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Krieg in NahostIran warnt nach Trump-Drohung vor „leichtsinnigen Schachzügen“

7 min
US-Präsident Donald Trump spricht im Oval Office des Weißen Hauses.

US-Präsident Donald Trump spricht im Oval Office des Weißen Hauses.

Irans Revolutionsgarden melden den Tod ihres Geheimdienstchefs. Das Regime und Trump überziehen einander mit Drohungen. Alle Infos im Liveblog.

Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.

6. April

Irans Revolutionsgarden melden Tod ihres Geheimdienstchefs

10.21 Uhr: Irans Revolutionsgarden haben den Tod ihres Geheimdienstchefs bei einem US-israelischen Angriff gemeldet. Der einflussreiche und gebildete Chef des Geheimdienstes des Korps der Islamischen Revolutionsgarden, Madschid Chademi, sei „im Morgengrauen“ bei einem US-israelischen Angriff getötet worden, teilten die Revolutionsgarden am Montag im Onlinedienst Telegram mit. Die Revolutionsgarden sprachen unter Verwendung von Teherans Sprachgebrauch für Israel und die USA von einem „verbrecherischen Terroranschlag des amerikanisch-zionistischen Feindes“.

Rettungskräfte des iranischen Roten Halbmonds räumen mit einem Bulldozer die Trümmer eines Wohnhauses weg, das bei einem amerikanisch-israelischen Angriff getroffen wurde.

Rettungskräfte des iranischen Roten Halbmonds räumen mit einem Bulldozer die Trümmer eines Wohnhauses weg, das bei einem amerikanisch-israelischen Angriff getroffen wurde.

Weitere Hinrichtung nach Protesten im Iran

9.32 Uhr: Der Iran hat ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den jüngsten Massenprotesten vollstreckt. Dem Mann wurde zur Last gelegt, bei den Aufständen im Januar in eine Militäranlage vorgedrungen zu sein, wie die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan berichtete. Drei weitere in dem Prozess verurteilte Männer wurden bereits hingerichtet.

Die Justiz wirft ihnen vor, in einen „militärisch klassifizierten Standort“ der paramilitärischen Basidsch-Miliz in Teheran eingedrungen und dort Feuer gelegt zu haben. Ein versuchter Diebstahl von Waffen soll gescheitert sein.

Menschenrechtler sprachen von einem grob unfairen Prozess. „Diese Hinrichtungen sind Teil der Überlebensstrategie der Islamischen Republik, ein Krieg gegen die eigene Bevölkerung im Schatten äußerer Konflikte“, schrieb Mahmood Amiry-Moghaddam, Direktor der Organisation Iran Human Rights (IHRNGO), auf X.

Dieses am 9. Januar aufgenommene Foto soll Iraner bei einem Protest gegen die Regierung in Teheran zeigen. (Archivbild)

Dieses am 9. Januar aufgenommene Foto soll Iraner bei einem Protest gegen die Regierung in Teheran zeigen. (Archivbild)

Iran reagiert auf Drohungen von US-Präsident Trump

7.28 Uhr: Der Iran hat auf das jüngste Ultimatum von US-Präsident Donald Trump zur Öffnung der Straße von Hormus mit eigenen Drohungen reagiert. Sollten die USA und Israel ihre Angriffe eskalieren, könnten für den globalen Energiemarkt wichtige Schifffahrtswege jenseits der Straße von Hormus gefährdet sein, warnte Ali-Akbar Welajati, außenpolitischer Berater des obersten Führers des Irans, laut dem regierungstreuen iranischen Sender Press TV. Davon betroffen sein könnte die Meerenge Bab al-Mandab und damit die Einfahrt zum Roten Meer und zum weiter nördlich gelegenen Suezkanal.

Trump hatte der Führung in Teheran zuvor erneut mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken gedroht, sollte diese bis Dienstagabend 20 Uhr US-Ostküstenzeit (2 Uhr MESZ am Mittwoch) nicht einlenken. „Öffnet die verdammte Straße (von Hormus), ihr verrückten Mistkerle, oder ihr werdet in der Hölle landen“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf schrieb auf der Plattform X, mit „Kriegsverbrechen“ lasse sich „nichts erreichen“. Die einzige Lösung bestehe darin, „die Rechte des iranischen Volkes zu respektieren und dieses gefährliche Spiel zu beenden“. Ghalibaf warnte, die „leichtsinnigen Schachzüge“ könnten die gesamte Region in Flammen aufgehen lassen. Trump hat sein Ultimatum zum dritten – und möglicherweise letzten Mal – verschoben.

Das Bild zeigt Mohammed Bagher Ghalibaf, Irans Parlamentspräsident, in einer Sitzung des Parlaments.

Das Bild zeigt Mohammed Bagher Ghalibaf, Irans Parlamentspräsident, in einer Sitzung des Parlaments.

5. April

Donald Trump bestätigt Rettung: „Wir haben ihn“

6.29 Uhr: US-Präsident Donald Trump bestätigte die Rettung des vermissten US-Soldaten inzwischen offiziell. „Wir haben ihn“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social in Großbuchstaben. Es sei eine der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen des US-Militärs in der Geschichte der USA gewesen. Dutzende Kampfflugzeuge waren demnach im Einsatz. Der Soldat sei verletzt worden, aber es werde ihm gut gehen, schrieb Trump.

Trump beschrieb den Einsatz mit dramatischen Worten: Der US-Soldat sei von „unseren Feinden gejagt worden“, sie seien ihm stündlich näher gekommen. „Doch er war nie wirklich allein“, schrieb Trump weiter. Die Militärführung hätte seinen Standort in den Bergen „rund um die Uhr“ überwacht und seine Rettung akribisch geplant.

Hätte der Iran das Besatzungsmitglied zuerst gefunden, hätte Teheran dies nach Einschätzung von Experten als Druckmittel nutzen können. Iranische Medien hatten von hohen Geldsummen berichte, die für die Ergreifung des US-Soldaten versprochen worden sein sollen.

Vermisster US-Soldat im Iran gerettet

6.19 Uhr: Das im Iran vermisste Besatzungsmitglied des abgeschossenen US-Kampfjets ist Medienberichten zufolge von US-Suchtrupps gefunden worden. US-Spezialkräfte hätten den Waffenoffizier gerettet, berichtete das US-Nachrichtenportal „Axios“ am frühen Morgen unter Berufung auf drei US-Beamte. Der arabische Sender Al Jazeera meldete, der Vermisste sei geborgen worden, aber aufgrund andauernder Kämpfe noch nicht in Sicherheit und außer Landes.

Der arabische Sender zitierte einen namentlich nicht genannten US-Regierungsbeamten, wonach der vermisste Waffenoffizier nach einem „heftigen Feuergefecht“ geborgen worden sei. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Die den Revolutionsgarden nahestehende iranische Nachrichtenagentur Tasnim hatte zuvor von Luftangriffen in einem Gebiet berichtet, in dem sich der Vermisste befunden habe.

Der Pilot des am Freitag abgeschossenen Kampfjets war laut übereinstimmenden Medienberichten bereits zuvor gerettet worden

4. April

Ungewissheit nach Absturz: Rätsel um vermissten US-Crewmann

14.28 Uhr: Nach dem Abschuss eines US-Kampfjets im Süden des Iran ist das Schicksal eines Crewmitglieds weiterhin ungeklärt. Sowohl US-Streitkräfte als auch iranische Einheiten suchen derzeit nach dem vermissten Soldaten. Laut Berichten von n-tv handelt es sich dabei um einen Waffensystemoffizier, der sich gemeinsam mit dem Piloten an Bord einer F-15E befand.

Während ein Crewmitglied bereits geborgen und medizinisch versorgt wurde, fehlt von dem zweiten bislang jede Spur. Die US-Seite hat eine umfangreiche Such- und Rettungsaktion eingeleitet. In der Region wurden unter anderem Hubschrauber und Flugzeuge gesichtet, die an der Operation beteiligt sein sollen.

Der Iran hatte zuvor erklärt, den Kampfjet abgeschossen zu haben. Auch die USA bestätigten den Verlust der Maschine. Sollte der vermisste Soldat in iranische Hände geraten, könnte dies die Lage im Konflikt weiter verschärfen.

Schwere Explosionen im Iran

12.47 Uhr: Der Iran hat Luftangriffe auf die Sonderwirtschaftszone der Petrochemie in Mahschahr gemeldet. Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete unter Berufung auf das Gouverneursamt, dass es drei Einschläge und heftige Explosionen gegeben habe.

Ein iranischer Wachmann steht vor dem petrochemischen Komplex Mahshahr in der Provinz Khuzestan im Südwesten des Iran.

Ein iranischer Wachmann steht vor dem petrochemischen Komplex Mahshahr in der Provinz Khuzestan im Südwesten des Iran. (Archivbild)

Getroffen wurden demnach die Petrochemieunternehmen Fadschr 1 und 2, Ridschal und Amirkabir. Es sei sehr wahrscheinlich, dass es Todesopfer und Verletzte gegeben habe. Israels Armee wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Angriff äußern.

Tasnim berichtete unter Berufung auf den Sprecher für Notfallsituationen in der Sonderwirtschaftszone, dass eine vollständige Evakuierung aller aktiven Industrieeinheiten in der Region angeordnet worden sei. Mahschahr ist eine Hafenstadt in der iranischen Provinz Chusesten nahe der Grenze zum Irak.

Luftangriff trifft wichtigen Grenzübergang – Tote und Verletzte

11.18 Uhr: Der wichtige Grenzübergang Schalamtscheh in Chorramschahr ist nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim Ziel eines amerikanisch-israelischen Luftangriffs geworden. Dabei seien schwere Schäden entstanden. Der Übergang zählt zu den zentralen Verbindungen für den Handel und den Personenverkehr zwischen dem Iran und dem Irak.

Wie die staatliche irakische Nachrichtenagentur INA berichtet, wurde bei dem Angriff eine Person getötet, fünf weitere Menschen wurden verletzt. Der Grenzübergang ist derzeit für den gesamten Verkehr gesperrt.

Israels Armee meldete am Morgen unterdes Angriffe der Luftwaffe am Freitag auf wichtige Infrastruktureinrichtungen der iranischen Führung in Teheran. Ziele waren demnach unter anderem Anlagen zur Luftabwehr sowie zur Waffenproduktion.

Iranische Raketen treffen Industriegebiet – Stromausfälle im Raum Tel Aviv

10.11 Uhr: Bei iranischen Raketenangriffen in der Nacht wurde laut israelischen Medien in der Wüste Negev im Süden des Landes ein Industriegebiet getroffen.

Dort brach den Berichten zufolge ein Brand aus. Medien meldeten zudem, dass es in weiten Teilen der Stadt Rosch Haajin im Großraum Tel Aviv zu Stromausfällen gekommen sei, da bei iranischem Beschuss eine Hochspannungsleitung beschädigt worden sei. Zudem habe es in mehreren Vororten von Tel Aviv Schäden gegeben. Laut dem israelischen Rettungsdienst Magen David Adom wurde ein Mann leicht verletzt.

3. April

Iran schießt weiteren US-Kampfjet ab

21.59 Uhr: Der Iran hat nach eigenen Angaben einen weiteren US-Kampfjet abgeschossen. Das iranische Staatsfernsehen berichtete unter Berufung auf die Streitkräfte der Islamischen Republik, ein Kampfjet vom Typ A-10 sei von der iranischen Luftabwehr getroffen worden. Die Maschine sei in den Persischen Golf gestürzt.

Crewmitglied von abgeschossenem Kampfjet gerettet

19.17 Uhr: Laut US-Medien wie den Sendern CNN und CBS ist eines der beiden Besatzungsmitglieder von US-Soldaten gerettet worden. Nach dem zweiten Crewmitglied werde noch gesucht. Bei der abgeschossenen Maschine handelt es sich um einen Kampfjet vom Typ F-15E. Dieser hat zwei Besatzungsmitglieder: den Piloten und einen Waffensystemoffizier.

USA bestätigen Abschuss von Kampfjet im Iran

16.50 Uhr: Die US-Regierung hat übereinstimmenden Medienberichten zufolge bestätigt, dass ein Kampfflugzeug über dem Iran abgeschossen worden ist. Das amerikanische Militär habe eine Rettungsaktion gestartet, um die Besatzung zu finden, bevor iranische Soldaten zu den Piloten gelangen, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf amerikanische und israelische Regierungskreise.

Es werde nach zwei Besatzungsmitgliedern gesucht, berichtet die „Washington Post“. Es wäre demnach der erste Verlust eines US-Kampfflugzeuges seit Kriegsbeginn im März. Ob die Besatzung überlebt hat, ist unklar.

Iranische Staatsmedien melden Abschuss von US-Kampfflugzeug

16.05 Uhr: Iranische Medien haben am Freitag den Abschuss eines US-Kampfflugzeuges gemeldet. Das Fernsehen zeigte Bilder, die den Jet am Boden zeigen sollen. Das US-Zentralkommando (Centcom) reagierte zunächst nicht auf eine Nachfrage.

Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete, die Armee sei auf der Suche nach dem oder den abgeschossenen Piloten. Laut dem TV-Bericht wurde ein Kopfgeld für die Ergreifung ausgesetzt.

(red/afp/dpa)