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Raffinerie, Wildberries, Flugplätze„Moskau wird fallen“ – Angriffe treffen zahlreiche Ziele in Russland

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Ein Screenshot aus einem Video des ukrainischen Verteidigungsministeriums soll ein brennendes Wildberries-Lager in Russland zeigen.

Ein Screenshot aus einem Video des ukrainischen Verteidigungsministeriums soll ein brennendes Wildberries-Lager in Russland zeigen.

Die ukrainischen Streitkräfte setzen ihre Angriffe fort – in Russland kursieren Aufnahmen von Großbränden aus dem ganzen Land.

Ein Wildberries-Logistikzentrum, eine Ölraffinerie und Flugplätze – die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bei einer erneuten massiven Angriffswelle in der Nacht auf Mittwoch (26. August) mindestens 16 Ziele in Russland angegriffen.

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj sprach in den sozialen Netzwerken von „Fernangriffen auf Ölanlagen – Russlands ‚Ölgeldbeutel‘, aus dem der Krieg finanziert wird“. Zudem seien „Flugplätze, eine Raketeneinheit und Infrastruktur, die für Angriffe auf die Ukraine genutzt wird“, attackiert worden, berichtete Selenskyj, der auch Schläge gegen ein Militärunternehmen und die russische Logistik erwähnte.

Großangriff: Russland spricht von 426 „abgefangenen“ Drohnen

Die ukrainischen Drohnenstreitkräfte, die für die meisten Angriffe tief in Russland verantwortlich sind, wählten unterdessen in den sozialen Netzwerken wie bereits bei früheren Angriffswellen deutliche Worte: „Wir werden standhalten. Moskau wird fallen“, verkündete die als „Magyars Vögel“ bekannte Einheit am Mittwoch.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden in der Nacht auf Mittwoch 426 ukrainische Drohnen „abgefangen und zerstört“. Auch die Hauptstadt Moskau war demnach Ziel der Angriffe. Die Flughäfen in Tambow, Nischni Nowgorod und Jaroslawl meldeten wegen Luftalarms zeitweise ausgesetzte Starts und Landungen.

Wildberries-Logistikzentrum geht in Flammen auf

In der Region Tambow, etwa 600 Kilometer südöstlich von Moskau, wurde demnach ein weiteres Lager des größten russischen Online-Versandhändlers Wildberries Ziel eines Drohnenangriffs. Der Brand in dem Lager in Kotowsk habe sich auf 100.000 Quadratmeter ausgedehnt, teilte der Gouverneur der Region, Jewgeni Perwyschow, mit.

In den sozialen Netzwerken kursierten entsprechende Aufnahmen. Dort sind ein Großbrand und eine enorme Rauchentwicklung zu sehen. Unabhängig überprüfen lassen sich die Aufnahmen derzeit nicht.

Ölraffinerie in Nischni Nowgorod angegriffen

Die Ukraine führt regelmäßig Angriffe tief im russischen Kernland durch, um Moskaus Fähigkeit zur Fortsetzung des Krieges zu schwächen. In den vergangenen Tagen griffen ukrainische Streitkräfte auch Lagerhäuser von Ozon, dem Hauptkonkurrenten von Wildberries, an.

In Nischni Nowgorod galt der jüngste Angriff unterdessen einer der größten russischen Ölraffinerien. Die Anlage des russischen Unternehmens Lukoil sei mit Drohnen angegriffen worden, teilte der ukrainische Generalstab am Mittwoch mit. Es sei ein Brand auf dem Gelände der Raffinerie ausgebrochen. Das Ausmaß des Schadens müsse jedoch noch ermittelt werden, hieß es weiter.

„Krieg muss dorthin zurückkehren, wo er hergekommen ist“

Von russischen Behörden lag zunächst keine Stellungnahme zu den Berichten über den Angriff vor. Russische Telegram-Kanäle veröffentlichten jedoch Aufnahmen der brennenden Raffinerie, die von Anwohnern in der Region stammen sollen. Augenzeugen hätten zudem von Luftalarm in der Region berichtet, hieß es dort.

„Der Krieg muss dorthin zurückkehren, wo er hergekommen ist“, bekräftigte unterdessen Selenskyj die ukrainische Strategie. „Die Ukraine reagiert auf russische Angriffe, und zwar so, dass die Kosten des Krieges für den Aggressor unweigerlich steigen.“

Ukrainische Angriffe: Frust und Kraftstoffkrise in Russland

In den vergangenen Monaten hat die Ukraine immer wieder die russische Ölindustrie ins Visier genommen – Treibstoffknappheit und Versorgungsengpässe in Russland waren die Folge. Nahezu täglich kursieren Aufnahmen von langen Schlangen vor russischen Tankstellen. Berichten zufolge sind manche Kraftstoffe in einigen russischen Regionen derzeit kaum noch erhältlich.

Die Angriffe sollen derweil nicht nur die Versorgung der russischen Armee schwächen, sondern auch den „Krieg nach Russland tragen“, wie Selenskyj erklärt hatte. Ziel ist es, dass der Überfall auf die Ukraine für Russinnen und Russen spürbare Nachteile entfaltet.

Tatsächlich zeigen die fortdauernden Angriffe die erhoffte Wirkung: Immer wieder wird für russische Verhältnisse ungewohnt offene Kritik an Kremlchef Wladimir Putin und der russischen Regierung laut. Der Kreml lehnt unterdessen jegliche ukrainischen Verhandlungsangebote ab und bekräftigt weiterhin seine für Kyjiw inakzeptablen Maximalforderungen. (mit dpa)