Nächtliche WM-Spiele sind ein Risiko für die Gesundheit. Ein Experte verrät, wie Sie trotzdem fit durch den Tag kommen.
Fußball-WM raubt SchlafExperte warnt vor Folgen und gibt wichtige Tipps

Am Tag nach dem späten WM-Match siegt die pure Müdigkeit? Dann tut ein Nickerchen gut (aber lieber nicht im Büro).
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Die Partien der Weltmeisterschaft laufen häufig in der Nacht. Ein Fachmann für Schlaf erläutert die damit verbundenen Gefahren und wie man trotzdem energiegeladen durch den Tag gelangt.
Wenn die Fußball-Weltmeisterschaft am Donnerstag (11. Juni) startet, werden viele Anhänger ihre Nachtruhe für die Übertragungen anpassen. Da die Austragung in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet, werden etliche Begegnungen in Deutschland zu später Abendstunde, während der Nacht oder sogar am frühen Morgen gezeigt. Wer aus diesem Grund mehrere Nächte vor dem Bildschirm zubringt, setzt sich laut dem Schlafexperten Hans-Günter Weeß einem höheren Risiko als nur Erschöpfung aus.
„Wer nur eine Nacht weniger schläft, als es seinem normalen Schlafbedarf entspricht, schwächt sein Immunsystem und hat am folgenden Tag ein geringeres Leistungsvermögen“, erläutert der Leiter des interdisziplinären Schlafzentrums am Pfalzklinikum in Klingenmünster. Schon eine einzige verkürzte Nacht beeinträchtigt die Konzentration, das Gedächtnis sowie die Produktivität und erhöht die Unfallgefahr. Eine besondere Belastung stellen die langen Fußballabende für Fans dar, die am Folgetag früh aufstehen oder eine Frühschicht antreten müssen. Ein kleiner Lichtblick: „Sollte Deutschland am Abend gewonnen haben, wird es wohl etwas leichter fallen.“
Zur Vorbereitung auf die Fußball-Nacht vorschlafen?
Anhängern, die beabsichtigen, Spiele in den frühen Morgenstunden anzusehen, empfiehlt der Fachmann, vorzuschlafen. Insbesondere Personen, die üblicherweise zeitig zu Bett gehen, sollten sich bemühen, vor der Live-Übertragung zusätzliche Ruhezeit zu sichern.
Wer über einen Zeitraum von mehreren Wochen regelmäßig nächtliche Partien verfolgt und am Tag schläft, dessen Körper passt sich an einen veränderten Rhythmus an. Nach Abschluss des Turniers benötigt der Organismus allerdings oft einige Tage, um sich wieder an den normalen Tag-Nacht-Zyklus zu gewöhnen.
Besser verzichten: Alkohol, Kaffee und üppige Mahlzeiten
Für zahlreiche Menschen ist das Bier ein fester Bestandteil des Fußballabends. Jedoch kann sich der Genuss von Alkohol während ausgedehnter Fußballnächte negativ auswirken, wie der Schlafforscher erklärt. Alkohol mindert die Schlafqualität, hemmt essenzielle Tiefschlafphasen und sorgt für häufigeres Erwachen. „In der Kombination mit Schlafmangel potenzieren sich die leistungsbeeinträchtigenden Wirkungen“, mahnt Weeß.
Auch bei koffeinhaltigen Getränken wie Kaffee oder Energydrinks ist Umsicht gefragt. Diese halten zwar während der Begegnung wach, doch ihre anregende Wirkung klingt nicht mit dem Abpfiff ab. Abhängig vom individuellen Stoffwechsel kann Koffein das Einschlafen noch viele Stunden danach behindern und die ohnehin knappe Schlafdauer weiter verkürzen.
Weeß rät außerdem dazu, beim nächtlichen Fußballkonsum auf schwere, fett- und kohlenhydratreiche Speisen zu verzichten, weil diese den Schlaf stören können. Falls der Magen knurrt, stellt ein leichter Imbiss die geeignetere Alternative dar.
Was tun bei Unruhe nach dem Spiel?
Wer nach einer aufregenden Partie keine Entspannung findet, sollte nach Möglichkeit von Schlafmitteln absehen. Stattdessen können Entspannungsübungen oder Fantasiereisen eine Hilfe sein. Das Wichtigste ist, den Druck und die Anspannung bezüglich des Einschlafens zu mindern. „Es gibt keine bessere Methode, sich wach zuhalten, als unbedingt schlafen zu wollen“, äußert der Schlafexperte.
Für einen besseren Start in den nachfolgenden Tag legt Hans-Günter Weeß Bewegung an der frischen Luft und eine hohe Dosis Tageslicht nahe. Eine Wechseldusche kann ebenfalls dazu beitragen, den Kreislauf zu aktivieren. Personen, die unter den Auswirkungen einer kurzen Nacht leiden, können mit einem Powernap entgegenwirken. „10 bis 20 Minuten sind völlig ausreichend, um sich danach wieder fit und leistungsfähig zu fühlen“, sagt Weeß. Längere Siestas könnten im Gegensatz dazu bewirken, dass man sich noch matter fühlt. (dpa/red)
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