Die Ukraine greift wichtige russische Infrastruktur an – und Selenskyj sieht Putin auf Hitler-Kurs. Aus Moskau kommen zornige Worte.
Ukraine greift erneut Ziele anMoskau droht nach Storm-Shadow-Angriff mit „neuer Stufe“ und vielen Toten
Die Ukraine hat ein Öldepot in der russischen Region Krasnodar am Schwarzen Meer angegriffen. Auf dem Gelände des Depots im Landkreis Tichorezk sei wegen herabgestürzter Drohnentrümmer ein Feuer ausgebrochen, schrieb der Zivilschutzstab der Region bei Telegram. Verletzte gebe es nicht.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau wurden in der Nacht 80 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der besetzten ukrainischen Halbinsel Krim abgewehrt – 30 davon über der Region Krasnodar. Eine Quelle beim ukrainischen Geheimdienst SBU bestätigte die Angaben aus Russland unterdessen gegenüber ukrainischen Medien.
Ukraine greift Öldepot an: „Feind einen schweren Schlag versetzt“
„Der heutige Angriff auf den Ölknotenpunkt Tikhorezk, der die einzige Versorgungsroute für Erdölprodukte nach Noworossijsk darstellt, hat der Öllogistik des Feindes einen schweren Schlag versetzt“, zitierte etwa der „Kyiv Independent“ einen nicht namentlich genannten Geheimdienstmitarbeiter.
Durch den Angriff sei ein Großbrand ausgebrochen, berichtete die Quelle weiter. In sozialen Netzwerken kursierende Videos stützen diese Angabe. Auf den Aufnahmen, die aus Krasnodar stammen sollen, sind mehrere Brände und eine große schwarze Rauchwolke über dem Gelände des Öldepots zu sehen.
Ukrainische Streitkräfte greifen Ziele in besetzten Gebieten an
Der ukrainische Generalstab berichtete unterdessen über weitere Angriffe auf Ziele in den von Russland völkerrechtswidrig besetzten ukrainischen Gebieten. Dabei seien Luftverteidigungssysteme, Treibstoffdepots, Munitionslager und andere militärische Infrastruktur ins Visier genommen worden, hieß es aus Kyjiw. Zudem sei eine russische Radarstation auf der Krim zerstört worden.
Moskau reagierte unterdessen wütend auf einen vorherigen ukrainischen Angriff auf ein für die russische Raketenproduktion wichtiges Rüstungswerk in Brjansk, bei dem russischen Angaben zufolge britische Storm-Shadow-Marschflugkörper zum Einsatz gekommen sein sollen.
Moskau droht mit Eskalation nach Storm-Shadow-Angriff in Brjansk
Der Einsatz des britischen Waffensystems sei nicht ohne die „direkte Beteiligung“ der ukrainischen Nato-Partner möglich gewesen, behauptete das russische Außenministerium nun in einer Erklärung, und drohte „mit einer grundlegend neuen Stufe der Zerstörung und der menschlichen Opferzahlen“.
Die Verantwortung für eine mögliche Eskalation liege bei den „westlichen Staaten“, hieß es weiter aus Moskau. „Großbritannien hat die Normen des Völkerrechts überschritten und ist bereit, den Konflikt auf eine grundlegend neue Ebene zu heben.“
Das russische Außenamt warf den Unterstützern der Ukraine zudem vor, die Friedensverhandlungen torpedieren zu wollen. „Der Einsatz britischer Waffensysteme erfolgt vor dem Hintergrund verstärkter politischer und diplomatischer Bemühungen“, erklärte das Ministerium. „Das Ziel Londons und anderer westlicher Hauptstädte ist klar: den Friedensprozess durch großangelegte Provokationen zu stören.“
Selenskyj zieht Parallelen zwischen Wladimir Putin und Adolf Hitler
Auch aus der Ukraine kommen unterdessen scharfe Worte in Richtung des Kremls und des russischen Machthabers. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zog in einem Interview etwa Parallelen zwischen Kremlchef Wladimir Putin und Adolf Hitler.
„Auf verschiedenen kulturellen Plattformen – sogar bei Animationsfestivals für Kinder – stopfen die Russen ihre Filme mit Propaganda voll, um ihre Gesellschaft schon von klein auf zu indoktrinieren“, erklärte Selenskyj mit Blick auf die russische Gesellschaft, die den Krieg gegen die Ukrainer offenbar mehrheitlich unterstützt. „Aber das hilft niemals“, fügte Selenskyj hinzu. „Ich bin mir sicher, dass ihre Nation ein tragisches Ende nehmen wird“, hieß es weiter vom ukrainischen Präsidenten. „Wir kennen das Ende Hitlers.“

