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„Irritieren ihn nicht“Tiefstwerte für Merz – Sprecher zweifelt Umfragen an

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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, r.) zusammen mit Stefan Kornelius, Sprecher der Bundesregierung, bei der Bundespressekonferenz. (Archivbild)

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, r.) zusammen mit Stefan Kornelius, Sprecher der Bundesregierung, bei der Bundespressekonferenz. (Archivbild)

Welche Konsequenzen zieht Kanzler Friedrich Merz aus schlechten Umfragewerten? Sprecher Stefan Kornelius hat sich dazu geäußert.

Das Wahldebakel der CDU in Sachsen-Anhalt hatte Bundeskanzler Friedrich Merz innerparteilich massiv unter Druck gebracht. Am Mittwoch bekam der Kanzler, der in den jüngsten Umfragen mitunter Negativrekorde hinnehmen musste, dann jedoch Rückendeckung von den CDU‑Ministerpräsidenten. Zuvor war seit Tagen darüber spekuliert worden, ob er sich als Kanzler halten kann.

Die schlechten Beliebtheitswerte brächten Merz nicht von seinem Reformkurs ab, betonte am Mittwoch (16. September) nun Regierungssprecher Stefan Kornelius – und sorgte mit Zweifeln an der Seriosität der Erhebungen für Aufsehen.

Regierungssprecher kritisiert Umfrageinstitute

„Umfragewerte sind Momentaufnahmen, die ihn dabei nicht irritieren“, erklärte der Regierungssprecher mit Blick auf Kanzler Merz zunächst und fügte dann hinzu: „Deswegen können wir jeden dritten Tag eine Umfrage hervorziehen, bei denen ich übrigens mal sehr infrage stelle, wie sie vernünftig und seriös zustande kommen.“

Keines dieser Institute, „die in dieser Frequenz Umfragen auf den Tisch legen“, habe die „Finanzressourcen, um solche Umfragen zu machen“, hieß es weiter von Kornelius. „Also sollten wir vielleicht alle mal sehr vorsichtig mit diesem Instrument umgehen.“

Kornelius über Umfragen: „Nicht unbedingt valide Ableitungen“

Auf den Hinweis, viele Umfragen seien von Medien in Auftrag gegeben und bezahlt, fügte Kornelius hinzu: „Ich glaube, die demoskopischen Grundlagen für viele Umfragen, nicht für alle Umfragen, können auch eine nähere Betrachtung durchaus vertragen.“ Daraus könnten nicht unbedingt valide Ableitungen gezogen werden, hieß es weiter vom Regierungssprecher. 

Merz steht seit dem Debakel bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt massiv unter Druck. Vereinzelt wurde zuletzt über seine Ablösung diskutiert. Bereits für Sonntagabend nach den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin setzte er eine Präsidiumssitzung an. Außerdem sagte er seine für kommende Woche geplante Reise nach New York zur Generaldebatte der UN-Vollversammlung ab.

Schlechte Umfragewerte für Kanzler Friedrich Merz

Zuletzt hatte der Kanzler in mehreren repräsentativen Umfragen schlechte Werte hinnehmen müssen. Im Trendbarometer von RTL/ntv waren mit der Arbeit von Merz zuletzt etwa nur noch zehn Prozent der Bundesbürger zufrieden. Merz fiel damit auf den tiefsten Wert seiner gesamten Kanzlerschaft. Im Gegenzug hielten 88 Prozent der Befragten die Leistungen des Kanzlers für nicht ausreichend.

Rund eine Woche nach der Wahl in Sachsen-Anhalt stürzte die Union zudem in einer YouGov-Umfrage auf einen historischen Tiefstwert ab, wie die „Welt“ berichtete. Demnach würden aktuell nur 18 Prozent der Befragten die CDU/CSU wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre. 29 Prozent der Befragten würden derweil für die AfD stimmen, so das Umfrageergebnis.

Andere Umfrageinstitute sehen die Union derweil teilweise noch über 20 Prozent. Bei der Forschungsgruppe Wahlen sowie bei Allensbach erreicht die Union 22 und 22,5 Prozent, bei Forsa und Infratest dimap sind es 21 Prozent. (das/dpa)