Ziel seien zwei iranische Raketenwerfer auf der Insel Larak.
MedienberichteUS-Militär greift iranische Raketenwerfer an

Dieses vom US Central Command zur Verfügung gestellte Bild zeigt eine F/A-18E Super Hornet, die von der USS Abraham Lincoln (CVN 72). (Symbolfoto)
Copyright: Uncredited/US Central Command/dpa
Das US-Militär hat Medienberichten zufolge am Sonntag (30. August) wieder Angriffe im Iran geflogen. Ziel seien zwei iranische Raketenwerfer auf der Insel Larak gewesen, berichteten das Nachrichtenportal „Axios“ sowie die Sender Fox News und CBS News unter Berufung auf einen US-Beamten. Laut CBS News handelt es sich um die erste Militäraktion gegen Teheran seit einem Monat.
Davor hatte die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf lokale Anwohner berichtet, dass im Bereich der Insel Larak eine Explosion zu hören gewesen sei.
Erst diese Woche hatte US-Präsident Donald Trump dem Iran erneut mit der Zerstörung jeglicher Schiffe und Boote gedroht, die in der Straße von Hormus Seeminen verlegen. Er verwies auf eine „Null-Toleranz-Politik“ bei der Verminung der Meerenge, nachdem er bereits Mitte April ähnliche Drohungen ausgesprochen hatte.
Seit Wochen keine Angriffe – und keine Fortschritte
Trump verwies zudem darauf, dass sein Militär ihn darüber informiert habe, dass alle Minen aus der Straße von Hormus entfernt oder gesprengt worden seien. Der US-Präsident hatte bereits Mitte August behauptet, dass in der Meerenge sämtliche Sprengkörper entfernt oder gesprengt worden seien. Damals knüpfte er seine Aussagen daran, dass die Straße von Hormus angeblich vollständig geöffnet sei. Doch auch fast anderthalb Monate danach liegt der Schiffsverkehr weiter deutlich unter dem Vorkriegsniveau.
Trump hatte die US-Angriffe auf den Iran Ende Juli vorerst ausgesetzt – mit der Begründung, laufenden Verhandlungen über die Straße von Hormus und das iranische Atomprogramm eine weitere Chance zu geben. Zwei Tage später wurden neue Angriffe des US-Militärs im Iran gemeldet. Anfang August sagte er dann weitere geplante Angriffe auf den Iran ab und begründete seine Entscheidung damit, dass der Iran und andere Länder in der Region darum gebeten hätten, davon abzusehen, da es nun „Umrisse einer Einigung“ gebe.
Zuletzt war es in Trumps Krieg gegen den Iran ruhig geworden. Sowohl militärisch, aber auch auf diplomatischer Ebene waren keine Fortschritte zu verzeichnen. Zwar behauptete der Republikaner seither bei vielen seiner öffentlichen Auftritte, dass Teheran bezwungen worden sei und die für den weltweiten Ölhandel wichtige Meerenge geöffnet sei. Dem widerspricht die Tatsache, dass seit Monaten weiterhin kaum Schiffe durch die Straße von Hormus verkehren können.
Trump erklärte „Wirtschaftskrieg“
Nachdem Trump seit Wochen keine Fortschritte vorweisen konnte, rief er zuletzt einen „Wirtschaftskrieg“ gegen den Iran aus. Zwar verkündete das Finanzministerium vereinzelte Sanktionen gegen bestimmte Personen und Unternehmen, wie sie bereits seit Wochen immer wieder veröffentlicht werden. Konkrete, tiefgreifende Maßnahmen, die tatsächlich nachhaltig die Einnahmequellen Teherans abschneiden würden, fehlen allerdings nach wie vor. (dpa/red)