Ein alter Geburtstagsgruß an Jeffrey Epstein taucht meterhoch in Washington auf. Trump weist jede Urheberschaft zurück.
Meterhohe InstallationTrumps Geburtstagskarte an Epstein zieht Aufmerksamkeit auf sich

Eine Kunstaktion in Washington thematisiert einen alten Trump-Gruß an den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
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In Washington steht seit Sonntag eine Installation, die Erinnerungen an einen der heikelsten Namen der jüngeren US-Geschichte weckt: Jeffrey Epstein. Drei Meter hoch ist die Nachbildung einer Geburtstagskarte, die US-Präsident Donald Trump vor mehr als 20 Jahren an den später verurteilten Sexualstraftäter geschrieben haben soll.
Aufgestellt wurde das Kunstwerk von einer Gruppe, die sich „The Secret Handshake“ nennt. Wie der US-Sender CNN berichtet, erhielt die Installation eine Genehmigung und darf bis zum 23. Januar auf der Promenade zwischen Kapitol und Lincoln Memorial stehen. Epsteins Geburtstag ist der 20. Januar.
Trump bestreitet Urheberschaft – Anspielung auf geschwärzte Epstein-Akten
Die Karte ist zweigeteilt. Auf der linken Seite steht der Satz: „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, du ‚großartiger Kerl‘!“ Rechts ist der mutmaßliche Gruß Trumps zu sehen, eingerahmt von einem gezeichneten Frauenkörper. Die Unterschrift „Donald“ befindet sich ungefähr auf Höhe des Intimbereichs. Trump hatte bereits nach dem Auftauchen früherer Kopien der Karte bestritten, ihr Urheber zu sein.

Menschen betrachten auf einer Kunstinstallation an der National Mall Geburtstagsgrüße, die der mittlerweile gestorbene Sexualstraftäter Epstein vor rund 20 Jahren erhielt und die angeblich vom heutigen US-Präsident Trump stammen.
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Vor der Installation steht ein Pult mit Stiften. Besucherinnen und Besucher werden aufgefordert, eigene Nachrichten an die Trump-Regierung zu hinterlassen. „‚The Secret Handshake‘ lädt euch ein, den Geburtstag von Präsident Donald Trumps ‚engstem Freund‘, Jeffrey Epstein, zu feiern“, heißt es dort. Zwischen den Textzeilen sind Schwärzungen zu sehen – eine offensichtliche Anspielung auf die bislang nur teilweise veröffentlichten Epstein-Akten.
Epsteins Tod sorgt bis heute für wilde Spekulationen
Erstmals öffentlich gemacht hatte die Karte das „Wall Street Journal“ im Juli 2025. Sie soll aus einem Geburtstagsbuch stammen, das Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell zu seinem 50. Geburtstag zusammengestellt hatte. Trump bestritt schon damals, den Gruß geschrieben zu haben.
Jeffrey Epstein bewegte sich über Jahre in den höchsten gesellschaftlichen Kreisen der USA. Der Finanzier betrieb einen Missbrauchsring und missbrauchte systematisch Minderjährige. Nach seiner Festnahme starb er 2019 mit 66 Jahren in einer Gefängniszelle. Offiziell beging er Suizid, doch sein Tod sorgt bis heute für Spekulationen. Auch Trump verbrachte Zeit mit Epstein, wie mehrere Party-Videos belegen. Strafrechtlich wurde Trump im Zusammenhang mit Epstein bislang nicht belangt.
Frühere Skulptur zeigte Trump und Epstein Hand in Hand
Im Dezember unterschrieb Trump unter Druck des Kongresses ein Gesetz, das das US-Justizministerium zur Offenlegung der Ermittlungsakten verpflichtet. Die Frist ist verstrichen, veröffentlicht wurde bislang nur ein Teil. Warum Trump die vollständige Freigabe ablehnt, ist unklar – im Wahlkampf hatte er sie noch gefordert.
Die Aktion reiht sich ein in frühere politische Kunstwerke auf der National Mall. Bereits im September war dort eine Skulptur aufgetaucht, die Trump Hand in Hand mit Epstein zeigte. Darunter stand: „Best Friends Forever“. (sbo/dpa)

