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„Alle weg hier, rennt!“Russische Öl-Raffinerie in Flammen – Raketen treffen auch Belgorod

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Ein Screenshot aus einem in einem russischen Telegram-Kanal geposteten Video soll das Feuer in der Raffinerie in Pskow zeigen.

Ein Screenshot aus einem in einem russischen Telegram-Kanal geposteten Video soll das Feuer in der Raffinerie in Pskow zeigen. 

In russischen Telegram-Kanälen kursieren Videos von dramatischen Szenen nach einem Angriff auf eine Öl-Raffinerie in Pskow. 

Die ukrainischen Streitkräfte haben offenbar eine Öl-Raffinerie in Russland mit Drohnen angegriffen. Ersten Berichten zufolge soll dabei ein Öldepot auf dem Gelände der Anlage getroffen worden sein – in den sozialen Netzwerken kursierten am Donnerstagmorgen mehrere Videos und Fotos, die den Brand in Pskow zeigen sollen. Unabhängig überprüfen lassen sich die Aufnahmen derzeit jedoch nicht.

Auch in russischen Telegram-Kanälen war allerdings von einem Angriff auf die Raffinerie die Rede. Der Kanal „Astra“ veröffentlichte ein Video, auf dem den Angaben zufolge die Evakuierung eines nahe gelegenen Betriebs zu sehen ist. Während Menschen durch den Schnee rennen, sind im Hintergrund lodernde Flammen zu sehen. „Alle weg hier, rennt!“, ist außerdem auf der Aufnahme zu hören. 

Russland will „113 ukrainische Drohnen zerstört“ haben

Die russischen Behörden bestätigen unterdessen, dass die Ukraine erneut einen Großangriff mit Drohnen durchgeführt hat. Die Luftabwehr habe „113 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört“, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau und bestätigte Angriffe in der Region Pskow. Regionalgouverneur Michail Wedernikow berichtete von einem „Brand“ in der Öl-Raffinerie Weliki Luki. Es habe keine Verletzten gegeben, erklärte Wedernikow weiter.

Die nun angegriffene Raffinerie in der Region Pskow lagert nach Angaben der ukrainischen Zeitung „Kyiv Post“ Diesel, Benzin und andere Erdölprodukte zur Belieferung von russischen Tankstellen, Unternehmen und Transportunternehmen. Die Anlage sei bereits im April 2024 Ziel eines ukrainischen Drohnenangriffs geworden, berichtete die Zeitung.

Raketenangriff trifft Belgorod: Stromausfall in russischer Stadt

Die Zeitung „Kyiv Independent“ berichtete unterdessen über einen weiteren ukrainischen Angriff auf die russische Stadt Belgorod. Nach Angaben lokaler Behörden soll es dort daraufhin zu Stromausfällen gekommen sein. Die Stadt liegt nur 34 Kilometer von der nordöstlichen Grenze der Ukraine zu Russland entfernt.

„Leider gab es einen weiteren massiven Raketenangriff auf Energieanlagen in der Stadt Belgorod“, berichtete der Gouverneur des Gebiets, Wjatscheslaw Gladkow. „Es sind erhebliche Schäden entstanden. Wir stellen fest, dass es zu einem teilweisen Ausfall der Strom- und Wärmeversorgung gekommen ist, und untersuchen den Vorfall derzeit“, hieß es weiter. 

Gespräche zwischen Russland und Ukraine ohne Ergebnis

Am Dienstag und Mittwoch waren Vertreter Russlands und der Ukraine in Genf zu erneuten Verhandlungen über ein Ende des seit 2022 andauernden Konflikts unter Vermittlung der USA zusammengekommen. Die Gespräche endeten ohne greifbare Ergebnisse.

Russland attackiert die Ukraine seit fast vier Jahren nahezu täglich mit Drohnen und Raketen. Als Reaktion greift die Ukraine auch Russland regelmäßig mit Drohnen an und nimmt dabei insbesondere Energieanlagen ins Visier. (mit afp)