„Weiter Party machen“12 Vorsätze, die wir als Eltern schnell über Bord werfen

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Ein fröhliches Leben mit Kindern - und Chaos.

Köln – Als Menschen, die mitten im Leben stehen, neigen wir dazu, Pläne zu machen. Wir bereiten uns akribisch auf Dinge vor und legen uns zurecht, wie wir was handhaben wollen. Das tun wir nicht nur im Job, sondern auch in der Familienplanung.

Also entwickeln wir vor der Geburt gewisse Erziehungsgrundsätze, an die wir uns mit Kind halten wollen. Das mag klug sein – lässt sich aber in den meisten Fällen nicht durchhalten, wie folgende Beispiele zeigen.

Ich werde nie in Babysprache sprechen…

…und dann kommt er doch irgendwann, der Satz, der all unsere Vorsätze zunichtemacht: „Hast du beim Wau Wau auch Ei gemacht?“

Wir werden nicht diese tausend sinnlosen Anschaffungen tätigen…

…bis das Kind zum ersten Mal erkältet ist. Dann kaufen wir doch den Aufsatz für den Staubsauger, der unserem Kind den Rotz aus der Nase ziehen soll. Dann greifen wir doch zu der Einschlaf-CD mit den Staubsauger-, Mixer- und Fön-Geräuschen, damit wir am Abend endlich mal unsere Ruhe haben.

Im ersten Jahr wird mein Kind nicht mit Zucker in Berührung kommen…

…beim ersten Kind mag dieses Vorhaben noch irgendwie durchzusetzen sein, spätestens beim zweiten aber scheitern wir. Spätestens dann, wenn das große Kind dem kleinen in der Eisdiele eine Vanillekugel ins Gesicht drückt.

Den Brei fürs Baby werde ich selbst kochen…

So geht's: Das Kind spuckt einem den schön berechneten Breibestand einfach um die Ohren.

So geht's: Das Kind spuckt einem den schön berechneten Breibestand einfach um die Ohren.

…doch dann sind wir unterwegs und das Baby hat Hunger und vor der Tupperdose in der Handtasche haben wir Angst und also ist ein gekauftes Gläschen dann doch ganz praktisch, nun ja.

Ich werde selbstverständlich weiter auf mein Äußeres achten…

…und dann wird doch die Jogginghose unser bester Freund, weil uns die alten Sachen eh noch nicht wieder passen und wir bei all der Müdigkeit einfach etwas Gemütliches um die Hüften brauchen.

In unserer Wohnung wird nur im Kinderzimmer Spielzeug geduldet…

…und schließlich erwischen wir uns dabei, mit bloßen Händen in den Staubsaugerbeutel zu greifen, um nach einer Playmobil-Pistole zu suchen, die gerade noch auf dem Wohnzimmer-Teppich lag und die zu dem Piratenschiff gehört, dass wir grad vom Fußboden auf den Schrank gestellt haben, auf dem sonst unsere Lieblingsvase steht.

Ich werde mein altes Leben weiterleben und auf Partys gehen…

…jaja, irgendwann wieder. Wer aber über Monate keine Nacht mehr durchgeschlafen hat, ist eben nicht mehr ganz so scharf drauf, auch noch freiwillig eine Nacht durchzumachen. Keine Sorge, andere Eltern werden Verständnis dafür haben.

Es wird keine Spielzeuge geben, die Lärm machen…

…die Idee ist gut – bis zum ersten Geburtstag des Kindes jedenfalls. Dann bringt die Tante dieses bunte Plastik-Ding mit, das blinkt und singt und noch während wir es heimlich in der hinterletzten Ecke verschwinden lassen wollen, entdeckt das Kind das neue Spielzeug und strahlt es dermaßen an, dass wir auch nicht mehr anders können, als unseren ursprünglichen Plan zu verwerfen und ihm das Ding in die Hand zu drücken.

Erwischt! Kinder suchen sich manchmal komische Spielzeuge.

Erwischt! Kinder suchen sich manchmal komische Spielzeuge.

Fernsehen dürfen meine Kinder erst mit Schuleintritt…

… das Vorhaben scheitert schneller als wir uns versehen, denn plötzlich ruft der Chef an und das Kind schreit im Hintergrund. Was also tun? Kleine Videos auf Youtube helfen doch eigentlich immer, ein Kind für kurze Zeit zum Schweigen zu bringen. Ist ja nur eine Ausnahme...

bis das Kind zum ersten Mal zwei Wochen mit Lungenentzündung flach liegt und wir denken: ach naja, so ein bisschen Medienkonsum schadet doch sicherlich nicht, wenn ich dafür mal einmal kurz in Ruhe kochen kann. Apropos Kochen…

Gegessen wird, was auf den Tisch kommt…

…das lässt sich so lange einhalten, wie wir akzeptieren, alleine zu essen. Ansonsten bieten wir doch abwechselnd Fischstäbchen mit Kartoffelbrei oder Nudeln ohne Tomatensauce an, damit das Kind wenigstens irgendwas im Bauch hat.

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Das Kind wird sich uns anpassen müssen – nicht umgekehrt…

...und dann sitzen wir Abend für Abend Händchenhaltend am Kinderbett undbegleiten unsere Kleinen in den Schlaf. Und wenn das nicht klappt und das Kind immer noch schreit, dann packen wir es ins Auto – oder fahren mitten in der Nacht um den Block, bis endlich ein leises Schnarchgeräusch zu vernehmen ist.

Ich mache mich auf keinen Fall zum Affen…

… und dann rennen wir plötzlich wie ein Elefant trampelnd durch einen Krabbelkurs-Raum und hoffen, dass wir durchs Schaufenster nicht von einem Kollegen aus der Zeit vor unserer Elternschaft entdeckt werden.

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