Trumps radikale Aussagen über den Iran sorgen für scharfe Kritik. Auch einstige Unterstützer sind schockiert.
Amtsenthebung gefordert„Geisteskrank und unfähig“ – Trumps Worte sorgen für Entsetzen

US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. (Archivbild)
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Die jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump sorgen für scharfe Kritik und Empörung – auch in den Reihen einstiger Unterstützer des Republikaners. Demokratische Politiker forderten unterdessen mit Blick auf Trumps Worte über den Iran die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen den US-Präsidenten. Anlass der vehementen Kritik sind mehrere Aussagen, die Trump seit Sonntag (5. April) geäußert hat.
„Dienstag wird im Iran der Tag der Kraftwerke und der Brücken sein – alles in einem. So etwas wird es noch nie gegeben haben!!! Öffnet die verf.. Meerenge, ihr verrückten Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle leben – wartet es ab! Gelobt sei Allah“, hatte Trump zunächst am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social geschrieben.
Donald Trump bezeichnet Iraner als „Tiere“
Am Montag legte der US-Präsident dann noch einmal mit radikaler Rhetorik nach: Auf die Frage eines Reporters, warum ein Angriff auf die Infrastruktur des Landes kein Kriegsverbrechen sein soll, sagte Trump, weil die Iraner „Tiere“ seien.

US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. (Archivbild)
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Bei einer Pressekonferenz bekräftigte der Republikaner später am Montag schließlich erneut seine Drohungen gegen den Iran und sein Ultimatum. Falls Teheran nicht bis Mittwochnacht, 2.00 Uhr MESZ, die Straße von Hormus öffne, werde die US-Armee massive Angriffe ausführen, erklärte der US-Präsident.
US-Präsident droht mit Zerstörung von Brücken und Kraftwerken
„Wir haben einen Plan, dank der Macht unseres Militärs, der vorsieht, dass jede Brücke im Iran zerstört und jedes Kraftwerk im Iran außer Betrieb genommen wird – brennend, explodierend und für immer unbrauchbar“, erklärte Trump und fügte hinzu: „Das könnte innerhalb von vier Stunden geschehen, wenn wir wollten.“
Im Iran gibt man sich unterdessen unbeeindruckt von den Worten des US-Präsidenten. Der Sprecher der Khatam-al-Anbiya-Kommandozentrale, Ebrahim Zolfaqari, sagte laut Staatsmedien, die „rüde, arrogante Rhetorik und haltlosen Drohungen des wahnhaften US-Präsidenten“ würden Irans Angriffe gegen die „amerikanischen und zionistischen Feinde“ nicht stoppen.
Iran kontert „wahnhafte“ Trump-Aussagen
Ali-Akbar Welajati, außenpolitischer Berater des obersten iranischen Führers, schrieb derweil auf X, die arabischen Staaten sollten – „um zu verhindern, dass die Region im Dunkeln versinkt“ – Trump klarmachen, dass der Persische Golf „kein Ort für Glücksspiel“ ist.
Trumps Rhetorik sorgt unterdessen auch in den USA für Entsetzen – und Rufe nach einem Amtsenthebungsverfahren. „Der 25. Verfassungszusatz existiert aus gutem Grund. Der Präsident der Vereinigten Staaten ist ein Wahnsinniger und eine Gefahr für die nationale Sicherheit unseres Landes und der übrigen Welt“, schrieb etwa die demokratische Kongressabgeordnete Yassamin Ansari bei X. „Er ist ganz offensichtlich geisteskrank und unfähig“, fügte sie hinzu. Der 25. Verfassungszusatz ermöglicht es, den Präsidenten seines Amtes zu entheben.
„Der Präsident verliert den Verstand, und das ist eine sehr gefährliche Situation für Amerika und die Welt“, schrieb auch Ansaris Parteikollege Greg Stanton, äußerte jedoch Zweifel an der Durchführbarkeit eines Amtenthebungsverfahrens. „Das würde natürlich in der Praxis einen Beschluss des Präsidialkabinetts erfordern, was nicht passieren wird.“
Kritik an Donald Trump: „Das ist völlig, absolut wahnsinnig“
„Das ist völlig, absolut wahnsinnig“, erklärte auch der demokratische Senator Chris Murphy bei X mit Blick auf die jüngsten Aussagen des US-Präsidenten. Deutliche Worte kamen derweil auch von Murphys Parteikollege Chuck Schumer: „Der Präsident der Vereinigten Staaten poltert in sozialen Medien wie ein durchgedrehter Irrer“, erklärte Schumer. „So ist er, aber so sind wir nicht“, fügte Schumer hinzu.
„Dieser Mann ist zutiefst psychisch krank und befindet sich in einem gefährlichen Machtrausch. Er droht mit möglichen Kriegsverbrechen“, hieß es derweil auf X von der demokratischen Senatorin Patty Murray. „Republikaner sollten sich mit den Demokraten zusammenschließen, um diesen Krieg unverzüglich zu beenden“, forderte Murray außerdem.
Auch einstige Trump-Unterstützer wenden sich gegen US-Präsidenten
Während demokratische Politikerinnen und Politiker den Kriegskurs und die Aussagen des US-Präsidenten bereits seit Wochen scharf kritisieren, zeigen sich mittlerweile auch einstige Unterstützer Trumps empört über die Rhetorik des Republikaners.
„Jeder in seiner Regierung, der sich als Christ bezeichnet, muss auf die Knie fallen, Gott um Vergebung bitten, aufhören, den Präsidenten zu vergöttern, und Trumps Wahnsinn Einhalt gebieten“, schrieb etwa die ehemalige republikanische Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene, die in der Vergangenheit zu den vehementesten Unterstützern Trumps gehörte, sich zuletzt jedoch mit dem US-Präsidenten überworfen hatte.
„Das macht Amerika nicht wieder großartig, das ist teuflisch“
„Trumps Drohung, Kraftwerke und Brücken zu bombardieren, schadet dem iranischen Volk – genau den Menschen, von denen Trump behauptete, er würde sie befreien“, hieß es weiter von Taylor Greene. „Das ist nicht das, was wir dem amerikanischen Volk versprochen haben, als es 2024 mit überwältigender Mehrheit dafür gestimmt hat – ich weiß es, ich war mehr als die meisten anderen dabei. Das macht Amerika nicht wieder großartig, das ist teuflisch.“
Auch der frühere „Fox News“-Moderator Tucker Carlson, der sich in den vergangenen Jahren als glühender Unterstützer Trumps und der „MAGA“-Bewegung positioniert hat, äußerte nun scharfe Kritik am US-Präsidenten. Bereits im März hatte Carlson sich von Trumps Kriegskurs distanziert – und war dafür vom US-Präsidenten abgewatscht worden. „Tucker hat den rechten Weg verloren“, hieß es von Trump. „Er ist kein MAGA-Anhänger.“
Nach Trumps jüngsten Aussagen legte Carlson in seinem Podcast gegen den US-Präsidenten nach. Dass der US-Präsident am Ostersonntag das „F-Wort“ verwendet habe, sei ebenso unanständig wie sich über „die Religion anderer lustig zu machen“, erklärte Carlson laut „Newsweek“ nun. „Wir haben vorsätzlich zivile Infrastruktur bombardiert. Das ist völlig inakzeptabel“, fügte der Podcaster hinzu. „Zivilisten zu töten, die nichts falsch gemacht haben, die von Gott geschaffene Menschen sind, ist unmoralisch.“

