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Eigentore des US-Präsidenten?Tierfoto und Rangliste – Trump erntet Spott und Häme im Netz

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US-Präsident Donald Trump hat in den sozialen Netzwerken für Aufsehen gesorgt. (Archivbild)

US-Präsident Donald Trump hat in den sozialen Netzwerken für Aufsehen gesorgt. (Archivbild)

Donald Trump und die US‑Regierung haben die sozialen Netzwerke in dieser Woche mal wieder für skurrile Beiträge genutzt. 

US-Präsident Donald Trump und die US-Regierung haben – mal wieder – mit Beiträgen in den sozialen Netzwerken für Irritationen gesorgt. Zunächst erntete das Weiße Haus reichlich Spott für ein Tierfoto, auf dem ein Weißkopfseeadler eine Kanadagans attackiert. Mit dem Motiv wollte die US-Regierung offenbar die angebliche Überlegenheit der USA, deren Wappentier der Weißkopfseeadler ist, im Streit mit Kanada demonstrieren.

Trump hat seine Provokationen gegen das Nachbarland am Donnerstag (27. August) noch einmal verschärft: Der US-Präsident unterzeichnete am Donnerstag in Washington ein Dekret zur Umbenennung des Ontariosees in „Amerikasee“. Die Änderung sei „sofort wirksam“, sagte Trump. Hintergrund ist der Handelsstreit zwischen den beiden Ländern.

Streit mit Kanada: Weißes Haus kassiert Spott für Tierfoto

Im Kontext der Auseinandersetzung mit Kanada veröffentlichte das Weiße Haus bereits am Mittwoch das vermeintlich triumphale Tierfoto – kassierte dafür im Netz jedoch vor allem Spott. Mehrere Nutzer wiesen etwa auf der Plattform X darauf hin, dass Duelle zwischen Weißkopfseeadlern und Kanadagänsen nicht zwangsläufig mit einer Niederlage für die Entenvögel endeten.

Oftmals wurde als Beleg auf Fotos aus einer Serie des kanadischen Hobbyfotografen Mervyn Sequeira verwiesen, der mit seinen Aufnahmen von einem Aufeinandertreffen der beiden Tiere bereits 2025 für Aufsehen gesorgt hatte. Während einige Fotos der Reihe tatsächlich aussehen, als würde der Weißkopfseeadler die Kanadagans niederringen, endete das Duell nach Angaben des Fotografen schließlich mit einer Niederlage für den stattlichen Raubvogel.

Kanadagänse können Weißkopfseeadler abwehren

Die Gans habe trotz des rund 20-minütigen Kampfes der beiden Tiere keine schwerwiegenden Verletzungen davongetragen – und die Adler-Attacken immer wieder erfolgreich abgewehrt, berichtete der Fotograf damals dem Sender CBC. „Als wir dachten, dass es für die Gans nun wirklich vorbei sei, gab der Weißkopfseeadler seltsamerweise einfach auf und flog davon.“

Das vom Weißen Haus verwendete Foto stammt jedoch nicht aus der Fotoreihe des Kanadiers, zeigt aber eine fast identische Szene. In der Bilddatenbank des Cornell Lab of Ornithology ist die vom Weißen Haus veröffentlichte Aufnahme nach Angaben des „Spiegel“ zu finden. Entstanden sein soll das Foto im US-Bundesstaat New York. Das Weiße Haus macht selbst keine Angaben zum Urheber.

Rangliste der besten US-Präsidenten: Donald Trump setzt sich an die Spitze

Das vielfach belächelte Tierfoto sollte derweil nicht der einzige Post aus den Reihen der US-Regierung in dieser Woche bleiben, der von vielen Nutzern im Netz als Eigentor gewertet wurde. Am Donnerstagabend veröffentlichte Trump auf seiner Plattform Truth Social eine Rangliste der besten US‑Präsidenten – und setzte sich erwartungsgemäß an die Spitze, noch vor historischen Schwergewichten wie George Washington und Abraham Lincoln.

Seine demokratischen Amtsvorgänger Barack Obama und Joe Biden platzierte Trump derweil in der schlechtesten Kategorie. Seine republikanischen Vorgänger, etwa George W. Bush, fehlen derweil gänzlich in der Rangliste. „Trump hat offenbar keine Meinung dazu, welchen Platz Ronald Reagan und George W. Bush als Präsidenten einnehmen“, schrieb der Historiker Christopher W. Jones dazu auf der Plattform X.

„Mit Abstand der schlechteste Präsident in der Geschichte der USA“

Der Verschwörungstheorie-Experte Mike Rothschild sprach derweil von einer „dämlichen Liste“, die auf einer Grafik aus einer Ausgabe des „Life Magazine“ von 1948 basiere. Es sei „genau die Art von Dingen, die ein gesunder, leistungsstarker Mensch teilt“, fügte Rothschild sarkastisch hinzu. 

Während Trump sich selbst offenbar für den besten US-Präsidenten in der Geschichte hält, sehen Historiker und Politikwissenschaftler das deutlich anders. Michael Bailey, Politologe an der Georgetown University, sagte etwa kürzlich der „New York Times“, dass Trump der „mit Abstand schlechteste Präsident in der Geschichte der USA“ sei.

In einer Umfrage unter Historikern und Politikwissenschaftlern wurde der Republikaner derweil bereits 2024 auf den letzten Platz gewählt, während Joe Biden auf Platz 14 landete. Auch Trumps aktuelle Umfragewerte stützen seine Selbsteinschätzung keinesfalls. Die Zustimmungswerte des Republikaners erreichten in der vergangenen Woche einen neuen Tiefpunkt – nur noch ein Drittel der Amerikaner steht demnach hinter der Politik des US-Präsidenten.