Der richtige Reifendruck am Fahrrad ist entscheidend für Sicherheit und Fahrspaß. So finden Sie den passenden Wert.
Mehr als nur LuftACE gibt Tipps zu Reifendruck und Profil am Fahrrad

Zu wenig Luft? Zu viel? Der richtige Reifendruck steht meist direkt auf der Reifenflanke.
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Für Sicherheit und Fahrvergnügen ist der korrekte Reifendruck am Rad essenziell. Aber wie findet man den passenden Wert und wie häufig ist eine Kontrolle nötig?
Nicht nur bei Kraftfahrzeugen, auch bei Fahrrädern ist der passende Luftdruck von zentraler Bedeutung. Ebenso hat das korrekte Reifenmodell für den spezifischen Verwendungszweck einen positiven Einfluss auf Bequemlichkeit, Geschwindigkeit, Fahrsicherheit und die Anfälligkeit für Pannen. Der Auto Club Europa (ACE) versorgt Radfahrer mit Ratschlägen.
Wo finde ich den richtigen Luftdruck?
Normalerweise genügt eine Betrachtung der Reifenflanken. Dort spezifizieren die Produzenten den minimalen und maximalen erlaubten Druck in Bar oder PSI. Je nach Zuladung oder Fahrbahnbelag sollten Radfahrer den Wert innerhalb dieses Bereichs justieren. Mehr Last erfordert mehr Druck, weniger Gepäck entsprechend weniger.
Als Hinweis empfiehlt der Verkehrsclub, den hinteren Reifen mit mehr Druck zu füllen als den vorderen. Der Grund dafür ist, dass das Hinterrad einer stärkeren Belastung ausgesetzt ist als der Vorderreifen. Einen genauen Wert gibt es laut ACE hierfür nicht, es wird aber eine Faustregel von circa 5-10 Prozent genannt.
• Falls sich im vorderen Reifen beispielsweise 3,5 Bar befinden, sollten im hinteren Rad etwa 3,8 Bar sein.
• Wichtig ist: Beide Reifen müssen stets innerhalb des vorgegebenen minimalen und maximalen erlaubten Luftdrucks bleiben.
Wie oft sollte ich den Luftdruck messen?
„Das kommt sehr auf den Einsatzzweck an“, äußert sich ACE-Technikexperte Marcel Mühlich. Freizeit- und Berufs-Rennradfahrer gehen auf Nummer sicher und prüfen vor jeder Tour. Vergleichbar verhalten sich Trail Rider und Downhiller.
„Pendlerinnen und Pendler, die regelmäßig fahren, sollten alle ein bis zwei Wochen prüfen. Mit der Zeit bekommt man ja ein Gefühl für den richtigen Luftdruck.“ Falls das Fahrrad schwammig oder schwerfällig reagiert und mehr Kraftaufwand beim Treten nötig ist, fehlt Luft.
„Aber der Luftverlust ist in der Regel schleichend und man gewöhnt sich an den weicheren Zustand. Deswegen lieber mal einmal mehr kontrollieren“, erklärt Mühlich. „Wenn man auch optisch sieht, dass der Reifen zu wenig Luft hat, dann ist auch wirklich zu wenig drin.“
Flexibel den Reifendruck unterwegs anpassen
Ein erhöhter Luftdruck senkt grundsätzlich den Rollwiderstand. Dies kann gerade bei E-Bikes zu einer größeren Reichweite beitragen.
Der Nachteil: Der Fahrkomfort leidet und die Bodenhaftung auf losen oder unebenen Belägen verringert sich.
Daher können alle, die auf ihrer Strecke eine Passage mit Kies, Wald- oder Feldwegen einplanen, den Druck entsprechend absenken. Hierfür ist eine Akkuluftpumpe für unterwegs praktisch, um die Drücke anzupassen. Es ist aber auch allgemein sinnvoll, eine Luftpumpe mit Druckmesser oder einen Reifendruckprüfer bei sich zu haben. Denn Ventile, Reifen und Schläuche sind niemals gänzlich dicht.
Reifenbreite und Profil für verschiedene Terrains
• Wer öfter auf bestimmten Belägen unterwegs ist, kann sich mit einem besonderen Fahrradreifen darauf einstellen. Breitere Reifen gewähren meist mehr Bequemlichkeit und Grip, steigern jedoch tendenziell den Rollwiderstand.
• Wer häufig auf asphaltierten Strecken fährt, kann auf Pneus mit geringer Profilierung zurückgreifen.
• Wer vorwiegend schlammige oder lose Beläge befährt, wählt Modelle mit gröberen Profilblöcken. Diese verschaffen Vorteile bei der Kraftübertragung und Spurhaltung.
Als Mittelweg zwischen beidem führt der ACE Stollenreifen mit durchgehender Mittelrippe an. Diese können auf Asphalt leiser und leichter rollen. Auf losen und rutschigen Untergründen mit Matsch oder Kies verschaffen sie jedoch zusätzliche Bodenhaftung. Wer ausschließlich im Gelände fährt, kann reine Stollenreifen nutzen.
Alles hat ein Ende – auch die Lebensdauer der Reifen
Bei Pkws schreibt der Gesetzgeber eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor. Dies ist für Fahrradreifen nicht der Fall. Der ACE empfiehlt Radfahrern jedoch, ihre Profile nicht vollständig herunterzufahren. Und falls Reifen aushärten oder sprödes Gummi aufweisen, sollten neue montiert werden, ganz gleich, wie gut das Profil noch erscheint. Denn im schlimmsten Fall könnten sie andernfalls abrupt platzen. (dpa/red)
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