Kinder sollen künftig fürs Alter sparen, Studierende mehr Bafög bekommen. Die Bundesregierung hat beide Vorhaben beschlossen.
Neue Pläne für junge MenschenRegierung bringt Frühstartrente und Bafög-Reform auf den Weg

Lars Klingbeil (SPD), Bundesminister der Finanzen, Vizekanzler und SPD-Bundesvorsitzender, hat das Kabinett geleitet, das die Frühstartrente und die Bafög-Erhöhung auf den Weg gebracht hat.
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Die Bundesregierung will junge Menschen mit zwei Maßnahmen finanziell stärker unterstützen. Das Kabinett brachte am Mittwoch die Gesetzentwürfe für die sogenannte Frühstartrente und eine Reform des Bafög auf den Weg.
Mit der Frühstartrente soll die private Altersvorsorge bereits im Kindesalter beginnen. Kinder ab dem Jahrgang 2020 sollen bis zu ihrem 18. Geburtstag monatlich zehn Euro vom Staat erhalten. Das Geld soll am Kapitalmarkt angelegt werden.
Eltern können für ihre Kinder zusätzlich sparen
Eltern, Großeltern oder andere Förderer sollen die staatlichen Zahlungen ergänzen können. Pro Kind sind eigene Beiträge von bis zu 570 Euro im Monat beziehungsweise 6840 Euro im Jahr vorgesehen.
Für Kinder, deren Eltern keinen Frühstartrente-Depotvertrag abschließen, soll der Staat einspringen. Die Beiträge werden dann kollektiv von der Bundesbank angelegt. Ab dem 18. Geburtstag und spätestens bis zum 25. Lebensjahr können die jungen Erwachsenen das angesparte Geld in ein eigenes Altersvorsorge-Depot übertragen.

Janis Ehling ist Bundesgeschäftsführer der Linken.
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Kritik an der Frühstartrente kommt von der Linken. Bundesgeschäftsführer Janis Ehling bezeichnete das Modell als „Casino-Rente“ und warnte davor, Kinder früh an die Finanzmärkte zu gewöhnen. Zehn Euro im Monat würden Altersarmut nicht verhindern, sagte Ehling. Von zusätzlichen Einzahlungen könnten vor allem Familien profitieren, die sich diese leisten könnten. Stattdessen fordert die Linke eine stärkere gesetzliche Rente, in die alle Erwerbstätigen einzahlen.
Bafög steigt in mehreren Schritten – aber später als geplant
Auch beim Bafög sind höhere Leistungen vorgesehen. Die Wohnkostenpauschale für Studierende, die nicht bei ihren Eltern leben, soll zum Sommersemester 2027 von derzeit 380 auf 440 Euro monatlich steigen. Ursprünglich war die Erhöhung bereits zum Wintersemester 2026/27 geplant.
Der Grundbedarf für Studierende soll zum Wintersemester 2027/28 von 475 auf 503 Euro steigen. Zum Sommersemester 2029 ist eine weitere Erhöhung auf 563 Euro vorgesehen. Auch das Schüler-Bafög soll angehoben werden.
Studierendenwerk kritisiert Höhe der Unterstützung
Die Zahl der Bafög-Empfänger ist zuletzt auf den niedrigsten Stand seit 25 Jahren gesunken. Im vergangenen Jahr erhielten 570.000 Menschen die Unterstützung, sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Studierende bekamen durchschnittlich 682 Euro im Monat, Schülerinnen und Schüler 552 Euro.
Das Deutsche Studierendenwerk hält die geplante Erhöhung der Wohnkostenpauschale für zu gering. Vorstandschef Matthias Anbuhl verwies darauf, dass selbst 440 Euro deutlich unter der durchschnittlichen Miete von 512 Euro für ein WG-Zimmer auf dem freien Wohnungsmarkt liegen.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) verteidigte die Reform. Mit dem Kabinettsbeschluss sei ein wichtiger Schritt getan, damit das Bafög sein „Aufstiegsversprechen“ erfüllen könne. Der Gesetzentwurf soll im Herbst noch von Bundestag und Bundesrat beraten und verabschiedet werden. (dpa/afp/sbo)
