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Neue Angriffe auf BelgorodRussische Freiwillige erneut im Kampf gegen „Putin und seine Speichellecker“

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Denis Kapustin, auch als Nikitin bekannt, posiert mit dem „Russischen Freiwilligenkorps“ nach Angriffen auf Belgorod in der letzten Woche. Die Einheit hat die „zweite Phase“ ihrer Angriffe angekündigt. (Archivbild)

Denis Kapustin (M.), auch als Nikitin bekannt, posiert mit dem „Russischen Freiwilligenkorps“ nach Angriffen auf Belgorod in der letzten Woche. Die Einheit hat die „zweite Phase“ ihrer Angriffe angekündigt. (Archivbild)

Das „Russische Freiwilligenkorps“ unter der Leitung des ehemals in Köln ansässigen Neonazis Denis Kapustin ist nach Russland vorgerückt. 

Das „Russische Freiwilligenkorps“, angeführt von dem zeitweise in Köln ansässigen Neonazi Denis Kapustin, hat laut eigenen Angaben die „zweite Phase“ ihrer Angriffe auf die russische Grenzregion Belgorod gestartet. In ihrem Telegram-Kanal kündigte die Freiwilligen-Einheit, die für die Ukraine gegen Kremlchef Wladimir Putin kämpft und sich aus Russen zusammensetzt, weitere Angriffe in dem Gebiet an.

Russische Freiwilligeneinheiten: „Wir kommen, um Russland zu befreien – von Belgorod bis Wladiwostok“

Wenig später meldeten russische Nachrichtenagenturen den Beschuss des Ortes Schebekino in der Region Belgorod. Acht Menschen seien verletzt worden, berichtete die staatliche Agentur Tass am Donnerstagmorgen. Das „Russische Freiwilligenkorps“ bekannte sich in den sozialen Netzwerken zu dem Angriff.

„Die ‚tapferen‘ Verteidiger der Putin-Bande versammelten sich protokollgemäß im Verwaltungsgebäude, wir ließen sie zusammenkommen und ‚bedeckten‘ sie mit GRADS“, verkündete das Freiwilligenkorps auf Telegram. „Grad“ bezeichnet das Raketenwerfer-System BM-21.

Auch die zweite bekannte russische Freiwilligen-Einheit, die „Legion Freiheit Russlands“, kündigte am Donnerstagmorgen erneute Angriffe im russischen Grenzgebiet an und veröffentlichte ein Video, das Kämpfer der Einheit an der russischen Grenze zeigen soll.

Russland reagiert mit Evakuierungen und warnt Einwohner vor Lebensgefahr

„Wir werden bald wieder in russisches Gebiet eindringen, um Freiheit, Frieden und Ruhe zu schaffen“, heißt es in dem Video. „Wir kommen, um ganz Russland zu befreien – von Belgorod bis Wladiwostok“, die Angriffe in der Vorwoche seien „nur der Anfang“ gewesen, hieß es weiter.

In Russland reagierte man auf die Ankündigung und den Beschuss des Ortes Schebekino. Die Verwaltung des Bezirks habe mit der Evakuierung der Bewohner begonnen, hieß es in ersten Berichten. Für die Bewohner der Region bestehe dabei allerdings Lebensgefahr, warnte der regionale Politiker Wjatscheslaw Gladkow auf Telegram.

Bereits in der Vorwoche Angriffe auf Region Belgorod in Russland

„Wenn eine dringende Evakuierung erforderlich ist, fahren wir die geschützte Ausrüstung zu Ihren Häusern“, erklärte Gladkow. Weitere Evakuierungen sollen erst stattfinden, „wenn sich die Lage beruhigt“. Aus dem Kreml gab es am Donnerstagmorgen zunächst keine Stellungnahme.

Gladkow teilte später am Tag jedoch mit, der Angriff sei „vereitelt“ worden. „Mehr als 30 ukrainische Terroristen, vier gepanzerte Kampffahrzeuge, ein Mehrfachraketenwerfer vom Typ Grad und ein Pickup wurden im Grenzgebiet zur Ukraine getötet“, erklärte der russische Regionalpolitiker. 

Die beiden russischen Freiwilligen-Einheiten hatten bereits in der Vorwoche mit Angriffen auf Belgorod für Wirbel gesorgt. Das „Russische Freiwilligenkorps“ und die „Legion Freiheit Russlands“ waren zunächst ohne große Gegenwehr in das Gebiet eingedrungen und konnten kleinere Ortschaften besetzen, ehe die russischen Streitkräfte reagieren konnten. Erst nach zwei Tagen war Russland in der Lage, die Eindringlinge aus dem Gebiet zu vertreiben.

Kölner Neonazi Denis Kapustin ist Anführer des „Russischen Freiwilligenkorps“

Der ehemals in Köln ansässige Anführer des „Russischen Freiwilligenkorps“, Denis Kapustin – auch als Nikitin bekannt – äußerte sich am Morgen zunächst nicht zu den neuen Vorstößen, verbreitete jedoch Beiträge seiner Einheit auf seinem Telegram-Kanal weiter.

Die Freiwilligen-Einheit betont in ihren Beiträgen, dass sie nicht gegen die Zivilbevölkerung kämpfe und forderte die Bewohner der Region dazu auf, in Deckung zu bleiben.

Zudem behauptete die Einheit von Denis Kapustin, sie bekomme viele Zuschriften von russischen Bürgern, „die es satthaben, unter den Füßen blutiger Henker zu leben“. Viele würden ihnen ihre Unterstützung beim Kampf gegen „Wladimir Putin und seine Speichellecker“ anbieten, hieß es weiter.

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