Maduros Gefangennahme und der US-Angriff auf Venezuela sorgen für Proteste. In der US-Regierung herrscht derweil gute Stimmung.
„Sergej, frohe Weihnachten“Russland und China attackieren die USA – Washington verspottet Moskau

Gute Laune in Washington: US-Präsident Donald Trump (M.) zusammen mit Außenminister Marco Rubio (l.) und Verteidigungsminister Pete Hegseth. (Archivbild)
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Der US-Angriff auf Venezuela sorgt weiter für Wirbel – und für internationale Proteste. Das angegriffene Land, Russland und China haben die Freilassung des von US-Streitkräften festgenommenen venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro und dessen Ehefrau gefordert. Nach dem US-Angriff am Wochenende kritisierten die UN-Botschafter der Staaten nun in einer Sondersitzung des Sicherheitsrates das aggressive Vorgehen der USA, das sie als völkerrechtswidrig einstuften.
Die US-Streitkräfte hatten Ziele in Venezuela angegriffen sowie den autoritären Machthaber Maduro und dessen Ehefrau gefangengenommen und außer Landes gebracht. Maduro wurde in New York unter anderem wegen Drogendelikten angeklagt. Am Montag musste der 63-Jährige vor Gericht erscheinen und erklärte sich für nicht schuldig im Sinne der Anklage und sprach davon, dass er „gekidnappt“ worden sei.
Russen beklagen „US-Dominanz durch Gewalt, Chaos und Willkür“
Die Regierung in Caracas hatte die Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats mit Unterstützung Chinas und Russlands beantragt. Zur Begründung hieß es, die Attacke stelle einen Verstoß gegen die UN-Charta dar und gefährde den Frieden in der Region und der ganzen Welt.
Insbesondere der russische UN-Botschafter äußerte scharfe Kritik und bezeichnete das Vorgehen der USA als „Vorbote einer Rückkehr in eine Ära der Gesetzlosigkeit und US-Dominanz durch Gewalt, Chaos und Willkür“ aus machtpolitischen und wirtschaftlichen Gründen. Dass Russland seit 2014 Krieg gegen das Nachbarland Ukraine führt, blieb dabei unerwähnt.
Moskau will „unverzügliche Freilassung“ von Nicolás Maduro
„Im Zusammenhang mit den bestätigten Berichten, dass sich der entführte Präsident Venezuelas, Nicolás Maduro, und seine Frau in den Vereinigten Staaten und, wie wir heute wissen, in New York aufhalten, fordern wir die amerikanische Führung auf, den rechtmäßig gewählten Präsidenten eines unabhängigen Staates und seine Frau unverzüglich freizulassen“, forderte UN-Botschafter Wassili Nebensja.
Russland verurteile den US-Angriff „auf Venezuela, der gegen alle internationalen Rechtsnormen verstößt, aufs Schärfste“, hieß es weiter. Es gebe keine Rechtfertigung für „das zynisch von den Vereinigten Staaten in Caracas begangene Verbrechen“, hieß es weiter vom russischen UN-Botschafter.
Kritik aus China: „Kein Land kann als Weltpolizei agieren“
„Kein Land kann als Weltpolizei agieren, und kein Staat kann sich anmaßen, der internationale Richter zu sein“, hieß es derweil aus China. Militärische Mittel seien keine „Lösung von Problemen“, hieß es. Der willkürliche Einsatz von Gewalt werde zu einer größeren Krise führen. Ähnlich äußerten sich Kuba, Iran und Kolumbien.

Nach Angriffen des US-Militärs steigt Rauch über Caracas auf. Die USA haben Venezuela am 3. Januar angegriffen und Machthaber Nicolás Maduro gefangen genommen. (Archivbild)
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Die USA argumentierten unterdessen, Maduros Festnahme sei eine „chirurgische Strafverfolgungsmaßnahme“ gegen einen „Drogenterroristen“ gewesen. Maduro sei nicht das legitime Staatsoberhaupt. Wer ihn unter Berufung auf die UN-Charta gleichbehandle, missbrauche diese. Die USA verwiesen außerdem darauf, dass mehr als 50 Länder Maduros Wiederwahl 2024 ablehnten und ihn nicht als rechtmäßig gewählten Präsidenten Venezuelas anerkennen.
Spott und Häme für Moskau aus den USA: „Sergej, frohe Weihnachten“
Gleichzeitig muss sich Russland auch Spott und Häme aus den USA gefallen lassen. Bereits am Wochenende hatte US-Außenminister Marco Rubio die Proteste aus Moskau süffisant kommentiert. Moskau habe in der Ukraine bereits „genug zu tun“, erklärte Rubio.
„Wir hatten erwartet, dass die russische Führung das Maduro-Regime rhetorisch unterstützen würde. Ich glaube, sie stecken schon bis zum Hals in der Ukraine“, sagte Rubio und ließ es eine Spitze gegen den russischen Außenminister Sergej Lawrow folgen. „Wenn Lawrow das sieht, denkt er sich bestimmt: ‚Sergej, frohe Weihnachten‘“, erklärte Rubio, der damit auf das orthodoxe Weihnachtsfest, das am 7. Januar gefeiert wird, angespielt haben dürfte.
Pete Hegseth verspottet russische Luftabwehrsysteme
Am Montag legte dann US-Verteidigungsminister Pete Hegseth mit Häme gegenüber Russland nach. Hegseth spielte dabei auf die von Venezuela verwendete russische Luftabwehr an. „Vor drei Nächten haben wir gesehen, wie fast 200 unserer größten Amerikaner in die Innenstadt von Caracas gingen. Scheint so, als hätten diese russischen Luftabwehrsysteme nicht so gut funktioniert, oder?“, sagte Hegseth bei einer Rede am Montag.
Berichten zufolge hatten die US-Streitkräfte bei ihrem Angriff auf Venezuela zwei von Russland an Venezuela gelieferte Luftabwehrsysteme des Typs Buk-M2E zerstört. Kursierende Aufnahmen zeigten entsprechende Trümmer auf dem Gelände eines Luftwaffenstützpunkts etwa 75 Kilometer östlich von Caracas. Auf anderen Bildern war ein weiteres zerstörtes Luftabwehrsystem an einem anderen Standort zu sehen. (mit dpa)

