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Putins Waffenruhe ist brüchigUkraine wirft Russland Hunderte Verstöße vor

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Ostern in der Ukraine

Die Osterwaffenruhe in der Ukraine ist nach Angaben des Generalstabs des Landes bereits Hunderte Male gebrochen worden. (Archivbild)

Die Ukraine meldet hunderte russische Attacken, obwohl eine von Kremlchef Wladimir Putin ausgerufene Feuerpause zum orthodoxen Osterfest gelten sollte.

Kiew beschuldigt Russland, die von Kremlchef Wladimir Putin persönlich deklarierte Feuerpause anlässlich des orthodoxen Osterfestes hunderte Male missachtet zu haben. Der ukrainische Generalstab gab am Abend bekannt, dass 469 Zuwiderhandlungen gegen die Waffenruhe erfasst wurden, wie die dpa meldet. Laut diesen Informationen gab es neben hunderten Drohnenattacken auch 153 Artilleriebeschüsse sowie 22 Sturmangriffe. Die Feuerpause, die für 32 Stunden bis Sonntagabend angesetzt war, wurde den Angaben zufolge jedoch nicht offiziell beendet.

Zunächst gab es von russischer Seite keine Stellungnahme zu den Anschuldigungen aus der Ukraine. Jedoch meldete die Administration der von Russland besetzten Stadt Nowa Kachowka in der südlichen Region Cherson schon kurz nach Inkrafttreten der Feuerpause Angriffe durch Drohnen sowie mindestens eine verletzte Person.

Beide Seiten kündigten Gegenmaßnahmen an

Die Anordnung der Feuerpause durch Putin sollte es den Menschen in der Ukraine und Russland ermöglichen, das orthodoxe Osterfest zu begehen. Aus dem Kreml hieß es, dies sei eine humanitäre Geste. Seit mehr als vier Jahren führt Putin seinen Angriffskrieg gegen das Nachbarland.

Sowohl Russland als auch die Ukraine hatten zuvor deklariert, auf gegnerisches Feuer antworten zu wollen. In den offiziellen Verlautbarungen wurde von derartigen Gegenmaßnahmen anfänglich aber nicht gesprochen. Schon bei früheren, zeitlich befristeten Waffenstillständen beschuldigten sich die Konfliktparteien wechselseitig zahlreicher Brüche der Abmachungen.

Selenskyj droht mit Konsequenzen

In seiner täglichen Videoansprache drückte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Hoffnung aus, dass die Feuerpause dieses Mal halten werde. „Ostern sollte eine Zeit der Sicherheit und des Friedens sein. Es wäre richtig, wenn der Waffenstillstand über die Feiertage hinaus andauern würde“, sagte er. Laut Selenskyj wurde dieser Vorschlag auch an die russische Seite übermittelt.

Bei Verhandlungen mit der Ukraine, die unter Vermittlung der USA stattfanden, hatte Russland mehrfach eine Feuerpause sowie das von Selenskyj vorgeschlagene Einfrieren der Kämpfe an der Front abgelehnt. Stattdessen fordert Moskau, dass vor einem permanenten Waffenstillstand ein weitreichender Friedensplan und eine allumfassende Konfliktlösung verhandelt werden müssten. Bisher ist ein derartiger Plan nicht erkennbar. (red)

Erneut sprach Selenskyj eine Warnung an Russland bezüglich Verstößen gegen die Feuerpause aus: „Die Ukraine wird symmetrisch reagieren“, sagte er. „Wenn es keine russischen Raketen oder Drohnen gibt, werden wir auch im Luftraum eine Waffenruhe einhalten. Die gleiche Aufgabe gilt für die Frontlinie. Aber jede ukrainische Einheit behält sich das Recht für eine Reaktion vor.“

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.