In fast drei Vierteln der Neubauten werden Wärmepumpen installiert, womit sich der Anteil in zehn Jahren mehr als verdoppelt hat.
Wärmepumpe auf dem VormarschFast drei Viertel der Neubauten werden damit beheizt

Wärmepumpen sind in Neubauten Standard, aber bei älteren Gebäuden dominieren Öl- und Gasheizungen. (Archivbild)
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Ein wachsender Anteil der in Deutschland neu errichteten Wohngebäude setzt auf Wärmepumpen als Heizsystem. Das Statistische Bundesamt gab bekannt, dass bei knapp drei Vierteln (73,6 Prozent) der rund 58.900 Wohngebäude, deren Fertigstellung in das Jahr 2025 fiel, Wärmepumpen die primäre Heizquelle waren. Diese Systeme werden zu den erneuerbaren Energien gezählt, da sie Geo- und Umweltthermie verwenden.
Der Anteil hat sich somit binnen eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt. Im Vergleichsjahr 2015 stellten Wärmepumpen bei lediglich gut 31 Prozent der zu dieser Zeit 105.600 erbauten Wohngebäude die führende Heiztechnologie dar.
Erneuerbare Energien bei Neubauten vorherrschend
In der Gesamtschau werden mittlerweile fast vier von fünf Neubauten (78,2 Prozent) vorwiegend durch erneuerbare Energie versorgt, wohingegen der Wert 2015 nur 38 Prozent betrug. Nach Angaben der Statistiker finden Wärmepumpen besonders in Ein- und Zweifamilienhäusern Anwendung. Bei ungefähr 78 Prozent dieser Häuser, deren Fertigstellung 2025 erfolgte, fungierte eine Wärmepumpe als das hauptsächliche Heizsystem. Die Kategorie der erneuerbaren Energien umfasst außer Erd- oder Luftwärmepumpen auch Holz (beispielsweise in Pelletheizungen oder Kaminöfen), ebenso wie Solarthermie, Biogas und Biomethan.
Gas verliert im Neubau an Bedeutung
Hingegen ist die Nutzung fossiler Energieträger bei Neubauten rückläufig. Im Jahr 2025 kam Erdgas lediglich in etwas mehr als 10 Prozent der Neubauten als primäre Energiequelle zur Anwendung. Ein Jahrzehnt davor betrug dieser Wert noch mehr als 50 Prozent. Als drittwichtigste Versorgungsart schließt sich Fernwärme mit einem Anteil von gut acht Prozent im Vorjahr an. Die Installation von Ölheizungen erfolgte nur noch bei einem geringen Teil der Neubauten (0,3 Prozent).
Bestandsgebäude: Gas und Öl weiterhin führend
Eine völlig andere Lage zeigt sich im Bereich der Bestandsgebäude. Dort ist Erdgas der vorherrschende Energieträger. Basierend auf dem Zensus 2022 meldete das Statistische Bundesamt, dass über die Hälfte (53,9 Prozent) der vorhandenen Wohngebäude auf diese Weise beheizt wird. Zusätzlich wurde bei circa einem Viertel (24,7 Prozent) Heizöl verwendet. Bisher hatten erneuerbare Energien im Gebäudebestand mit einem Anteil von gut zehn Prozent lediglich eine nachrangige Bedeutung.
Der Bausektor ist für das Ziel der Klimaneutralität Deutschlands bis 2045 von entscheidender Wichtigkeit, da auf ihn rund ein Drittel der CO2-Emissionen entfällt. Allerdings schreitet die energetische Modernisierung von Bestandsgebäuden nur zögerlich voran.
Die vorherige Ampel-Koalition beabsichtigte mit dem Heizungsgesetz, mittelfristig den Ausstieg aus Heizungen zu vollziehen, die fossile Brennstoffe nutzen. Von der aktuellen Bundesregierung wurde das Gesetz überarbeitet und die Bestimmung aufgehoben, wonach bei neuen Heizungsanlagen üblicherweise ein Mindestanteil von 65 Prozent erneuerbarer Energie erforderlich ist. (dpa/red)
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