Israel und die USA setzen ihre Angriffe auf den Iran fort. Berlin will Touristen aus dem Nahen Osten zurückholen. Alle Infos im Liveblog.
Krieg in NahostPistorius lehnt deutsche Beteiligung am Krieg ab – Pentagon untersucht Angriff auf Schule

Boris Pistorius (SPD), Bundesminister der Verteidigung, spricht während der Aktuellen Stunde im Deutschen Bundestag.
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Dem Militär der USA und Israels ist im Iran ein „Enthauptungsschlag“ gelungen: Gezielt wurden Ali Chamenei und andere Führungsfiguren des Regimes getötet. Irans Streitkräfte feuern Raketen auf Israel ab, auch zahlreiche arabische Staaten geraten unter Beschuss durch den Iran. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.
4. März 2026
Pistorius lehnt deutsche Beteiligung am Iran-Krieg ab
17.29 Uhr: Verteidigungsminister Boris Pistorius hat einen Einsatz der Bundeswehr im Iran-Krieg strikt abgelehnt. „Deutschland ist nicht Kriegspartei. Die deutsche Bundeswehr wird sich an diesem Krieg nicht beteiligen“, sagte der SPD-Politiker in einer Aktuellen Stunde des Bundestags. Oberste Priorität für die Bundesregierung habe nun der Schutz der deutschen Bürger sowie Soldatinnen und Soldaten in der Region, in der die Lage hochdynamisch und gefährlich sei.
Pentagon untersucht Angriff auf Schule im Iran
16.57 Uhr: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat nach Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Süden des Irans eine Untersuchung angekündigt. „Alles, was ich sagen kann, ist, dass wir das untersuchen“, sagte Hegseth bei einer Pressekonferenz zur US-Militäroperation gegen den Iran. „Wir greifen natürlich niemals zivile Ziele an.“

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth spricht während einer Pressekonferenz im Pentagon.
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Der Minister äußerte sich damit zu Medienberichten über einen Angriff auf eine Schule am Samstag. Berichten zufolge wurden mehr als 160 Menschen getötet, die meisten davon Kinder. Die Schule liegt nahe einer Anlage der Revolutionsgarden; internationale Medien fanden bislang jedoch keine Hinweise auf eine militärische Nutzung des Schulgebäudes. Weitere Details zu möglichen Verantwortlichen oder zur eingesetzten Munition nannte er nicht.
USA kündigen Ausdehnung des Krieges an
16.34 Uhr: Die USA haben eine neue Phase im Krieg gegen den Iran angekündigt. US-Generalstabschef Dan Caine erklärte am Mittwoch, dass die USA nach der Erlangung der Lufthoheit über dem Iran „nun mit der Ausdehnung ihrer Operationen ins Landesinnere beginnen werden“.
„Die US-Streitkräfte werden zunehmend tiefer in iranisches Territorium vordringen und sich dadurch zusätzliche Manövrierfreiheit verschaffen“, fügte Caine hinzu. Zuvor hatte auch der amerikanische Kriegsminister Pete Hegseth erklärt, die US-Militäroperation befinde sich noch in der Anfangsphase.
„Wie Präsident Trump bereits sagte, werden weitere und größere Wellen kommen“, sagte Hegseth laut dem Sender CNN. „Wir stehen erst am Anfang. Die Entwicklung beschleunigt sich, sie verlangsamt sich nicht.“ Der Kriegsminister wählte zudem martialische Worte: „Das sollte nie ein fairer Kampf werden, und es ist auch kein fairer Kampf“, sagte Hegseth. „Wir schlagen auf sie ein, während sie am Boden liegen, und genau so sollte es sein.“
Gefangene sitzen ohne Essen im Evin-Gefängnis in Teheran fest
16.19 Uhr: Seit dem Beginn des Kriegs im Iran werden die Gefangenen im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran weitgehend sich selbst überlassen und nicht mehr mit Essen versorgt. Die Gefängniswärter seien geflohen und hätten den Häftlingen nur Brot dagelassen, sagte die Frau des iranisch-schwedischen Wissenschaftlers Ahmadreza Djalali, der in der Krankenstation der Haftanstalt festgehalten wird, am Mittwoch.
Vida Mehrannia sagte, sie habe am Dienstag „zwei Minuten“ lang mit ihrem Mann telefonieren können. Er habe ihr in dem kurzen Telefonat gesagt, „dass sie kein Essen haben, dass die Lage wirklich schlimm ist und sie Angst davor haben, was passieren wird“, berichtete Mehrannia. Vor dem Gefängnis seien immer noch Wachen postiert, „aber im Gefängnis selbst haben sie die Tür abgeschlossen und sind gegangen“. Angesichts von Luftangriffen in der Umgebung der Haftanstalt seien viele Häftlinge „verzweifelt“ und „sehr gestresst“. Der 54-jährige Djalali war 2017 im Iran wegen Spionagevorwürfen zum Tode verurteilt worden. Schweden hatte dem Iraner nach seiner Inhaftierung die schwedische Staatsbürgerschaft verliehen.
Neue massive Angriffe – Mädchen in Kuwait getötet
15.32 Uhr: Die gegenseitigen Angriffe im Iran-Krieg sind am Mittwoch mit unverminderter Härte fortgesetzt worden: Die israelische Luftwaffe flog nach Armeeangaben eine weitere Angriffswelle auf „dutzende Ziele“. Die iranischen Revolutionsgarden feuerten ihrerseits nach eigenen Angaben mehr als 40 Raketen auf Ziele Israels und der USA in der Golfregion ab. In Kuwait wurde ein elfjähriges Mädchen durch herabfallende Trümmer getötet.

Rauch steigt nach einem Angriff auf die iranische Hauptstadt Teheran auf.
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Türkei fängt iranische Rakete ab
14.02 Uhr: Ein aus dem Iran abgefeuertes Geschoss ist nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums von einem Nato-Abwehrsystem abgefangen worden. Das ballistische Geschoss war in Richtung des türkischen Luftraums unterwegs und durchquerte den Luftraum des Irak und Syriens, wie das Ministerium mitteilte. Ein Teil der Abwehrrakete fiel demnach in der Grenzprovinz Hatay auf eine freie Fläche, es gab keine Verletzten. Der Kommunikationschef des Präsidialamts, Burhanettin Duran, schrieb auf X, es habe sich um eine Rakete gehandelt.
Iranisches Kriegsschiff von amerikanischem U-Boot versenkt
13.50 Uhr: Ein amerikanisches U-Boot hat laut Angaben von US-Kriegsminister Pete Hegseth die iranische Fregatte „IRIS Dena“ im Indischen Ozean versenkt. Die USA hätten „ein iranisches Kriegsschiff versenkt, das sich in internationalen Gewässern in Sicherheit wähnte“, sagte Hegseth laut einem Bericht von NBC News. „Stattdessen wurde es von einem Torpedo versenkt“, fügte der Kriegsminister hinzu. Es sei „die erste Versenkung eines feindlichen Schiffes durch einen Torpedo seit dem Zweiten Weltkrieg“ gewesen, erklärte Hegseth weiter.
Mindestens 101 Besatzungsmitglieder des iranischen Kriegsschiffs werden nach Medienberichten im Indischen Ozean vor der Küste Sri Lankas vermisst. Auf der Fregatte seien zudem 78 Menschen verletzt worden, berichtete die sri-lankischen Zeitung „Daily Mirror“ unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Verletzte Besatzungsmitglieder seien inzwischen von der sri-lankischen Marine und Luftwaffe gerettet worden. Auf dem Schiff habe sich eine Explosion ereignet, bevor es gesunken sei, hieß es weiter.

Eine israelische Drohne fliegt über einem südlichen Vorort von Beirut. (Archivbild)
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Iran meldet Abschuss von 29 Kampfdrohnen
13.09 Uhr: Der Iran hat nach eigenen Angaben israelische und amerikanische Kampfdrohnen abgeschossen. Die Streitkräfte der mächtigen Revolutionsgarden hätten seit Kriegsbeginn insgesamt 25 israelische Hermes-Drohnen und 4 Kampfdrohnen vom Typ MQ-9 Reaper zerstört, berichtete der staatliche Rundfunk. Bilder der Nachrichtenagentur Tasnim, die den Revolutionsgarden nahesteht, zeigten Trümmer einer Drohne mit hebräischer Schrift auf Bauteilen. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.
Spaniens Regierungschef antwortet Trump: „Nein zum Krieg“
11.05 Uhr: Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez hat mit einem „Nein zum Krieg“ auf die Kritik von US-Präsident Donald Trump an dem Widerstand des Nato-Landes gegen den israelisch-amerikanischen Angriff auf den Iran reagiert. In einer TV-Ansprache forderte er die USA, Israel und den Iran erneut zu einer sofortigen Einstellung der gegenseitigen Angriffe auf. Die Gewalt müsse enden, „bevor es zu spät ist“, sagte Sánchez.
Es sei „naiv zu glauben, dass blinder und unterwürfiger Gehorsam Führung bedeutet“, warnte Sánchez im Hinblick auf Drohungen Trumps. Es gehe um die Achtung des Völkerrechts, „das uns alle, insbesondere die Zivilbevölkerung, schützt.“ Zu glauben, die Welt könne ihre Probleme nur mit Bomben lösen, sei ein Irrtum.
Trump hatte bei einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz Kritik an den Regierungen von Spanien und dem Vereinigten Königreich geübt. „Einige europäische Länder wie Spanien haben sich schrecklich verhalten“, sagte Trump im Weißen Haus mit Blick auf die US-Angriffe auf den Iran. „Spanien hat tatsächlich gesagt, dass wir ihre Stützpunkte nicht nutzen dürfen.“
Lufthansa: Evakuierungsflug landet am Donnerstagmorgen
10.55 Uhr: Der erste Evakuierungsflug im Auftrag der Bundesregierung wird nach Angaben der Lufthansa am frühen Donnerstagmorgen in Frankfurt landen. Der Jet vom Typ Airbus A340-300 soll demnach gegen Mitternacht in Omans Hauptstadt Maskat starten. Die Maschine hat in der Konfiguration der Lufthansa 279 Passagiersitze.
Für diesen ersten Evakuierungsflug der Regierung in der aktuellen Nahost-Krise sollten nach den Worten von Bundesaußenminister Johann Wadephul besonders verwundbare Gruppen ausgewählt werden, wie Schwangere, Kranke oder Kinder. Weitere Flüge seien in den kommenden Tagen geplant. Die übliche Flugzeit zwischen Maskat und Frankfurt beträgt zwischen sieben und acht Stunden.
Erste deutsche Reisende waren bereits am Mittwoch mit Sondermaschinen der Airline Emirates aus Dubai zurückgekehrt. Viele Passagiere zeigten sich sehr erleichtert, wieder in der Heimat zu sein.
Caritas: Eine Million Menschen könnten im Libanon vertrieben werden
9.28 Uhr: Die Caritas äußert sich besorgt über die Lage im Libanon. Die Hisbollah-Miliz greift Ziele im Norden Israels an, im Gegenzug schlägt die israelische Armee zurück. „Bereits die ersten Angriffe haben Tote, eine Vielzahl an Verletzten und eine massive Vertreibung der Bevölkerung im Süden und Osten des Libanons sowie in der Hauptstadt Beirut zur Folge gehabt“, sagt Oliver Müller, Leiter von Caritas international und Vorstand Internationales.
Die Wohltätigkeitsorganisation schätzt, dass es zu mehr als einer Million Binnenvertriebenen kommen wird, da die israelische Armee eine Pufferzone zwischen dem Libanon und Israel einrichten will und für den Südlibanon und die Bekaa-Ebene Evakuierungsanordnungen erlassen hat.
Israel will auch Nachfolger Chameneis töten
8.19 Uhr: Israel hat angekündigt, auch den Nachfolger des Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei töten zu wollen. Das schrieb der israelische Verteidigungsminister Israel Katz am Mittwoch auf der Plattform X. „Jeder vom iranischen Terrorregime ernannte Anführer, der den Plan zur Zerstörung Israels, zur Bedrohung der USA, der freien Welt und der Länder der Region sowie zur Unterdrückung des iranischen Volkes weiterführt, wird ein unmissverständliches Ziel für die Eliminierung sein“, so Katz.
Chamenei, die höchste politische und religiöse Autorität des Iran, war zu Beginn der Angriffe Israels und der USA am 28. Februar getötet worden. Er hatte das Land seit 1989 geführt. Seine Leiche wurde laut israelischen Medienberichten gefunden. Am Mittwochabend soll ein Staatsbegräbnis stattfinden. Chamenei soll in seiner Geburtsstadt Maschhad, der zweitgrößten Stadt des Iran, beigesetzt werden.
USA meldet Tausende Angriffe auf Ziele im Iran
6.15 Uhr: In den vier Tagen seit Beginn des Iran-Kriegs haben die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben fast 2.000 Ziele in der Islamischen Republik angegriffen. Innerhalb von weniger als 100 Stunden seien auch 17 iranische Kriegsschiffe zerstört worden, sagte der Chef des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom), Admiral Brad Cooper, in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video. Unter den angegriffenen Zielen sei auch das einsatzfähigste iranische U-Boot gewesen. Es gehe darum, die gesamte iranische Marine-Flotte zu versenken, bekräftigte er.
Seit Jahrzehnten schikaniere der Iran die internationale Schifffahrt, sagte Cooper. Nun gebe es im Persischen Golf, in der Straße von Hormus und im Golf von Oman kein einziges iranisches Schiff mehr. Zudem seien iranische Luftabwehrsysteme beschädigt sowie Hunderte Abschussvorrichtungen für ballistische Raketen, Drohnen und auch Kommandozentren angegriffen worden. Die US-Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
In der Region seien nun mehr als 50.000 Soldaten, 200 Kampfflugzeuge, 2 Flugzeugträger und mehrere Bomber aus den USA im Einsatz, sagte Cooper. Weitere Einheiten seien auf dem Weg. „Diese Kräfte haben eine massive Schlagkraft und stellen das größte Militäraufgebot der USA im Nahen Osten seit einer Generation dar“, sagte der Admiral. Zuletzt hatten die USA vor mehr als zwanzig Jahren für den Irak-Krieg eine riesige Streitmacht im Nahen Osten zusammengezogen.
Israel meldet „breit angelegte Angriffswelle“
6 Uhr: Die israelischen Streitkräfte nahmen erneut Militäranlagen im Iran unter Beschuss. Die „breit angelegte Angriffswelle“ habe unter anderem Abschussrampen und Luftabwehrsystemen gegolten, teilte das Militär mit. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete von Explosionen in der Hauptstadt Teheran.
Der Iran feuerte seinerseits Raketen auf Israel ab, wie die israelischen Streitkräfte mitteilten. Sie wurden aber erfolgreich abgefangen, wie die Zeitung „Times of Israel“ berichtete. Verletzt wurde demnach niemand.
Seit Kriegsbeginn am Samstag meldeten die israelischen Streitkräfte über 1.600 Einsätze der Luftwaffe. Dabei seien etwa 4.000 Geschosse eingesetzt worden, sagte der israelische Militärsprecher Effie Defrin. Damit sei das Ausmaß der Angriffe schon jetzt größer als während des gesamten zwölftägigen Kriegs im Juni vergangenen Jahres,
Trump will kompletten Handelsstopp mit Spanien
5.30 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat Spanien wegen seiner fehlenden Unterstützung im Iran-Krieg und wegen niedriger Verteidigungsausgaben einen kompletten Handelsstopp angedroht. Spanien verhalte sich „furchtbar“, sagte Trump am Dienstag bei seinem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Weißen Haus. „Wir werden den gesamten Handel mit Spanien einstellen. Wir wollen nichts mit Spanien zu tun haben.“
Die Linksregierung des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez hat den USA nicht erlaubt, in Spanien gelegene Luftwaffenstützpunkte für den Krieg gegen den Iran zu nutzen. Spanien sträubte sich auch gegen das neue Nato-Ziel von Verteidigungsausgaben von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
(red/dpa/afp)


