Die Ukraine greift erneut an: Über St. Petersburg steigen Rauchsäulen auf. Flamingos schlagen indes in Kirow ein.
„Postapokalypse in Putins Heimat“Ukraine greift St. Petersburg an – Russen schimpfen über „Wahnsinn“

Ein Screenshot aus einem Video soll Rauchensäulen nahe St. Petersburg zeigen. Die Ukraine hat dort erneut ein Wildberries-Lagerhaus angegriffen.
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Erneut steigen enorme Rauchsäulen über einer russischen Großstadt auf: Die Ukraine hat ihre Angriffsserie gegen Lagerhäuser des russischen Online-Versandhändlers Wildberries fortgesetzt. In der Nacht auf Freitag (24. Juli) traf ein ukrainischer Drohnenangriff ein Logistikzentrum des als „russisches Amazon“ bekannten Unternehmens nahe der Metropole St. Petersburg.
Der Flughafen Pulkowo setzte zwischenzeitlich den Betrieb aus und nahm ihn erst am frühen Freitagmorgen wieder auf. Rund 50 Abflüge waren betroffen. Insgesamt schoss Russland nach eigenen Angaben in der Nacht 571 Drohnen ab, 59 davon in der Region St. Petersburg.
„Putins Heimatstadt sieht heute wie die Postapokalypse aus“
„Putins Heimatstadt Sankt Petersburg sieht heute wie die Postapokalypse aus, nachdem ukrainische Drohnen Treibstofftanks und eines der letzten verbliebenen Wildberries-Lagerhäuser getroffen haben“, berichtete auch der Russland-Experte und Korrespondent Yaroslav Trofimov auf der Plattform X.
Die Großstadt liegt mehr als 800 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Es war der dritte Drohnenangriff auf einen Wildberries-Standort innerhalb der vergangenen Tage. Ukrainische Medien berichteten am Freitag derweil auch über einen Brand in einem Wildberries-Lager in Simferopol. Eine Bestätigung für einen Angriff gab es jedoch nicht.
Ukraine nimmt Wildberries-Lagerhallen ins Visier
Die ukrainische Armee hatte zuletzt in Russland verstärkt Logistik- und Infrastruktur-Einrichtungen ins Visier genommen. Damit will sie nach eigenen Angaben den Nachschub für die russischen Truppen bei ihrer Offensive in der Ukraine stören.
Während bei den Angriffen auf die Wildberries-Lagerhallen bisher Drohnen zum Einsatz gekommen sind, hat die ukrainische Armee nun wohl erneut auch den Marschflugkörper Flamingo für einen Angriff genutzt.
Flamingo-Marschflugkörper treffen russische Fabrik
Ukrainische Medien und russische Telegram-Kanäle berichteten über einen Angriff auf eine Raketenfabrik in der russischen Stadt Kirow. Es habe erst Explosionen gegeben, dann sei ein Großbrand ausgebrochen, schilderten Augenzeugen gegenüber dem Telegram-Kanal Astra.
Das Rüstungsunternehmen Fire Point, Hersteller der Flamingo-Marschflugkörper, bestätigte unterdessen den Angriff und veröffentlichte in den sozialen Netzwerken ein Video, das den Start des Marschflugkörpers zeigen soll.
„In Kirow traf ein FP-5-Marschflugkörper vom Typ Flamingo das Unternehmen AVITEK“, schrieb Fire Point bei Telegram. „Das Unternehmen ist auf die Herstellung von Flugzeugkomponenten, luftabwehrfähigen Lenkflugkörpern, Zielraketen, Schleudersitzen und anderen Luftfahrtsystemen spezialisiert.“
Die jüngste Angriffsserie, insbesondere die Schläge gegen den beliebten Online-Händler Wildberries, sorgt unterdessen weiterhin für Frust bei der russischen Bevölkerung. Neben Aufnahmen, auf denen Rauchsäulen nahe St. Petersburg zu sehen sein sollen, kursierten am Freitag auch Videos, in denen Russen sich wütend und schockiert über die ukrainischen Angriffe äußern.
„Das ist doch der reinste Wahnsinn“
„Das ist doch der reinste Wahnsinn“, beklagt etwa eine Russin in einem der bei Telegram kursierenden Videos, in dem im Hintergrund ein Großbrand zu erkennen ist. „Als ich heute Morgen aufgewacht bin, habe ich das hier gesehen“, fügt die Frau hinzu. „Ich zittere immer noch. Ich glaube, es ist Wildberries in St. Petersburg.“
Trotz der ukrainischen Angriffe hält Kremlchef Wladimir Putin indes an seinem Kriegskurs fest. Die Ukraine und westliche Experten warnten zuletzt sogar, dass es deutliche Hinweise auf eine geplante Mobilmachung in Russland gebe – und somit auf eine Ausdehnung des Krieges.
