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Krieg in NahostTrump behauptet, „Regimewechsel“ in Teheran erreicht zu haben

7 min

Die USA und Israel setzen ihre Angriffe im Nahen Osten fort. Alle Infos im Liveblog.

Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.

30. März

Trump: Iran-Krieg hat „Regimewechsel“ in Teheran erreicht

8.28 Uhr: Der Iran-Krieg hat nach der Auffassung von US-Präsident Donald Trump einen „Regimewechsel“ in Teheran erreicht. „Wir haben einen Regimewechsel gehabt“, sagte Trump am Sonntag vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Seine Regierung habe es bei Gesprächen mit der iranischen Führung „mit anderen Leuten zu tun als mit denen, mit denen jemals zuvor jemand zu tun hatte“, sagte Trump.

Die Regierung in Teheran sei „eine ganze andere Gruppe von Leuten“, sagte der US-Präsident. „Daher würde ich das als Regimewechsel betrachten.“ Zugleich deutete Trump erneut ein baldiges Abkommen mit Teheran über eine Beendigung des Krieges an. „Ich denke, wir werden ein Abkommen mit ihnen schließen, ich bin mir fast sicher“, sagte er.

Teheran habe zudem zugestimmt, seine Blockade der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Straße von Hormus zu lockern, teilte Trump mit. Die iranische Führung erlaube 20 Öltankern die Durchfahrt durch die Meerenge. „Das beginnt morgen früh, für die nächsten Tage“, sagte Trump.

Der US-Präsident sagte derweil in einem Interview mit der britischen Zeitung „Financial Times“, die US-Armee könnte die für die iranischen Ölexporte wichtige Insel Charg „sehr leicht“ einnehmen. „Ich glaube nicht, dass sie über eine Verteidigung verfügen“, sagte er. Charg liegt im Norden des Persischen Golfs etwa 30 Kilometer von der Küste und rund 500 Kilometer von der Straße von Hormus entfernt.

Iran hängt zwei Anhänger der Volksmudschahedin

8.20 Uhr: Im Iran sind zwei Mitglieder einer dort verbotenen Oppositionsgruppe hingerichtet worden. Nach Angaben der Justiz wurden die Männer am Morgen durch Erhängen exekutiert, wie der staatliche Rundfunk berichtete. Es war die Rede von „Elementen der terroristischen Gruppe der Heuchler“, eine Anspielung auf die Volksmudschahedin. Sie sollen Angriffe geplant haben, zitierte die Nachrichtenagentur Fars die Justiz. In ihrer Wohnung seien Waffen sichergestellt worden.

Die Exil-Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, das Herrschaftssystem im Iran zu stürzen. Im Ausland gründeten ihre Anhänger im Jahr 1981 den Nationalen Widerstandsrat. Die Organisation ist jedoch äußerst umstritten und wird innerhalb und außerhalb des Iran auch von Oppositionellen größtenteils abgelehnt. Die ursprünglich islamistisch-sozialistische Bewegung der Volksmudschahedin stand in der EU und den USA zeitweise auf der Terrorliste. 

UN-Blauhelmsoldat bei Explosion von Geschoss im Südlibanon getötet

6.30 Uhr: Ein Blauhelmsoldat der UN-Mission im Libanon (Unifil) ist nach UN-Angaben bei der Explosion eines Geschosses nahe einer Stellung der Friedenstruppe im Süden des Landes getötet worden. Der UN-Soldat sei am Sonntagabend getötet worden, als „ein Geschoss in einer Unifil-Stellung in der Nähe von Adtschit al-Kusayr explodierte“, erklärte Unifil am Montagmorgen. Ein weiterer UN-Soldat sei lebensgefährlich verletzt worden.

„Wir kennen die Herkunft des Geschosses nicht“, teilte Unifil weiter mit. Es sei eine Untersuchung eingeleitet worden, um die Umstände der Explosion zu klären. Die UN-Mission äußerte sich bestürzt über den Tod des Blauhelmsoldaten. „Niemand sollte jemals sein Leben verlieren, während er sich für den Frieden einsetzt.“

Das indonesische Außenministerium bestätigte später, ein indonesischer Blauhelmsoldat sei bei „indirektem Artilleriefeuer in der Nähe der Stellung des indonesischen Unifil-Kontingents“ nahe Adtschit al-Kusayr getötet worden. In Onlinediensten sprach das Ministerium in Jakarta zudem von drei Verletzten. Die libanesische staatliche Nachrichtenagentur NNA hatte zuvor berichtet, die getroffene Stellung gehöre zu einem indonesischen Unifil-Bataillon. Die Stadt Adtschit al-Kusayr liegt nahe der libanesischen Grenze zu Israel.

Trump meldet Zerstörung weiterer Ziele im Iran

6 Uhr: Das US-Militär hat nach Angaben von Präsident Donald Trump im Iran mehrere wichtige Ziele angegriffen und zerstört. „Großer Tag im Iran“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Viele seit langem verfolgte Ziele seien vom „großartigen“ US-Militär, dem besten und tödlichsten der Welt, ausgeschaltet und zerstört worden, erklärte er. Weitere Einzelheiten dazu nannte Trump jedoch nicht.

29. März

Netanjahu: Israel will weiter in Südlibanon vordringen

18.12 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Armee angewiesen, weiter im Süden des Libanons vorzudringen. Bei einer Lagebesprechung im Norden sagte er, er habe jetzt angeordnet, den von ihm so bezeichneten „bestehenden Sicherheitsstreifen“ weiter auszudehnen. Damit solle die Bedrohung durch die Hisbollah und der Abschuss von Raketen aus diesem Gebiet verhindert werden.

Obwohl der proiranischen Schiitenmiliz bereits schwere Schläge versetzt worden seien, verfüge die Hisbollah weiterhin über Restfähigkeiten, Raketen auf Israel abzufeuern, sagte Netanjahu. Mit den Kommandeuren des Nordkommandos habe er nun Wege besprochen, um diese Bedrohung zu beseitigen. „Wir sind entschlossen, die Lage im Norden grundlegend zu verändern“, sagte er.

Israels Armee meldet Angriff auf Anlage zu Herstellung von Raketenbauteilen in Teheran

16.24 Uhr: Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine wichtige Produktionsstätte für Bauteile von Raketen im Iran angegriffen. Die israelische Luftwaffe habe in der Nacht zu Sonntag in Teheran „eine zentrale Anlage angegriffen, die vom iranischen Verteidigungsministerium zur Herstellung wichtiger Bestandteile ballistischer Raketen genutzt“ werde, hieß es in einer Erklärung. Dabei handelt es sich demnach um einen von nur zwei solchen Standorten im Iran.

Dort wurden nach Angaben der israelischen Armee „Bestandteile entwickelt, die für den Zusammenbau und den Einsatz von Raketen bestimmt sind, die auf den Staat Israel abgefeuert werden könnten“. Die Angriffe richteten sich zudem gegen Einrichtungen, die mit Triebwerken für ballistische Raketen, Drohnenherstellung, Luftabwehrsystemen und Raketenlagern in Verbindung stehen.

Außenminister-Treffen zum Iran-Krieg in Pakistan begonnen

15.42 Uhr: Die Außenminister Saudi-Arabiens, der Türkei, Ägyptens und Pakistans haben am Sonntag über Wege zur Beendigung des Iran-Krieges beraten. Das Treffen in Islamabad sei einberufen worden, „um die sich entwickelnde Lage in der Region zu erörtern und Fragen von gemeinsamem Interesse zu besprechen“, teilte das pakistanische Außenministerium mit. Im Iran-Krieg hat Pakistan zuletzt eine Vermittlerrolle zwischen dem Iran und den USA eingenommen.

Vor dem Vierer-Treffen empfing Pakistans Außenminister Ishaq Dar seine jeweiligen Kollegen separat zu bilateralen Gesprächen. Ägyptens Außenminister Badr Abdelatty und sein türkischer Kollege Hakan Fidan trafen zudem mit Pakistans einflussreichem Armeechef Asim Munir zusammen. Vertreter der USA oder Israels waren nicht zugegen, wie es aus Ministeriumskreisen hieß.

Iran warnt USA vor Einsatz von Bodentruppen

12.41 Uhr: Der Iran hat die USA vor einer Bodenoffensive gewarnt. „Zweifelt keinen Augenblick an der Entschlossenheit unserer Soldaten“, sagte Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge. Der Iran sei sich sicher, dass er die USA bestrafen und zur Reue bewegen könne, sodass diese es nicht mehr wagen würden, das Land anzugreifen. Man befinde sich in einem „großen Weltkrieg“, so Ghalibaf.

Medienbericht: US-Verteidigungsministerium bereitet Bodenoffensive im Iran vor

11.35 Uhr: Das US-Verteidigungsministerium hat Medienberichten zufolge weit fortgeschrittene Pläne für eine wochenlange Bodenoffensive im Iran vorgelegt. Die Pläne umfassten Bodeneinsätze von Spezialeinheiten und konventionellen Bodentruppen auf der für die iranischen Ölexporte wichtigen Insel Charg sowie in Küstenstandorten nahe der Straße von Hormus, berichtete die „Washington Post“ am Samstag (Ortszeit) unter Berufung auf nicht namentlich genannte US-Beamte.

Ein vollständiger Einmarsch sei jedoch nicht Teil der Pläne. Es sei auch unklar, ob US-Präsident Donald Trump einen Einsatz von Bodentruppen im Iran genehmigen werde, hieß es weiter. Am Freitag hatte US-Außenminister Marco Rubio betont, Bodentruppen seien nicht nötig, um die Kriegsziele der USA im Iran zu erreichen. Laut „Washington Post“ sind die Pläne des Pentagon jedoch bereits weit fortgeschritten. „Dies ist keine Planung in letzter Minute“, zitierte die Zeitung einen Beamten.

USA und Israel greifen Hafen nahe Straße von Hormus an

8.15 Uhr: Israel und die USA haben nach Angaben iranischer Staatsmedien einen Hafen nahe der Straße von Hormus angegriffen. Bei dem Angriff auf den Kai des Hafens von Bandar Chamir seien fünf Menschen getötet und vier weitere Menschen verletzt worden, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna am Sonntag. In der iranischen Hauptstadt Teheran gab es derweil wiederholt Explosionen, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Im Osten der Stadt stieg Rauch auf.

US-Medien: Pläne des Pentagons für Bodenoffensive weit fortgeschritten

6.54 Uhr: Das US-Verteidigungsministerium hat Medienberichten zufolge weit fortgeschrittene Pläne für eine wochenlange Bodenoffensive im Iran vorgelegt. Die Pläne umfassten Bodeneinsätze von Spezialeinheiten und konventionellen Bodentruppen auf der für die iranischen Ölexporte wichtigen Insel Charg sowie in Küstenstandorten nahe der Straße von Hormus, berichtete die „Washington Post“ am Samstag (28. März, Ortszeit) unter Berufung auf nicht namentlich genannte US-Beamte. Ein vollständiger Einmarsch sei jedoch nicht Teil der Pläne. Laut „Washington Post“ sind die Pläne des Pentagons jedoch bereits weit fortgeschritten. „Dies ist keine Planung in letzter Minute“, zitierte die Zeitung einen Beamten.