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Russen stürmen TankstellenAngriff trifft eine von Putins wichtigsten Raffinerien – Krise in Russland

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Ein Screenshot aus einem Video soll Rauchsäulen über der Raffinerie im russischen Jaroslawl zeigen.

Ein Screenshot aus einem Video soll Rauchsäulen über der Raffinerie im russischen Jaroslawl zeigen.

Die Ukraine setzt ihre Angriffe gegen Putins Ölindustrie fort – die Auswirkungen werden sofort an russischen Tankstellen sichtbar. 

Die Ukraine hat mit einer neuen Angriffswelle erneut zwei russische Ölraffinerien ins Visier genommen, darunter eine der größten Raffinerien Russlands in der Region Jaroslawl. Das berichtete der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag (6. August) auf der Plattform X. Die Anlage des Unternehmens Slavneft ist bereits mehrfach unter Beschuss geraten.

In den sozialen Netzwerken kursierten zudem Aufnahmen, die Explosionen und einen Großbrand auf dem Gelände der Raffinerie in Jaroslawl zeigen sollen. Unabhängig überprüfen lassen sich die Aufnahmen nicht.

Raffinerie in Jaroslawl gehört zu den größten in Russland

Russische Behörden sprachen vom bisher größten Angriff auf die Region, die etwa 250 Kilometer nördlich von Moskau liegt. 92 Drohnen seien über dem Gebiet abgeschossen worden, hieß es weiter. 

Die Raffinerie in Jaroslawl zählt zu den fünf größten Raffinerien Russlands und kann jährlich bis zu 15 Millionen Tonnen Rohöl verarbeiten. Sie ist die wichtigste Anlage von Slavneft, das von den russischen Staatskonzernen Rosneft und Gazprom kontrolliert wird.

Ein weiterer Angriff galt offenbar einer kleineren Raffinerie in der russischen Republik Baschkortostan – mehr als 1300 Kilometer von der Frontlinie in der Ukraine entfernt. Auch „zwei militärische Patrouillenboote und Schiffe der Schattenflotte“ seien bei der Angriffswelle ins Visier genommen worden, teilte Selenskyj zudem mit. 

Ukrainische Angriffe führen zu Treibstoffkrise in Russland

Die Ukraine nimmt immer wieder russische Ölraffinerien ins Visier – Kyjiws erklärtes Ziel ist es, die Treibstoffversorgung der russischen Armee zu stören und für Unruhe in der russischen Bevölkerung zu sorgen. Durch die ukrainischen Angriffe herrscht in Russland mittlerweile vielerorts Spritknappheit.

Anfang Juli schätzte der ukrainische Generalstab, dass Russland rund 43 Prozent der Raffineriekapazität eingebüßt habe. Die Produktion sei mit 3,91 Millionen Barrel pro Tag auf den niedrigsten Stand seit 21 Jahren gesunken, hieß es weiter.

Russland hat rund 40 Prozent der Raffineriekapazität verloren

Immer wieder kursieren Aufnahmen von langen Schlangen an russischen Tankstellen. Mitunter kommt es dabei auch zu wütenden Streitereien um die letzten Tropfen Benzin, wie einige Videos zeigen. Auch nach dem Angriff auf die Raffinerie in Jaroslawl wurden entsprechende Videos in sozialen Netzwerken veröffentlicht. 

Als Folge der Krise hat Russland – der weltweit drittgrößte Produzent fossiler Brennstoffe – mittlerweile die Ausfuhr von Benzin, Kerosin und Diesel verboten, während es Treibstoff aus Indien, Kasachstan und Belarus importiert, um dem Mangel zu begegnen. 

Die Schäden durch die ukrainischen Angriffe lassen sich jedoch offenbar nicht kurzfristig beheben. Selbst wenn es keine weiteren Schläge gegen Raffinerien und Öldepots geben würde, müsste Russland mindestens zwei Monate lang auf fast 40 Prozent der Kapazitäten verzichten, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters Mitte Juli unter Berufung auf „mit der Angelegenheit vertraute Quellen“.