Vor dem 25. Jahrestag von 9/11 werden damalige Vertuschungsversuche öffentlich. Donald Trump scheitert derweil mal wieder an Faktenchecks.
Wirbel vor Gedenken in den USATrumps 9/11-Märchen und ein vertuschtes Gift-Geheimnis

Die Zwillingstürme des World Trade Centers brennen hinter dem Empire State Building. Fast 3000 Menschen kamen durch die verheerenden Attacken vor 25 Jahren ums Leben.
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Am Freitag jähren sich die Terroranschläge vom 11. September 2001 zum 25. Mal – vor dem Gedenktag gibt es in den USA jedoch reichlich Wirbel. Zum einen sorgt US-Präsident Donald Trump mit seinen Angaben über seine persönlichen Erinnerungen an 9/11 für Aufsehen. Zum anderen hat New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani die Freigabe von Dokumenten angekündigt, die belegen sollen, dass die Stadtverwaltung das Ausmaß der Luftbelastung mit Asbest und anderen Giftstoffen nach den Anschlägen vertuscht hat.
Viele Menschen seien damals krank geworden, weil die Verantwortlichen „sie belogen haben und ihnen sagten, es sei sicher, die giftige Luft einzuatmen“, sagte der Bürgermeister. Die Stadtverwaltung habe mit ihrer Vertuschungsaktion die eigene Haftung begrenzen wollen, führte Mamdani aus. Insgesamt sollen jetzt 173.000 Seiten binnen zwölf Monaten online veröffentlicht werden. Die Nichtregierungsorganisation Health Watch hatte die Stadt auf Herausgabe der Informationen verklagt.
9/11: Tausende Menschen in Folge von Rauch und Staub gestorben
Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörden starben mehr als 9400 Menschen an Krebs und anderen Krankheiten, die durch den Staub und Rauch beim Einsturz des World Trade Centers verursacht wurden. Das sind mehr als dreimal so viele Todesopfer wie bei den Anschlägen selbst, bei denen 2977 Menschen in den USA getötet wurden.
Namen von Verantwortlichen nannten Mamdani und Health Watch nicht. Die Dokumente könnten aber die früheren Bürgermeister Michael Bloomberg und Rudy Giuliani belasten. Letzterer war zum Zeitpunkt der Terroranschläge im Amt.
Erhebliche Zweifel an Donald Trumps Angaben zum 11. September
Während mit Giuliani ein Vertrauter von Donald Trump nun erneut in den Fokus rücken könnte, sorgt auch der US-Präsident im Vorfeld des 9/11‑Gedenktages für Aufsehen. Wie bereits in der Vergangenheit, berichtete Trump in dieser Woche erneut von dramatischen Szenen, die er angeblich persönlich im September 2001 erlebt haben will. Dabei unterscheidet sich Trumps Schilderung teilweise deutlich von damaligen Fernsehbildern.
Trump behauptete erneut, kurz nach den Anschlägen am Morgen des 11. Septembers in ein Gebäude nahe des World Trade Centers gegangen zu sein. „Ich habe gerade ein großes Gebäude in New York gebaut und habe die gesamte Mannschaft gleich nach diesem Vorfall dorthin gebracht“, sagte er und fügte hinzu, er habe gedacht, das Gebäude würde einstürzen.
Donald Trump: „Sie packten mich unter den Armen“
„Wir dachten, es würde direkt auf uns herabstürzen, und da waren zwei Feuerwehrmänner, große, kräftige Kerle“, sagte Trump in Washington. „Und ich bin nicht gerade der Kleinste auf der Welt. Sie packten mich unter den Armen und sagten: ‚Wir müssen hier raus.‘ Und sie hoben mich buchstäblich hoch. Das ist gar nicht so einfach. Ich bin kräftig gebaut. Sie hoben mich hoch und rannten mit mir los. Ich sagte: ‚Leute, ich kann selbst laufen‘, aber sie waren einfach unglaublich.“
Mit seinen Worten erweckte Trump den Eindruck, er sei während oder kurz nach den Anschlägen vor Ort gewesen. „Ich habe noch nie eine so unglaubliche Ansammlung von Stahl und – leider – Leichen und allem, was man sich nur vorstellen kann, gesehen“, erklärte Trump. Doch Belege für seine Darstellung gibt es nicht, wie die Faktenchecks einiger US-Medien aufzeigen.
Keine Belege für Trumps Geschichte – Geschäftsmann saß vor TV
Belegt ist allerdings, dass Trump am 11. September 2001 vor dem Fernseher saß. Tatsächlich wurde der damalige Geschäftsmann sogar live bei einem lokalen TV‑Sender zugeschaltet – und erzählte dort, er habe die Anschläge aus dem Fenster beobachtet und sein Gebäude sei nun wieder das höchste in New York Downtown.
Trump hat seine Erzählungen zu seinem persönlichen Erleben von 9/11 bereits mehrfach umgedichtet und etwa behauptet, mit Mitarbeitern nach den Anschlägen zum Ground Zero gefahren zu sein, um dort bei den Rettungsarbeiten zu helfen. Auch an diesen Angaben gibt es bereits seit langer Zeit erhebliche Zweifel.
Feuerwehrmann zweifelt an Trumps Geschichte: „Nie gesehen“
„Ich habe selbst viele Monate dort verbracht und ihn nie gesehen“, sagte der damalige Feuerwehrmann Richard Alles nun etwa der „New York Times“ angesichts der Angaben des US‑Präsidenten. „Er war damals ein Privatmann. Ich weiß nicht, welche Rolle er dort überhaupt hätte spielen können.“
Am 11. September 2001 hatten Islamisten des Terrornetzwerks Al Kaida vier Passagierflugzeuge gekapert. Zwei von ihnen steuerten sie in das World Trade Center in New York, beide Zwillingstürme stürzten dadurch ein. Ein weiteres Flugzeug schlug am Pentagon nahe Washington ein. Eine vierte Maschine stürzte im Bundesstaat Pennsylvania ab, weil sich Insassen wehrten.
