- Die Grünen wollen Onlinehändlern die Vernichtung von Retouren verbieten.
- Helge Matthiesen findet den Lösungsvorschlag jedoch nicht originell.
- Ein Kommentar.
Irgendwie können sie es nicht lassen. Die Grünen mögen Verbote, um die Welt zu verbessern. So jedenfalls wirkt der Vorschlag von Katrin Göring-Eckardt, den Online-Großversendern zu verbieten, Retourware umstandslos zu vernichten. Schon wieder die Grünen, stöhnt so mancher und die Gegner der Ökopartei reiben sich die Hände ob des berechenbar wiederkehrenden taktischen Fehlers.
Nüchtern betrachtet hat die Abgeordnete jedoch recht. Es läuft etwas schief in der Wirtschaft, wenn es wirtschaftlich ist, neue Ware zu vernichten. Die Verantwortung dafür tragen die Versandhändler – aber ihre Kunden eben auch. Die finden es prima, sich sechs Teile zur Auswahl schicken zu lassen, obwohl sie nur eines behalten wollen – wenn überhaupt. Um Bequemlichkeit geht es auch bei ein paar anderen Grünen Regelungsvorstößen: Pfand für Pizzakartons zum Beispiel oder für Kaffeebecher, die zu Millionen nach einmaliger Nutzung im Müll landen.
Anlass ist unklar
Göring-Eckardts Vorschlag ist dabei noch nicht einmal originell. In Frankreich ist man schon dabei, diese Regelung einzuführen. Vielleicht ist der Vorschlag und die Reaktion darauf eher ein Anlass, über den Zustand einer Gesellschaft nachzudenken, die Umweltschutz fordert, aber nichts dafür tun möchte.
Die Grünen glauben an den Staat. Der kann durchsetzen, was mit Einsicht nicht zu erreichen ist. Der Staat kann auch Anreize schaffen, indem er unerwünschtes Verhalten teurer macht – oder indem er vernünftiges Verhalten honoriert. Letzteres hat schon früher ganz gut funktioniert, und ist ein Weg, wenn Bequemlichkeit und Einsicht nicht zueinander passen wollen.Spannend ist noch eine letzte Frage an alle, die die Grünen für notorische Spaßbremsen halten. Was schlagen denn SPD, CDU und all die anderen vor?
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