Ein Scherz von Jimmy Kimmel über Melania Trump hat Folgen: Die US-Regierung nimmt nun seinen Sender ABC ins Visier.
Streit um Jimmy KimmelUS-Regierung setzt ABC nach Witz über Melania unter Druck

FCC-Chef Brendan Carr (l) ist ein Vertrauter von US-Präsident Donald Trump. (Archivbild)
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Die Administration in den USA erhöht die Gangart gegenüber dem Fernsehsender ABC, für den der als Trump-Gegner bekannte Moderator Jimmy Kimmel arbeitet. Mehrere lokale Stationen des Senders, darunter in New York und San Francisco, werden von der Telekommunikationsbehörde FCC zu einer vorgezogenen Verlängerung ihrer Sendegenehmigungen genötigt.
Als Grund für diese Maßnahme führt die Behörde seit einem Jahr andauernde Untersuchungen wegen mutmaßlicher Benachteiligung bei den zum Disney-Konzern zählenden Sendern an. Diese Ermittlungen basieren auf der Haltung der Administration von Präsident Donald Trump, welche Initiativen zur Diversitätsförderung und gegen Diskriminierung als Benachteiligung anderer Gruppen einstuft.
Untersuchungen zu DEI-Initiativen
In der Vergangenheit hat die FCC schon diverse Telekommunikationsanbieter zur Aufgabe von Programmen für Vielfalt, Gleichstellung und Einbeziehung, bekannt als DEI (Diversity, Equity and Inclusion), bewegt. Auch gegen ABC-Stationen laufen seit März 2025 solche Verfahren, die nun eine neue Intensität erreichen.
In den Vereinigten Staaten wird der jetzige Zeitpunkt der behördlichen Anordnung allerdings im Kontext der erneut entbrannten Auseinandersetzung um den Late-Night-Gastgeber Kimmel gedeutet. Am Montag hatten sowohl der US-Präsident als auch seine Gattin Melania Trump von ABC und Disney verlangt, Kimmel abzusetzen.
Auseinandersetzung um einen Scherz des Moderators
Anlass für die Eskalation war eine scherzhafte Bemerkung Kimmels vom vorigen Donnerstag. In dieser attestierte er Melania Trump „das Leuchten einer werdenden Witwe“. Nach Kimmels eigenen Angaben bezog er sich damit auf die große Altersdifferenz zwischen dem Präsidenten und seiner Frau. Im Gegensatz dazu stufte Trump die Äußerung nach einem versuchten Angriff auf ihn während einer Gala am Samstag als Gewaltaufruf ein.
Schon im September suspendierte ABC den Moderator, der sich beinahe täglich kritisch mit Trump auseinandersetzt, für einige Tage. Grund dafür war eine Bemerkung bezüglich des ums Leben gekommenen rechten Aktivisten Charlie Kirk. Kimmel äußerte damals, dass Anhänger von Trumps MAGA-Bewegung den Versuch unternähmen, den Verdächtigen des Anschlags als nicht zugehörig abzutun. Diese Darstellung der politischen Haltung des Inhaftierten war unzutreffend, was Kimmel später zu einer Entschuldigung veranlasste.
Reaktion des Disney-Konzerns
Der Mutterkonzern Disney äußerte sich in einer Stellungnahme, die unter anderem beim Sender CNBC verbreitet wurde, zuversichtlich. Man sei überzeugt, alle Vorschriften einzuhalten und die Qualifikation für neue Lizenzen zu erfüllen – zur Not auch über „rechtliche Kanäle“. Die Genehmigungen wären regulär erst in den Jahren 2028 und 2031 zur Verlängerung angestanden. Nun hat die Federal Communications Commission (FCC) den ABC-Stationen eine Frist von 30 Tagen eingeräumt. (dpa/red)
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