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Neuer Reichweitenrekord gemeldetUkraine greift Lukoil-Raffinerie an – und testet neue Laserwaffe

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Eine russische Drohne explodiert, nachdem sie von der ukrainischen Armee über Kyjiw abgeschossen wurde. (Archivbild)

Eine russische Drohne explodiert, nachdem sie von der ukrainischen Armee über Kyjiw abgeschossen wurde. (Archivbild)

Die getroffene russische Raffinerie liege rund 1.750 Kilometer von der Staatsgrenze entfernt, teilte die ukrainische Armee mit.

Die ukrainischen Streitkräfte melden einen Angriff auf eine russische Ölraffinerie in Uchta. „Nach ersten Erkenntnissen brach nach der Beschädigung ein Feuer im technologischen Bereich der Anlage aus“, zitierten ukrainische Zeitungen eine Erklärung des Generalstabs der ukrainischen Armee.

Die genauen Ausmaße der Beschädigung werden jedoch derzeit noch ermittelt, hieß es weiter. Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU sprach derweil von „Feuer und starker Rauchentwicklung“ auf dem Gelände der Raffinerie, die dem russischen Konzern Lukoil gehören soll.

Angriff auf russische Raffinerie: Ukraine meldet Reichweitenrekord

In sozialen Netzwerken kursierten am Donnerstag (12. Februar) zudem Videoaufnahmen, die aus Uchta stammen sollen. Dort ist eine große, schwarze Rauchsäule zu sehen. Unabhängig überprüfen lassen sich die Aufnahmen jedoch nicht. 

Bei dem Angriff seien Langstreckendrohnen zum Einsatz gekommen, berichteten ukrainische Medien mit Bezug auf Quellen beim SBU. Das Ziel liege 1.750 Kilometer von der ukrainischen Staatsgrenze entfernt, hieß es weiter. Mit dem Angriff sei somit ein „neuer Rekord für die Zerstörungsreichweite ukrainischer Drohnen“ aufgestellt worden. 

Ukraine entwickelt neue Laserwaffe gegen Russlands Drohnen

Während die Ukraine ihre Angriffe auf russische Raffinerien und Energie-Infrastruktur fortsetzt, arbeitet das angegriffene Land offenbar auch an einer Verbesserung der Abwehr russischer Drohnen.

Russland überzieht die Ukraine weiterhin regelmäßig mit Großangriffen – und nimmt dabei immer wieder auch zivile Ziele ins Visier. Um russische Drohnen abzuwehren, soll nun offenbar eine neue Laserwaffe zum Einsatz kommen. Das berichtet das US-Magazin „The Atlantic“.

„Sunray“ soll Putins Drohnen vom Himmel holen

Ukrainische Soldaten haben die neue Waffe namens „Sunray“ demnach vorgeführt. Der Prototyp des Modells soll dem Bericht zufolge an eine Art Teleskop mit Kameras erinnern und in den Kofferraum eines Autos passen.

Explosionen sind während eines russischen Angriffs in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw zu sehen. (Archivbild)

Explosionen sind während eines russischen Angriffs in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw zu sehen. (Archivbild)

Im Einsatz werde „Sunray“ etwa auf dem Dach eines Pick-ups installiert, von dort habe der Laser bei Tests innerhalb von Sekunden eine Drohne vom Himmel geholt, ohne dabei sichtbares Licht oder Lärm zu verursachen. 

Auch Bundeswehr soll bereits Laserwaffe getestet haben

Laserstrahlen können diverse Materialien erhitzen und dadurch etwa schneiden oder sie zum Schmelzen oder Brennen bringen. Neben der Ukraine erproben derzeit auch andere Länder Laserwaffen. 

In Israel wurde etwa das Abwehrsystem Iron Beam Ende Dezember in Betrieb genommen. Die USA sollen Berichten zufolge derweil bereits seit 2022 über ein System namens Helios verfügen. Russland und China sollen ebenfalls an der Entwicklung arbeiten. Auch die Bundeswehr habe bereits eine Laserwaffe getestet, berichtete der „Spiegel“.

Russland setzt Attacken auf Ukraine fort – Tausende ohne Strom

Die ukrainische Laserwaffe sei „in etwa zwei Jahren für einige Millionen Dollar“ entwickelt worden, berichtete „The Atlantic“ zudem. Die Waffe soll demnach einen vergleichsweise geringen Verkaufspreis von „einigen Hunderttausend Dollar“ haben. Welches Unternehmen „Sunray“ entwickelt hat, wurde aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gemacht.

Russland setzte seine Attacken auf die Ukraine unterdessen auch am Donnerstag fort. Bei Angriffen im Osten des Landes sind örtlichen Angaben zufolge zwei Menschen getötet worden – in Kyjiw waren zudem erneut tausende Wohnungen ohne Stromversorgung.

Nach massiven Angriffen in der Nacht zum Donnerstag seien „infolge der Beschädigung der kritischen Infrastruktur durch den Feind fast 2600 weitere Gebäude in der Hauptstadt ohne Heizung“, erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko. Nach Angriffen auf ein wichtiges Kraftwerk mussten bereits zuvor 1100 der 12 000 Apartmentblocks der ukrainischen Hauptstadt ohne Heizung auskommen. (mit afp)