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Anschlag in IsraelToter und Verletzte bei Explosionen in Jerusalem

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Israelische Polizisten der Spurensicherung ermitteln am Ort einer Explosion an einer Bushaltestelle. Der Bus, der davor steht, und die Haltestelle selbst sind stark beschädigt.

Israelische Polizisten der Spurensicherung ermitteln am Ort einer Explosion an einer Bushaltestelle.

Der letzte Anschlag mit mehreren Toten in Israel ist erst eine Woche her. Nun hat es in Jerusalem zwei Explosionen an Bushaltestellen gegeben. Die Polizei spricht von einem kombinierten Anschlag.

Bei zwei Explosionen an Bushaltestellen im Großraum Jerusalem ist ein Mensch getötet worden. Mindestens 18 weitere Personen wurden verletzt, darunter waren auch mehrere Schwerverletzte, wie der Rettungsdienst Magen David Adom (MDA) am Mittwoch mitteilte.

Die Polizei sprach vom Verdacht auf einen kombinierten Anschlag. In Jerusalem hat es in der Vergangenheit immer wieder Angriffe militanter Palästinenserorganisationen gegeben. Der scheidende Ministerpräsident Jair Lapid wollte am Mittag eine Dringlichkeitssitzung mit der Polizei- und Militärspitze abhalten. Die erste Explosion ereignete sich an einer Haltestelle am Stadtrand, dabei wurden elf Menschen verletzt.

Sprengsätze wurden wahrscheinlich aus der Ferne gezündet

Kurz darauf gab es Berichte über eine weitere Explosion an einer Haltestelle in Ramot nördlich der Stadt. Rettungskräfte kümmerten sich dort um drei Verletzte. Zudem wurden den Angaben nach vier weitere Patienten mit Stresssymptomen im Krankenhaus behandelt. Die Polizei sperrte wegen der Explosion am Stadtrand die Schnellstraße nach Tel Aviv.

Die Suche nach Verdächtigen laufe, teilte die Polizei mit. Medienberichten zufolge gebe es Hinweise darauf, dass die Sprengsätze aus der Ferne gezündet wurden. Wie die „Jerusalem Post“ berichtete, seien sie mit Nägeln und Schrauben gefüllt gewesen. Bei dem Toten handelt es sich demnach um einen Minderjährigen.

Eine abgesperrte Straße in Jerusalem. Im Hintergrund sind zwei Busse zu sehen, an der Haltestelle kam es zu Explosionen. Polizeiautos, Sicherheitskräfte und Zivilisten stehen auf der Straße.

Die Straße rund um die Bushaltestelle ist abgesperrt, während die israelische Polizei den Ort des Anschlags untersucht.

Der israelische Abgeordnete Joav Ben-Zur von der strengreligiösen Schas-Partei sprach von einer „Rückkehr zum Horror und den schweren und blutigen Tagen des zweiten Palästinenseraufstands Intifada“. Israels Abschreckungskraft sei kaum noch existent. „Jeden Tag erhebt der Terror wieder sein Haupt“, sagte er.

Der rechtsextreme Politiker Itamar Ben-Gvir sagte am Ort der Explosion am Stadtrand von Jerusalem, die Verantwortlichen müssten einen „Preis für den Terror“ zahlen. Er forderte unter anderem eine Rückkehr zu gezielten Tötungen und eine Verschärfung der Haftbedingungen für militante Palästinenser in Israel. „Wir müssen so schnell wie möglich eine Regierung bilden“, sagte Ben-Gvir, der derzeit bei den Koalitionsverhandlungen das Ministerium für innere Sicherheit für sich fordert „Der Terror wartet nicht.“

Zwei Polizisten in Jerusalem untersuchen ein silbernes Auto nahe der Bushaltestelle, wo sich die Explosionen ereigneten.

Polizisten untersuchen ein Auto nahe der Bushaltestelle, wo sich die Explosionen ereigneten.

Das Bündnis von Ben-Gvir und dem Politiker Bezalel Smotrich wurde bei der Parlamentswahl in Israel am 1. November drittstärkste Kraft. Vergangene Woche waren bei einem Anschlag nahe einer israelischen Siedlerstadt im Westjordanland drei israelische Männer getötet worden. Ein 18-jähriger Palästinenser hatte dem Militär zufolge an zwei Orten mehrere Menschen mit einem Messer angegriffen. In diesem Jahr starben bereits mindestens 26 Menschen durch Anschläge in Israel, Ost-Jerusalem und dem Westjordanland, darunter auch mehrere Soldaten und Sicherheitskräfte.

Seit dem Frühjahr unternimmt Israels Armee im besetzten Westjordanland auch vermehrt Razzien. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Ramallah wurden dieses Jahr mehr als 140 Palästinenser in Zusammenhang mit Militäreinsätzen, bei Zusammenstößen oder eigenen Anschlägen getötet. Es gibt zudem zunehmend Berichte über Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser, israelische Aktivisten oder Soldaten.

Für Aufsehen sorgten am Mittwoch zudem Berichte über die Entführung der Leiche eines israelischen Staatsbürgers aus einem Krankenhaus in der Palästinenserstadt Dschenin. Der 18-jährige Zivilist sei zuvor bei einem Autounfall ums Leben gekommen, teilte die israelische Armee mit. Man erwarte nun, dass sie in einem humanitären Akt an die israelischen Behörden übergeben werde. Die Stadt Dschenin gilt als eine Hochburg militanter Palästinenser. (dpa)