Migranten zur Abschiebung einsammeln – die Trump-Regierung sorgt mit fünf gratis Videospielen für Aufsehen und erntet scharfe Kritik.
„Mauer bauen. Abschieben“Trump-Regierung bringt Videospiele heraus – und erntet Empörung

US-Präsident Donald Trump. (Archivbild)
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Das Weiße Haus hat die Politik von US-Präsident Donald Trump in einen Online-Spielautomaten übersetzt. In Anlehnung an die frühen Videospiele in Spielhallen bietet die US-Regierung auf ihrer Homepage unter dem Titel „Arcade“ mehrere Spiele im grob pixeligen Retro-Design an, die die zentralen Themen der US-Regierung aufgreifen. Gleich zwei Spiele inszenieren Trumps Politik gegen irreguläre Einwanderung und die Sicherung der Grenze zu Mexiko.
„Schütze die Grenze vor der heranrückenden Horde“ steht unter dem Spiel „Build The Wall“, bei dem Nutzer eine Mauer an der Grenze errichten sollen. „Rio Run“ funktioniert wie das Handyspiel Snake – allerdings sammelt dabei die Figur eines Grenzbeamten Figuren, die Migranten darstellen sollen, auf dem Spielfeld ein. Anschließend reihen sie sich in einer immer länger werdenden Schlange hinter ihn ein und tragen orangefarbene Häftlingskleidung.
Migranten werden im Spiel zu Schlange aus Häftlingen
Geradezu harmlos wirkt dagegen das Spiel „Flappy Bill“, das mit seinem Namen und Spielprinzip an den populären Smartphone-Titel „Flappy Bird“ erinnert und den Nationalstolz in den Fokus rückt. Der Spieler soll dabei einen Weißkopfseeadler – den Wappenvogel der USA – durch die Umgebung der Parkanlage National Mall in der Hauptstadt Washington steuern. Dort befinden sich berühmte Monumente und an einem Ende auch das Kapitol.

Ein Screenshot aus einem vom Weißen Haus veröffentlichten Video zeigt eines der von der US-Regierung herausgebrachten Videospiele.
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Andere Themen sind die Ernährung an Schulen und die „Trump Accounts“, ein von der Regierung propagiertes Anlagemodell für Kinder, bei dem für jedes Kind, das während Trumps zweiter Amtszeit (2025 bis 2028) geboren wurde, 1000 US-Dollar auf ein Anlagekonto eingezahlt werden.
US-Regierung wirbt für Videospiele: „Nicht aufhören zu gewinnen“
In den sozialen Netzwerken wirbt das Weiße Haus unterdessen offensiv für die Spiele. „Nicht aufhören zu gewinnen. Die Mauer bauen. Abschieben. Ein Trump-Konto füllen“, heißt es in einem Beitrag auf der Plattform X etwa.
Bei der politischen Opposition und bei Menschenrechtsgruppen stoßen die Spiele unterdessen auf scharfe Kritik. „Trumps Weißes Haus hat buchstäblich Videospiele auf einer Regierungswebsite gebaut, bevor es etwas getan hat, um Amerikas Erschwinglichkeitskrise zu lösen“, schrieb etwa die demokratische Abgeordnete Jessica González aus Texas auf X.
Kritik von Menschenrechtsgruppen an Trumps Videospielen
Menschenrechtsaktivisten fanden derweil schärfere Worte. Amerika Garcia Grewal von der Frontera Federation, einer gemeinnützigen Organisation, die sich für Gemeinden an der Grenze zwischen den USA und Mexiko einsetzt, erklärte, die Spiele würden ihr Übelkeit bereiten.
Die US-Regierung spiele schon seit Jahren „mit dem Leben der Menschen“ und habe nun „ein Videospiel aus ihrem Tun gemacht“, fügte sie hinzu. Die Spieldesigner hätten „den Bezug dazu verloren, was es bedeutet, Mensch zu sein und sich um andere zu kümmern“, zitierten US-Medien die Co-Direktorin der Frontera Federation weiter.
Ähnlich äußerte sich auch Adriana Jasso, eine Koordinatorin bei Amigos International, einer Non-Profit-Organisation, die ebenfalls an der Grenze zu Mexiko aktiv ist. Die Spiele zeugten von einem „Mangel an Ernsthaftigkeit“ in einer Zeit, in der Menschen in US-Haftzentren sterben würden, kritisiert Jasso und fügte hinzu: „Damit wird das Thema dargestellt, als wäre es ein Spiel – was es in Wirklichkeit aber nicht ist.“ (mit dpa)
