Kerstin Herrenbrück ist Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Höhenhaus und macht sich Gedanken, wie man Jesus gebührend empfängt.
Wort zum SonntagEin Plädoyer für Tee und Plätzchen

Selbst gebackene Plätzchen – würde Jesus das gefallen?
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„Wie soll ich dich empfangen?“, so fragt der Pfarrer Paul Gerhardt im 17. Jahrhundert in einem Adventslied. Das ist eine gute Frage, und wir müssen sie doch stellen, finde ich: Wie soll ich dich empfangen, kleiner großer Jesus? Und wie begegne ich dir?
Mit selbstgebackenen Plätzchen vielleicht? Oder bei Tee und Kerzenschein gemütlich auf dem Sofa? Wie wäre es mit einem Treffen auf dem Weihnachtsmarkt? Bei der Weihnachtsfeier mit den Kolleginnen oder beim Adventsbasar?
So manche mögen jetzt verständnislos den Kopf schütteln: Nein – so nun wirklich nicht. Das ist sicher nicht das, was dir, kleiner großer Jesus gefallen würde, weil Advent von der Bibel her ja nun doch ganz anders gedacht sei. Und dann höre ich Worte wie „Bußzeit statt Gemütlichkeit“ oder „Fasten statt Naschen!“
Ob dir das besser gefallen würde? Ich bin mir nicht sicher. Klar, Konsumrausch und Gottvergessenheit – das macht dir keine Freude, ebenso wenig wie pausenlose Hetze und Selbstvergessenheit. Aber ob ich die Hoffnung, die du mir schenkst, nicht doch auch in dem Stern über der Marktbude entdecken kann – oder deine Gegenwart spüren in dem Duft der frischgebackenen Plätzchen? Deine Liebe, steckt sie nicht auch in den selbstgestrickten Socken auf dem Basar?
Doch, kleiner großer Jesus – ich glaube wohl. Du kommst in mein Leben – mitten hinein. Da kann ich dir begegnen – da bist du mit deinem Glanz. Und ich mag dich genau dort empfangen mit meinem Gloria, weil da dann Hoffnung und Liebe und Frieden glitzert – so, wie nur du es glitzern lassen kannst.
