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Kremlchef provoziert JapanUkraine bombt Russland tiefer in die Ölkrise – Wut über Putins „Wahnsinn“

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Kremlchef Wladimir Putin am Donnerstag (13. August) bei einem Besuch in der russischen Stadt Yuzhno Sakhalinsk.

Kremlchef Wladimir Putin am Donnerstag (13. August) bei einem Besuch in der russischen Stadt Yuzhno Sakhalinsk.

Während in Russland ukrainische Drohnen einschlagen und Spekulationen aufkommen, sorgt Wladimir Putin für Ärger in Japan.

Die ukrainischen Streitkräfte haben bei neuen Drohnenangriffen tief im russischen Hinterland erneut ein Lager des größten russischen Versandhändlers Wildberries in Brand gesetzt. Die Firma, deren Lager die Ukraine seit Wochen attackiert, bestätigte den Angriff und den Brand. Das Gebäude sei evakuiert worden. Russische Behörden warfen der Ukraine einen weiteren „Terroranschlag“ gegen zivile Infrastruktur vor.

Die Ukraine selbst behauptet, dass Wildberries russischen Kriegszwecken diene. Das Unternehmen und der Kreml weisen das kategorisch zurück und sprechen von ziviler Infrastruktur. Tatsächlich konnte bei „Russlands Amazon“ jedoch auch militärische Ausrüstung bestellt werden. 

Berichte: Angriff auf große Gazprom-Ölraffinierie

Medien berichteten am Donnerstag (13. August) zudem von einem Drohnenangriff und einem Brand in einer Ölraffinerie des Energieriesen Gazprom. Die ukrainischen Telegram-Kanäle Exilenova+ und Supernova berichteten über den Angriff. Russische Anwohner meldeten laut dem Nachrichtenportal Astra zudem eine große schwarze Rauchsäule über der Anlage.

Die Gazprom-Raffinerie gehört nach Angaben der ukrainischen Zeitung „Kyiv Post“ zu den „wichtigsten Erdölverarbeitungsanlagen Russlands“. Dem Bericht zufolge können dort jährlich bis zu 7,5 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet werden – etwa 2,7 Prozent der gesamten Raffineriekapazität Russlands.

Ukraine nimmt russische Ölindustrie ins Visier

Die Raffinerie war bereits am 14. Juli von ukrainischen Drohnen angegriffen worden. Reuters berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass bei dem Angriff zwei primäre Ölverarbeitungsanlagen beschädigt wurden, was zur Einstellung des Betriebs in der Anlage führte.

Der erneute Angriff folgt auf mehrere erfolgreiche Schläge gegen die russische Ölindustrie in den vergangenen Wochen. Seit Anfang August haben mindestens vier russische Raffinerien nach ukrainischen Angriffen die Verarbeitung von Rohöl eingestellt, darunter Anlagen in den Regionen Orenburg, Tjumen, Saratow und Wolgograd.

Angriffe zeigen Wirkung: Lange Schlangen an russischen Tankstellen

Laut einer von der „Moscow Times“ zitierten Analyse von S&P Global waren im Jahr 2026 durch ukrainische Angriffe die Betriebsabläufe in mindestens 26 russischen Ölverarbeitungsanlagen gestört. Sieben dieser Anlagen hatten die Produktion bis Ende Juli nicht wieder aufgenommen. Einer anderen Analyse zufolge soll die Ölproduktion in Russland auf den niedrigsten Stand seit Mai 2002 gesunken sein.

Auch für die russische Bevölkerung sind die Angriffe spürbar. Bewohner von mindestens 16 russischen Regionen berichteten seit Anfang August von langen Schlangen an Tankstellen und Einschränkungen beim Kraftstoffverkauf. In einigen Regionen sind zudem manche Benzinsorten kaum noch erhältlich. 

Wladimir Putin bleibt auf Kurs – und plant Mobilmachung?

Aus Moskau gibt es unterdessen weiterhin keine Indikatoren für einen Kurswechsel. Die Spekulationen, dass Kremlchef Wladimir Putin nach den Parlamentswahlen im September eine erneute Mobilmachung anstreben könnte, halten sich hartnäckig – und sorgen für Ärger bei vielen Russen.

„Das ist komplett wahnsinnig, ich habe heute einen Einberufungsbescheid erhalten“, schilderte etwa ein Russe in einem Video, das am Mittwoch in den sozialen Netzwerken kursierte. Sollte er auf den Bescheid nicht reagieren, drohten ihm Sanktionen wie der Einzug des Führerscheins oder ein Ausreiseverbot, berichtete der Russe. 

Wladimir Putin provoziert Japan: „Absolut inakzeptabel“

Auch die andauernden ukrainischen Angriffe machen den Frust vieler Russen immer sichtbarer – zuletzt wurde Putin von vielen Bürgerinnen und Bürgern ungewöhnlich scharf kritisiert – etwa in Wortmeldungen in den sozialen Netzwerken. Der Kremlchef bleibt ungeachtet der steigenden Unruhe in Russland jedoch auf Kriegskurs.

Wladimir Putin bei seinem Besuch auf der von Russland kontrollierten und von Japan beanspruchten Insel Iturup vor der Küste von Hokkaido.

Wladimir Putin bei seinem Besuch auf der von Russland kontrollierten und von Japan beanspruchten Insel Iturup vor der Küste von Hokkaido.

In dieser Woche drohte Putin zunächst Europa mit einer russischen Reaktion auf die Beschlagnahmung von Schiffen der russischen Schattenflotte, die Moskau betreibt, um westliche Sanktionen zu umgehen. Am Donnerstag provozierte der Kremlchef dann mit einem Besuch auf der Inselgruppe der Kurilen Ärger und Protest in Japan. 

Die Inselgruppe liegt vor der Nordostküste Japans. Das sowjetische Militär hatte die Kurilen im Zweiten Weltkrieg erobert, seitdem ist russisches Militär dort präsent. Japan beansprucht jedoch die vier Hauptinseln der südlichen Kurilen und reagierte nun mit scharfem Protest auf Putins Besuch. Dieser „verletzt die Gefühle des japanischen Volkes und ist absolut inakzeptabel“, sagte Regierungschefin Sanae Takaichi. (mit dpa/afp)