Ihr Kind ist plötzlich ein „Picky Eater“? Warum das meist kein Grund zur Sorge ist und wie Eltern reagieren sollten.
„Mag nicht“ am EsstischWas Eltern tun können, wenn Kinder plötzlich mäkelig werden

Meist endet die wählerische Essensphase bei Kindern ganz von allein.
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Wenn der Nachwuchs, der eben noch mit Freude Gemüse verzehrte, auf einmal fast jede Mahlzeit mit einem klaren „Mag ich nicht“ ablehnt, ist das oft kein Grund zur Panik. Laut dem „Netzwerk Gesund ins Leben“ können Erziehungsberechtigte zumeist gelassen reagieren. Dieses als „Picky Eater“ bekannte, selektive Essverhalten setzt oftmals um den zweiten Geburtstag herum ein. Zuvor zeigen sich die meisten Kleinkinder neugierig auf unbekannte Aromen und kosten bereitwillig die Speisen der Eltern.
Anschließend folgt nicht selten ein Zeitabschnitt, in dem die Kleinen ihre Ernährung auf eine kleine Auswahl an Nahrungsmitteln begrenzen, wie etwa Bananen, Brezeln oder Nudeln ohne Soße. Die Bereitschaft, unbekannte Speisen zu kosten, ist in dieser Zeit meist nicht vorhanden.
Meist unbedenklich
Laut dem Netzwerk gibt es hierfür verschiedene Gründe. In manchen Fällen sind es ein fremdes Aroma oder eine andere Konsistenz, die eine ablehnende Haltung bewirken. Ebenso können für das Alter typische Bestrebungen nach Selbstständigkeit dahinterstecken.
In diesem Zeitraum brauchen sich Erziehungsberechtigte normalerweise keine Gedanken über eine unzureichende Nahrungs- oder Nährstoffzufuhr machen, erklärt die Organisation. „Lehnt euer Kind bestimmte Lebensmittel eine Zeit lang ab, isst es sich an anderen satt.“ Eltern dürfen darauf bauen, dass die Freude am Essen, die Gewöhnung und die Neugier bei ihrem Nachwuchs auf lange Sicht die Oberhand behalten. In den meisten Fällen hört die selektive Phase von selbst wieder auf.
Spaß am Essen unterstützen
Erziehungsberechtigte können generell darauf hinwirken, den Spaß und das Interesse am Essen zu stärken. Beispielsweise können sie bei Speisen, die nicht mehr gemocht werden, alternative Garmethoden testen. Möglicherweise wird gekochte Paprika verschmäht, während das Gemüse in rohem Zustand weiterhin akzeptiert wird.
Dem Nachwuchs sollte es zudem gestattet sein, Nahrung mit sämtlichen Sinnen zu erkunden: Betrachten, daran riechen und es berühren ist gestattet. Schließlich ist es für Eltern und weitere Bezugspersonen wichtig zu berücksichtigen, welche Essgewohnheiten sie vorleben. Wer selbst bestimmte Speisen mit Genuss verzehrt, darf auch beim eigenen Kind mit einer höheren Probierbereitschaft rechnen.
Manipulation, gutes Zureden oder Druck sind jedoch kontraproduktiv und können die Situation sogar verschärfen. „Das Kind entscheidet selbst, was es probieren möchte“, stellt das Netzwerk klar. In dieser Situation sind Nachsicht, Ruhe und Toleranz gefragt.
Wann ein Arztbesuch ratsam ist
Ein selektives Essverhalten kann in bestimmten Situationen bedenklich werden. Alarmsignale sind beispielsweise die vollständige Verweigerung fester Kost, fehlendes Hungergefühl, das Hochwürgen von Mahlzeiten oder ein signifikanter Gewichtsverlust.
Wenn die äußerst wählerische Nahrungsaufnahme über mehrere Wochen oder Monate andauert und eventuell Defizite auftreten, ist der Gang zum Kinderarzt oder zur Kinderärztin empfehlenswert. (dpa/red)
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