Das heißt eben auch, dass die Krankenhäuser durch einen vom Land möglicherweise veränderten Versorgungsauftrag nicht in eine wirtschaftliche Schieflage geraten dürfen“, sagte Blum. Corona habe allen vor Augen geführt, „wie wichtig belastbare wohnortnahe Versorgungsstrukturen sind“.

Was fürchten die Krankenhaus-Beschäftigten?

Die Sorge, dass Abteilungen geschlossen oder in größeren Verbünden zusammengelegt werden, ist vielerorts vorhanden. „Die Umsetzung wird zu einer Vielzahl von Umstrukturierungen und Zentralisierungsprozessen der Krankenhauslandschaft in NRW führen. Das bedeutet: bei ohnehin zu geringer Personalausstattung werden eingespielte Systeme im laufenden Geschäft auseinandergerissen werden“, sagte eine Verdi-NRW-Sprecherin.

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Was kritisiert die Opposition?

SPD-Chef Thomas Kutschaty spricht von einer „Anleitung zum Schließen von Krankenhäusern“. Um die neuen Qualitätskriterien und Anforderungen zu erfüllen, müssten die Kliniken jetzt massiv in einen Umstrukturierungsprozess investieren. Dafür brauche es Geld, das insbesondere kleinere Häuser aber nicht hätten und das vom Land auch nicht zur Verfügung gestellt werde.