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Tausende Drogentote in EuropaEU-Bericht: Deutschland mit einem Viertel der Todesfälle

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Kokain

Mehr als vier Millionen Menschen konsumierten in Europa im vergangenen Jahr Kokain. (Archivbild)

Der neue EU-Drogenbericht warnt: Drogenkartelle rekrutieren gezielt Jugendliche für Gewalttaten und den Drogenhandel.

Der neue EU-Drogenbericht 2026 zeigt eine beunruhigende Entwicklung: Kriminelle Banden rekrutieren gezielt junge Menschen für brutale Taten.

Laut dem Jahresbericht 2026 der EU-Drogenagentur (EUDA) rekrutieren Drogenkartelle in Europa vermehrt Heranwachsende für den Vertrieb von Betäubungsmitteln und für brutale Akte. Insbesondere junge Leute aus prekären sozialen Verhältnissen werden demnach von kriminellen Organisationen für gewaltsame Handlungen wie Bedrohungen, Angriffe oder sogar Tötungsdelikte engagiert. Die Drahtzieher im Hintergrund organisieren dabei die Planung, Bewaffnung, Finanzierung und den Transport.

Die Rekrutierung findet den Fachleuten zufolge teilweise in sozialen Netzwerken statt und folgt sogenannten Gewalt-als-Dienstleistung-Modellen. Nach Bewertung der in Lissabon, der Hauptstadt Portugals, ansässigen Agentur ist dieser Trend ein Aspekt eines Drogenmarktes, der an Komplexität und Gefahr zunimmt. Auf diesem Markt erscheinen ständig neue, häufig hochpotente Stoffe.

Immer mehr neue und hochwirksame Substanzen

In rasantem Tempo gelangen neue Stoffe in Umlauf, wenngleich herkömmliche Rauschmittel wie Cannabis, Kokain und Heroin nach wie vor stark präsent bleiben. Im zurückliegenden Jahr erfasste man in Europa erstmalig 50 neue psychoaktive Substanzen. Die Gesamtzahl der von der Agentur beobachteten derartigen Stoffe beläuft sich mittlerweile auf 1.050.

„Die Drogenmärkte entwickeln sich rasant weiter, und die Vielfalt der Substanzen auf den Straßen Europas wird immer unvorhersehbarer“, äußerte EUDA-Direktorin Lorraine Nolan warnend. Dies erhöhe die Gefahr, dass Konsumenten unwissentlich hochpotente Drogen zu sich nehmen.

Tausende Drogentote – Deutschland besonders betroffen

Neuartige synthetische Opioide bereiten den Fachleuten besondere Besorgnis. Bereits kleinste Mengen dieser hochpotenten Substanzen können eine tödliche Wirkung haben. Nach wie vor stellen Opioide, häufig in Verbindung mit anderen Stoffen, die primäre Ursache für drogenassoziierte Todesfälle in Europa dar. Laut Schätzungen der EUDA ereigneten sich 2024 mindestens 7.600 Todesfälle durch eine Überdosis (im Vergleich zu knapp 7.500 im Jahr 2023), wobei zumeist ein Mischkonsum vorlag. Auf Deutschland entfiel mit 1.912 Fällen ein Viertel sämtlicher erfasster Todesfälle.

Der EU-Innenkommissar Magnus Brunner machte auf die gesellschaftlichen Konsequenzen des Rauschgiftkonsums aufmerksam. „Wir müssen alles daransetzen, um zu verhindern, dass gefährliche neue Produkte den Markt überschwemmen“, unterstrich er. Es sei erforderlich, „mit aller Härte des Gesetzes gegen illegale Händler vorgehen“.

Cannabis bleibt meistgenutzte Droge

Mit circa 25 Millionen Nutzern jährlich ist Cannabis weiterhin das am häufigsten konsumierte Rauschmittel in Europa. Ferner stellen die Behörden eine Zunahme des Konsums von Crack fest, der als besonders problematisch gilt. Der Markt für Kokain verharrt ebenfalls auf einem hohen Level: Ungefähr 4,3 Millionen Personen zwischen 15 und 64 Jahren konsumierten im letzten Jahr in Europa diese Substanz.

Schmuggler passen sich an Kontrollen an

Schmuggler adaptieren ihre Strategien unterdessen immer effektiver an den erhöhten behördlichen Druck. Als Reaktion auf intensivierte Überwachungsmaßnahmen in bedeutenden Häfen wie Rotterdam und Antwerpen weichen sie dem Bericht zufolge vermehrt auf kleinere Hafenanlagen aus. Darüber hinaus greifen sie auf neue Taktiken wie das Umladen auf offener See, den Einsatz von Drohnen, Speedbooten und sogar semisubmersiblen Fahrzeugen zurück, um Rauschgift beispielsweise aus Südamerika oder Afrika nach Europa zu transportieren. (dpa/red)

Eine weitere bedenkliche Entwicklung stellt eine neue Gefahr dar: In verschiedenen EU-Staaten kam es jüngst zur Sicherstellung von E-Zigaretten, die sowohl Nikotin als auch Cannabinoide beinhalteten. Derartige Erzeugnisse könnten in Zukunft als Transportmittel für noch riskantere Stoffe genutzt werden, so die Warnung der EUDA. Die Grundlage des Berichts bilden Informationen aus den 27 Mitgliedsstaaten der EU sowie aus Norwegen und der Türkei.

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.