Laut einer Datenauswertung konnten die ukrainischen Streitkräfte zwischen Mittwoch und Sonntag 201 Quadratkilometer zurückerobern.
Putins Arsenal schrumpftUkraine gelingt größte Rückeroberung seit 2023 – dank Elon Musk?

Die Gefechte entlang der Frontlinie in der Ukraine dauern an. Den ukrainischen Streitkräften sind laut einer US-Analyse zuletzt Geländegewinne gelungen. (Archivbild)
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Die ukrainischen Streitkräfte melden erneut erfolgreiche Angriffe auf Ziele in Russland und auf der von Moskaus Truppen illegal besetzten ukrainischen Halbinsel Krim. Der ukrainische Militärgeheimdienst (HUR) gab nun Schläge gegen ein Öl-Terminal in Südrussland und ein Luftverteidigungssystem auf der Krim bekannt.
In Südrussland griffen ukrainische Streitkräfte demnach eine Anlage von Tamanneftegaz nahe des Dorfes Wolna in der Region Krasnodar an. Laut ukrainischen Medienberichten soll in der Anlage ein Feuer ausgebrochen sein, das genaue Ausmaß der Schäden werde jedoch noch ermittelt, berichtete etwa die Zeitung „Kyiv Independent“. Das Öl-Terminal liegt demnach in der Nähe der Straße von Kertsch, östlich der besetzten Krim.
Russland bestätigt ukrainischen Angriff auf Öl-Terminal
Auf russischer Seite bestätigte der Gouverneur der Region Krasnodar einen ukrainischen Drohnenangriff. Mehrere Ziele seien angegriffen worden, darunter auch ein Treibstoff-Depot, hieß es von Weniamin Kondratjew. Zwei Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden.

Ukrainische Soldaten feuern eine Javelin-Rakete ab. (Archivbild)
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Die ukrainischen Streitkräfte berichteten unterdessen außerdem von einem Angriff gegen ein russisches Pantsir-Luftabwehrsystem, das von ukrainischen Medien als „eines der wichtigsten modernsten Luftverteidigungssysteme Russlands“ bezeichnet wird. Die Kosten eines einzelnen Systems liegen demnach zwischen 15 und 20 Millionen US-Dollar. Pantsir gilt demnach als wirksamstes System gegen Langstreckendrohnen.
Putins Pantsir: Ukraine meldet Fortschritte bei „strategischem Ziel“
Der ukrainische Inlandsgeheimdienst (SBU) meldet unterdessen Fortschritte bei der Erreichung eines „strategischen Ziels“ – der „systematischen Zerstörung“ russischer Pantsir-Luftabwehrsysteme. Mittlerweile sei die Hälfte des Pantsir-Bestands der russischen Armee zerstört worden, teilte der SBU zu Wochenbeginn mit.
Russland solle so für Angriffe aus großer Entfernung anfällig gemacht werden, hieß es weiter aus Kyjiw. Ein verkleinertes Pantsir-Arsenal ermögliche es den ukrainischen Streitkräften, russische „Militärstützpunkte, Lagerhäuser, Flugplätze und andere besetzte Einrichtungen“ effektiver anzugreifen.
Ukraine gelingen offenbar Geländegewinne an der Front
Auch an der Frontlinie kann die Ukraine derweil offenbar Erfolge verzeichnen. Laut einer Datenauswertung konnten die ukrainischen Streitkräfte zwischen Mittwoch und Sonntag 201 Quadratkilometer eigenes Staatsgebiet von der russischen Armee zurückerobern.
Wie am Montag aus der Analyse der vom amerikanischen Institute for the Study of War (ISW) bereitgestellten Daten hervorging, haben Kyjiws Streitkräfte seit einer Gegenoffensive im Juni 2023 nicht mehr so viel Gebiet in so kurzer Zeit zurückgewonnen. Die jüngst eroberte Fläche entspricht demnach fast den russischen Eroberungen des gesamten Monats Dezember (244 Quadratkilometer).
Elon Musk schaltet Starlink für den Kreml ab
„Diese ukrainischen Gegenangriffe nutzen wahrscheinlich die Blockierung des Zugangs der russischen Streitkräfte zum Satellitensystem Starlink aus, die laut russischen Militärbloggern die Kommunikation und die Führung beeinträchtigt“, erklärte das ISW. Russische Militärbeobachter hatten die Unterbrechung am 5. Februar festgestellt, nachdem der US-Tech-Unternehmer Elon Musk „Maßnahmen“ angekündigt hatte, um der Nutzung dieser Technologie durch den Kreml ein Ende zu setzen.

Ein ukrainischer Soldat feuert nahe Donezk auf russische Stellungen. Der Ukraine sind laut einer US-Analyse zuletzt Geländegewinne an der Front gelungen. (Archivbild)
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Laut Kyjiw umgingen russische Drohnen mit Hilfe von Starlink elektronische Störsysteme und konnten so ihre Ziele präzise treffen. Ohne die Nutzung von Starlink wurden in der vergangenen Woche laut ISW nur am 9. Februar russische Geländegewinne an der Front verzeichnet. An den übrigen Tagen machte die Uraine demnach Boden gut.
Ukraine: Rückeroberungen nahe Saporischschja
Die ukrainischen Rückeroberungen konzentrieren sich vordergründig auf eine Zone etwa 80 Kilometer östlich der Stadt Saporischschja, in der die russischen Truppen seit dem Sommer 2025 stark vorgerückt waren, berichteten die US-Analysten.
Mitte Februar kontrollierte Moskau 19,5 Prozent des ukrainischen Territoriums ganz oder teilweise, gegenüber 18,6 Prozent ein Jahr zuvor. Rund sieben Prozent – die Krim und ein Teil des Donbass – standen bereits vor Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 unter russischer Kontrolle. (mit afp)

